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Dürre und Hagel: Schäden an Schweizer Landwirtschaft in Millionenhöhe

Ein vom Sturm vom vergangenen Freitag umgeknickter Freileitungsmast liegt auf einem Feld in Birrhard, aufgenommen am Montag, 31. August 2026. Am Freitag sind heftige Unwetter mit Hagel ueber Teile des ...
Im August sorgten schwere Unwetter für Schäden in Millionenhöhe an der Schweizer Landwirtschaft. Bild: keystone (symbolbild)
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Erst Dürre, dann Hagel: Versicherer schätzt Schäden an Landwirtschaft auf 60 Millionen

23.09.2026, 17:5423.09.2026, 17:54

Die historische Dürre und der Hagel dieses Sommers haben die Landwirtschaft auf eine harte Probe gestellt. Ende September schätzte der Agrarversicherer Schweizer Hagel die Schäden an den Kulturen auf 59,2 Millionen Franken – fast dreimal so viel wie im gleichen Zeitraum des Jahres 2025.

Die extremen Wetterbedingungen des Jahres 2026 prägten auch die Schweizerische Hagelversicherungsgesellschaft SH Group, wie diese am Mittwoch mitteilte. Zu den anhaltenden Dürreperioden und Hitzewellen mit Temperaturen über 30 Grad kamen Ende August heftige Gewitter mit Hagel hinzu.

Die Monate April bis August waren die trockensten und heissesten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1901, was zu erheblichen Ernteausfällen führte. Sommerkulturen wie Kartoffeln, Mais, Zuckerrüben und Sonnenblumen sowie das Grünland waren besonders stark betroffen. Auch die Viehzucht litt unter Futtermangel.

Bis zum 21. September rechnete die SH Group mit 5800 Schadenmeldungen für die Kulturen. Die Gesamtsumme der versicherten Schäden dürfte sich auf 59,2 Millionen Franken belaufen. Hagel ist für 48 Prozent der Schäden verantwortlich, während die Dürre 45 Prozent ausmacht.

Negatives Ergebnis erwartet

Im Jahr 2025 schätzte Hagel Schweiz die Schadenssumme im gleichen Zeitraum auf 20,9 Millionen Franken und rechnete mit 4970 Schadenmeldungen. Im Jahr 2024 bezifferte der Versicherer die Schäden auf 38,6 Millionen und die Zahl der Schadenmeldungen auf 7600.

«Die diesjährige Dürre zeigt deutlich, wie sehr die Landwirtschaft bereits heute unter den Folgen des Klimawandels leidet», so die SH Group. Auch in anderen europäischen Ländern, in denen das Unternehmen tätig ist, war die Lage schwierig. Es rechnet daher für 2026 mit einem deutlich negativen Betriebsergebnis.

In Frankreich kam es aufgrund von Dürre und Hitze zu erheblichen Ernteausfällen. Norditalien erlitt sehr schwere Schäden durch heftige Hagelstürme. In Portugal wurde die Ernte durch Stürme verzögert, grössere Schäden konnten jedoch vermieden werden.

Anpassung der Versicherung

Die Dürre gilt als «systemisches Risiko», das traditionelle Versicherungsmodelle auf die Probe stellt, insbesondere wenn ganze Regionen betroffen sind. Deshalb prüfe die SH Group, wie sie ihre Angebote künftig anpassen könne. Das Unternehmen ist der Ansicht, dass eine Anpassung der gesamten landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette, von der Produktion bis zum Verbrauch, unerlässlich ist.

Um diesen Wandel zu unterstützen, hat der Versicherer die Initiative «Hageladapt» ins Leben gerufen, die Projekte seiner Versicherten und Partnerorganisationen zur Anpassung an den Klimawandel finanziell fördert. Die Hilfe zielt darauf ab, die Widerstandsfähigkeit der Betriebe zu stärken und konzentriert sich auf nachhaltige Bewässerungssysteme sowie Schulungen zur regenerativen Landwirtschaft. (sda)

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