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Das sagen SVP und SP zum gescheiterten FIFA-Plan von Infantino

President Donald Trump, left, speaks with FIFA President Gianni Infantino as confetti falls at the conclusion of the World Cup championship final soccer match between Spain and Argentina in East Ruthe ...
Fifa-Präsident Gianni Infantino wollte einen Teil der WM-Rechte verkaufen. Davon profitiert hätte auch das Umfeld von US-Präsident Donald Trump.Bild: AP

«Moralischer Tiefpunkt»: Schweizer Politiker zu FIFA-Plan und Blatter-Kritik

Die FIFA-Pläne für einen Teilverkauf ihrer kommerziellen Rechte scheitern nach heftigen Reaktionen aus der Fussballwelt. Auch in der Bundespolitik interessiert der Machtkampf. Das sagen Stimmen aus SVP und SP.
01.08.2026, 13:0601.08.2026, 13:06
Yann Lengacher
Yann Lengacher

Die Idee von FIFA-Präsident Gianni Infantino, einen Teil ihrer kommerziellen Rechte an der WM und anderen Wettbewerben abzutreten, löste in der Fussballwelt ein Erdbeben aus. Nach Bekanntwerden der Pläne haben die Landesverbände der UEFA geschlossen mit einem Boykott der WM gedroht, nun hat sie die FIFA zurückgezogen. Kritisch äusserten sich mit Uli Hoeness der Ehrenpräsident des FC Bayern und Sepp Blatter der Vorgänger von Infantino. Gegenüber «20 Minuten» sprach er auch von einem Seelenverkauf.

Doch auch in der Schweizer Bundespolitik bewegt das Thema, zumal die Fifa ihren Sitz in Zürich hat. Zum Beispiel SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel, der früher für die FIFA verschiedene Marketingprojekte leitete. Für ihn ist klar: Hier hat sich ein Machtkampf zwischen Sportfunktionären abgespielt. «Das ist eine sportpolitische Kalberei, bei der es um viel Geld geht.» Er wolle sich nicht anmassen, die Pläne der FIFA zu bewerten, habe aber Verständnis für Fans, die einen Verrat am Fussball sehen.

Nationalrat Roland Rino Buechel, SVP-SG, spricht waehrend der Debatte "26.033 BRG. Freihandelsabkommen zwischen den EFTA-Staaten und Mercosur. Genehmigung", waehrend der Sommersession der Ei ...
Roland Rino Büchel, SVP-Nationalrat.Bild: KEYSTONE

Das von der FIFA geplante Konstrukt mit dem Tochterunternehmen FIFA Forward Enterprise (FFE) hätte auch Vorteile bringen können, findet er aber. «Wenn die FIFA künftig mehr Geld herausholt und weiterhin fair über alle Verbände verteilt, dann kann der Fussball global davon profitieren.» In der neuen Firma hätte die FIFA die meisten Anteile halten sollen. 20 Prozent davon wären an Private gegangen.

Die Reaktionen von der UEFA und besonders von Blatter hält Büchel indes für heuchlerisch: «Gerade die UEFA hat alles gemacht, um ihre Profite kompromisslos zu maximieren, zum Beispiel mit der Geldmaschine Champions League. Dass ausgerechnet Sepp Blatter nun diese Pläne kritisiert, ist ein starkes Stück.» Denn auch Blatter habe bestimmte TV- und Marketingrechte an eine private Firma ausgelagert.

«Kein Halten mehr»: SP will strengere Regeln für die FIFA

Bei der SP spricht Nationalrat Ueli Schmezer von einem weiteren moralischen Tiefpunkt unter der FIFA von Gianni Infantino, bei dem es um Machtausbau und Selbstinszenierung gehe. Ihn stört auch, dass Anteile der neuen Firma an Thrive Capital gehen sollten, einer Firma in den Händen von Joshua Kushner. Der 41-jährige Risikokapitalgeber gehört zum erweiterten Kreis der Familie von US-Präsident Donald Trump, dessen Nähe Infantino immer wieder sucht. «Es gibt offenbar kein Halten und keine Grenzen des Anstands mehr», sagt Schmezer.

KEYPIX - Ueli Schmezer, SP-BE, spricht zur Bargeldinitiative, an der Fruehjahrssession der Eidgenoessischen Raete, am Mittwoch, 5. Maerz 2025 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)
SP-Nationalrat Ueli Schmezer.Bild: KEYSTONE

Positiv bewertet der Berner hingegen den angedrohten WM-Boykott der Landesverbände der UEFA. Es sei ihre Aufgabe, die FIFA-Spitze zu disziplinieren, wenn diese undemokratisch vorgehe. In ihre Pläne hatte die Fifa die Kontinentalverbände kaum einbezogen.

Schmezer findet, die Schweiz müsse handeln und das Vereinsrecht anpassen. Als in der Schweiz ansässiger Verein profitiert die FIFA seit Jahren von einem reduzierten Steuersatz.

Linke Kräfte fordern seit Jahren, dass sich das ändert, bisher erfolglos. «Es geht hier um milliardenschwere Sportverbände. Wer sich wie ein gewinnmaximierender Konzern aufführt, soll von der Schweiz auch als solcher behandelt werden», sagt Schmezer. Befürworten würde er auch ein der Finanzmarktaufsicht ähnliches Organ, das Verbände wie die FIFA zu mehr Transparenz verpflichtet.

Infantino will nun Verbände zusammenbringen

Neben der UEFA haben sich weitere Kontinentalverbände gegen die Verkaufspläne der FIFA gewehrt. Darunter die CONCACAF (Nord- und Zentralamerika, Karibik) und die AFC (Asien), die vor allem das Vorgehen der FIFA kritisierten.

Offen für den Vorschlag der FIFA zeigte sich hingegen die CAF (Afrika), die ihre Landesverbände aufforderte, sich mit dem Vorschlag der FIFA zu befassen.

Letztlich gab die FIFA dem Druck nach. Den Rückzug der Pläne gab sie am späten Freitagabend mit einem Statement von Gianni Infantino bekannt. «Nach sorgfältiger Abwägung aller Standpunkte ist deutlich geworden, dass das Projekt zu einer Spaltung geführt hat, die – ungeachtet des Ausmasses der Unterstützung – nicht mehr im Sinne des ursprünglich verfolgten Ziels ist», heisst es darin. Man wolle nun alle Parteien wieder zusammenbringen.

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27 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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FrancoL
01.08.2026 13:37registriert November 2015
Rino Büchel zeigt exemplarisch wo der Fisch stinkt! Er der Politiker äussert sich sehr seltsam, da etwas für die Fans, dort etwas Verständnis fürs grosse Geldverdienen, fehlt noch dass er erwähnt dass der Ball rund ist.

Nein Herr Büchel man muss die Abzocke einfach einmal klar benennen und nicht umher eiern, denn dies ermöglich diesen Irrsinn.
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Feinfilter
01.08.2026 13:54registriert Mai 2021
Seit wann äussern sich SVP-Politiker über Fussball? Wäre nicht Hornussen und Schwingen ihr Kompetenzgebiet? Aber sobald es um Geld geht, stehen diese auf der Matte.
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