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15 Grafiken zur Lebensmittelkette in der Schweiz

Erntezeit in der Schweiz.
Erntezeit in der Schweiz.bild: keystone

Teuer, importiert und oft verschwendet – 15 Grafiken zu unserem Essen

Die Schweiz versorgt sich nur zur Hälfte selbst, und Lebensmittel kosten hier knapp 60 Prozent mehr als im EU-Schnitt. 15 Grafiken zeigen, wie die Lebensmittelkette hierzulande funktioniert.
16.10.2026, 11:3216.10.2026, 12:46

Woher kommt eigentlich unser Essen, was kostet es, und wie viel davon landet im Abfall? Zum heutigen UNO-Welternährungstag hat das Bundesamt für Statistik eine Taschenstatistik zur Lebensmittelkette in der Schweiz veröffentlicht. Wir haben die spannendsten Zahlen in Grafiken verwandelt und mit weiteren interessanten Facts rund um die Nahrungsmittelproduktion ergänzt. Die Reise beginnt auf dem Hof und endet im Abfall.

Die Hälfte der Nahrungsmittel kommt aus dem Ausland

Gemessen in verwertbarer Energie (Kalorien) deckt die Schweizer Landwirtschaft 50 Prozent des Inlandbedarfs. Bei Milch (110 Prozent), tierischen Fetten (91 Prozent) und Fleisch (82 Prozent) ist sie fast oder ganz autark, bei Kartoffeln (72 Prozent) und Eiern (56 Prozent) reicht es für mehr als die Hälfte. Bei Gemüse (45 Prozent), Getreide (39 Prozent), Früchten (30 Prozent) und Fisch (2,5 Prozent) bleibt sie auf Importe angewiesen.

Der Haken: Viel Futter kommt aus dem Ausland

Der Selbstversorgungsgrad der Schweiz sinkt seit Jahren: brutto von rund 62 Prozent im Jahr 1990 auf 50 Prozent, netto (ohne tierische Produkte aus importiertem Futter) auf 42,5 Prozent. Netto bedeutet ohne Fleisch, Milch und Eier, die aus importiertem Futter stammen.

Bei den tierischen Nahrungsmitteln ist der Nettowert von rund 86 auf 68 Prozent, bei den pflanzlichen von rund 42 auf 31 Prozent gefallen. Wegen einer neuen Berechnungsmethode ist der Verlauf ab 2007 nicht direkt vergleichbar.

Jeden Tag zwei Bauernhöfe weniger

Die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe sinkt seit Jahrzehnten: von rund 80'000 im Jahr 1996 auf 46'270 im Jahr 2025. Gegenüber dem Vorjahr sind es 1,7 Prozent weniger, das sind rund 800 Höfe oder gut zwei pro Tag. Rund 38'500 davon sind konventionelle Betriebe. Die Biobetriebe hingegen nahmen seit 2011 zu, stabilisierten sich 2024 und gingen 2025 um 0,9 Prozent auf 7819 zurück, das sind 17 Prozent aller Betriebe.

Der Preis der Produktivität: Immer weniger Hände auf dem Hof

Seit 1900 hat die Gesamtproduktion der Landwirtschaft (zu konstanten Preisen) stark zugelegt, während Nutzfläche und Beschäftigte schrumpfen und die Bevölkerung wächst. Allein seit 2000 ist die Zahl der Beschäftigten um 29 Prozent gesunken, 2025 arbeiteten noch rund 146'000 Personen in der Landwirtschaft, mehr als ein Drittel davon Frauen. Die Bauern bewirtschaften noch 1,04 Millionen Hektaren Nutzfläche.

Der Bund zahlt rund 2,8 Milliarden Franken pro Jahr

Mit den Direktzahlungen gilt der Bund Leistungen ab, die der Markt nicht bezahlt, etwa die Pflege der Kulturlandschaft und die Förderung der Artenvielfalt. Es gibt sieben Beitragsarten. Seit 1993 stiegen die Zahlungen von 1,2 auf 2,8 Milliarden Franken pro Jahr, seit gut zehn Jahren bleibt der Betrag ungefähr stabil. Auf einem durchschnittlichen Hof machten sie 2022 rund 79'000 Franken aus, etwa 20 Prozent der Erträge.

Getreide und Mais dominieren Schweizer Äcker

Von 279'660 Hektaren offener Ackerfläche entfallen 49,7 Prozent auf Getreide und 18,2 Prozent auf Silomais, der als Tierfutter dient. Es folgen übrige Kulturen (8,8 Prozent), Raps (8,2), Zuckerrüben (6,3) und Freilandgemüse (4,8). Wiesen und Weiden sind nicht eingerechnet. Kartoffeln belegen 4 Prozent der Fläche, rund 11'000 Hektaren (eigene Berechnung). Das BFS vergleicht das mit der Fläche des Vierwaldstättersees.

13,4 Millionen Hühner – und es werden immer mehr

Die Fleischproduktion schwankte zuletzt nur leicht, doch die Gewichte haben sich verschoben: Geflügel hat seit 1980 stark zugelegt, Schweinefleisch verliert. 2025 standen in Schweizer Ställen 13,4 Millionen Hühner, der Schweinebestand sank auf knapp 1,26 Millionen Tiere, knapp ein Drittel davon im Kanton Luzern. Auch die Zahl der Milchkühe geht zurück: um 0,6 Prozent auf 524'400, in zehn Jahren um 10 Prozent.

Gemüse rein, Kaffee raus

Keine Produktgruppe führt die Schweiz so teuer ein wie Früchte und Gemüse samt Zubereitungen, also Produkten, die aus dem jeweiligen Rohstoff hergestellt wurden: 2025 waren es 3,057 Milliarden Franken, Exporte gibt es kaum. Es folgen Getränke (2,151 Milliarden), Fleisch und Fisch (1,875 Milliarden) sowie Zucker und Kakao (1,740 Milliarden). Beim Kaffee kehrt sich das Bild um: Die Schweiz exportiert für 3,543 Milliarden Franken, mehr als doppelt so viel, wie sie einführt. Der Kaffee wird dabei vor allem vom Rohstoff zu Kapseln verarbeitet.

Lebensmittel kosten fast 60 Prozent mehr als im EU-Schnitt

Laut Eurostat liegt das Preisniveau für Nahrungsmittel 2025 bei 158,8 Punkten (EU = 100), gleichauf mit Island. Auch Norwegen (132) und Luxemburg (124) liegen deutlich über dem Schnitt. In den Nachbarländern reicht es von 103 (Deutschland, Italien) über 108 (Frankreich) bis 110 (Österreich), in Rumänien liegt es bei 79. Der Index vergleicht die Preise desselben Warenkorbs; Einkommen und Kaufkraft sind nicht berücksichtigt.

Bei den Beschäftigten ist die Gastronomie Spitzenreiter

Rund 561'000 Menschen arbeiten in der Lebensmittelkette, 187'000 davon in Restaurants, Bars, Kantinen und bei Caterern (33 Prozent). Es folgen die Landwirtschaft (26 Prozent), der Detailhandel (18) und die Nahrungsmittelindustrie (16). Seit 2011 hat die Gastronomie 14 Prozent mehr Beschäftigte, die Landwirtschaft 7 Prozent weniger. Die Pandemie bremste die Gastronomie 2020 um knapp 9 Prozent, bis 2022 war der Verlust wettgemacht.

Wo am meisten Wertschöpfung entsteht

2024 erwirtschaftete die Nahrungsmittelindustrie (inklusive Tabakerzeugnisse) 17,4 Milliarden Franken Bruttowertschöpfung, die Gastronomie 10 Milliarden und die Landwirtschaft samt Fischerei 4,7 Milliarden. Die Industrie erreicht damit fast das Vierfache der Landwirtschaft. Die Gastronomie brach in der Pandemie auf rund 5 Milliarden ein, erholte sich danach aber schnell wieder. Die Zahlen sind nicht teuerungsbereinigt.

Dank Käse führt die Milch die Verbrauchsliste an

Milch und Milchprodukte führen die Rangliste des Pro-Kopf-Konsums nach Lebensmittelgruppen mit 289 Kilogramm pro Person und Jahr an, doch die Zahl ist hochgerechnet: Käse, Butter und Joghurt werden in die dafür nötige Milchmenge umgerechnet (Vollmilchäquivalente). Allein der Käse wiegt pro Kopf 23,1 Kilogramm (2024), in Milch gerechnet ist es ein Mehrfaches. Fleisch kommt auf 47,3 Kilogramm – rund 130 Gramm pro Tag – und liegt damit knapp vor der Kartoffel (47,1 Kilogramm).

Bioflächen wachsen weiter, aber langsamer

Die Biofläche hat sich seit 1996 mehr als verdreifacht: von rund 55'000 auf 192'300 Hektaren. Der Anstieg kam in zwei Schüben, dazwischen stagnierte sie rund ein Jahrzehnt lang. Heute sind das 18,5 Prozent der Nutzfläche, 79 Prozent davon sind Grünflächen, also Wiesen und Weiden für die Tierhaltung.

Bio kommt im Einkaufswagen an

Der Anteil der Ausgaben für Produkte mit Bio-Label an den gesamten Ausgaben der Haushalte für Nahrungsmittel und Getränke hat sich seit 1998 etwa verdreifacht. Gemessen wird nur, was mit einem Bio-Label gekauft wird, nicht jedes Produkt aus biologischer Produktion. Die Daten stammen aus der Haushaltsbudgeterhebung des BFS, einer Befragung von Privathaushalten, und reichen bis 2023. Neuere Werte fehlen noch.

310 Kilo vermeidbarer Foodwaste pro Person

Durch den Konsum in der Schweiz gehen jedes Jahr vermeidbar 2,8 Millionen Tonnen Lebensmittel verloren, rund 310 Kilogramm pro Person. Auf die Haushalte entfallen 720'000 Tonnen, auf Handel und Gastronomie zusammen 460'000. In der Verarbeitung fällt zwar mehr an, doch 85 Prozent davon werden als Tierfutter verwertet. Seit 2017 sind die Verluste laut BAFU um rund 5 Prozent gesunken, bis 2030 sollen sie halbiert werden.

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Wenn Essen Angst macht – 14 sehr spezifische Food-Phobien
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Wenn Essen Angst macht – 14 sehr spezifische Food-Phobien
1. Alektorophobia: Freilich sind alle hier aufgelisteten Phobien eher selten. Alektorophobia, etwa, ist die Angst vor Hühnern und Pouletfleisch.
quelle: chicken.ca / chicken.ca
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130'000 Kilogramm Tomaten – grösste Essensschlacht der Welt in Spanien fand wieder statt
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