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Fleisch-Menü teurer als Vegi: Universität Zürich erhöht Mensa-Preise

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Bei der Universität Zürich kosten die Fleischmenüs in Zukunft mehr als die vegetarischen oder veganen.Bild: keystone sda

Universität Zürich erhöht Menüpreise – das freut vor allem Vegis

Die Universität Zürich erhöht die Preise für ihre Menüs. Jene mit Fleisch werden ungleich teurer als die ohne. Der Präsident von Proviande wirft der Uni vor, das Essverhalten steuern zu wollen.
24.06.2021, 13:3925.06.2021, 09:00

An der Universität Zürich (UZH) zahlt man in Zukunft mehr fürs Mittagsmenü. Besonders die Fleisch-Kost wird ein gutes Stück teurer: Ab dem 1. September 2021 zahlen Studierende für die Menüs mit Fleisch CHF 1.50 mehr, Vegetarier zahlen einen Aufpreis von 40 Rappen. Bisher kosteten die Menüs gleichermassen CHF 5.40.

Begeistert von dieser Neuerung ist die Zürcher Nationalrätin Meret Schneider (Grüne). «Ich begrüsse es sehr, dass insbesondere das Fleisch-Menü signifikant teurer wird», sagt Schneider. Weil die Fleischproduktion mehr Ressourcen und Energie koste, soll sich das auch im Preis niederschlagen. «In vielen Betrieben kostet das Fleisch-Menü immer noch ähnlich viel wie das vegetarische. Damit werden Fleisch-Esser subventioniert», so Schneider.

«Das ist nicht fair»

UZH-Studierende, die an jedem Werktag in der Mensa Fleisch essen wollen, müssen also bald einen monatlichen Aufpreis von 30 Franken hinnehmen. Wer sich vegetarisch ernährt, zahlt pro Monat acht Franken mehr als bisher.

Wenig begeistert davon ist Markus Zemp: «Gegenüber den Studierenden ist das nicht fair», sagt der Präsident von Proviande, Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft. Zwar sei es jedem selber überlassen, ob er oder sie Fleisch isst oder nicht. «Aber für mich klingt das danach, als wolle man mit dieser Preisgestaltung das Essverhalten steuern. Das wäre nicht Aufgabe einer Universität», so Zemp.

Fleisch kostet mehr

Die UZH begründet die Preiserhöhung damit, dass sie das Verpflegungsangebot verbessern wolle. Die Preise seien seit mehr als 15 Jahren unverändert, sagt Kurt Bodenmüller von der UZH. So sei beispielsweise die Nachfrage nach veganen Menüs stark gestiegen. «Wir wollen den heutigen Erwartungen der Gäste gerecht werden», sagt Bodenmüller.

Der signifikante Preisunterschied zwischen den vegetarischen und den Fleischmenüs komme daher, dass die UZH bis im Jahr 2030 klimaneutral sein wolle. «Fleisch belastet die Umwelt erwiesenermassen mehr als vegetarische Kost», so Bodenmüller. Ausserdem hätte die Debatte um das CO2-Gesetz ein zentrales Problem aufgezeigt: Der heutige Fleischpreis widerspiegle nicht den Preis für die Umwelt. «Deshalb haben wir dort die Preise stärker erhöht. Wer Fleisch isst, soll mehr bezahlen.»

Dank der Preiserhöhung werde man zukünftig in der Lage sein, Fleisch überwiegend aus artgerechter Haltung zu verwenden. Von welchem Anbieter das sein werde, sei noch in Abklärung.

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