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Brezelkönig-Streit in Bahnhöfen – SBB ziehen Kürzeren

Brezelkönig-Streit in Bahnhöfen – SBB ziehen gegen Bund den Kürzeren 

13.11.2016, 10:5113.11.2016, 21:00
andreas maurer / schweiz am Sonntag
Ein Artikel von Schweiz am Sonntag
Schweiz am Sonntag

Das Perron ist die letzte kommerzfreie Fläche vieler Bahnhöfe. Das wollen die SBB ändern. Vor vier Jahren lancierten sie ein Pilotprojekt in Winterthur. In einer Glasbox zwischen den Gleisen betreibt Valora dort seither eine Brezelkönig-Filiale.

Vor drei Jahren stuften die SBB den Versuch als Erfolg ein und kündigten an, in zehn bis zwanzig Bahnhöfen Verkaufsstände direkt am Gleis aufzustellen. Die SBB wählten fünf Bahnhöfe aus für den Start der Food-Offensive: Basel, Zürich Hauptbahnhof, Olten, Yverdon und Biel. Doch an keinem dieser Orte war die Bahn erfolgreich.

Der Brezelkoenig, ein Imbissstand auf dem Perron, aufgenommen am Donnerstag, 22. August 2013, im Bahnhof Winterthur. (KEYSTONE/Ennio Leanza)
Einer der Stände auf dem Perron.Bild: KEYSTONE

Der Grund ist ein Konflikt mit dem Bundesamt für Verkehr (BAV). Dieses verlangt, dass die SBB für jeden Stand eine Sicherheitsprüfung durchführen und die Kantone über die Bedenken des Bundes informieren. Die Kantone müssen die Stände bewilligen. Jedem Gesuch müssen die SBB ein Schreiben des BAV beilegen.

Personalflüsse behindert 

Dieses kritisiert, dass die Personenflüsse behindert würden und die Passagiere den Gleiskanten gefährlich nahe kommen könnten. Das BAV übt Grundsatzkritik. «Es kann nicht sein, dass einerseits teure Investitionen für die Gewährleistung der Personenflüsse auf den Perrons getätigt werden müssen, wie für Verbreiterungen oder zusätzliche Unterführungen, andererseits gerade die so gewonnenen Kapazitäten wieder mit Verkaufsflächen belegt werden.»

Die SBB geben die Pläne trotz der jahrelangen Verspätung nicht auf. SBB-Sprecher Oli Dischoe begründet die Verzögerungen mit «detaillierten und aufwendigen Abklärungen», die es zu jedem Standort zu treffen gelte: «Da diese Abklärungen unter anderem der Sicherheit dienen, nehmen wir diese Verzögerungen in Kauf, um unseren Kunden ein attraktives und vor allem sicheres Angebot auf den Perrons offerieren zu können.»

Brezeln liegen zum Verkauf parat, an einem Stand von Brezelkoenig am Bahnhof Oerlikon am Dienstag, 25. September 2012. Der Handels- und Kioskkonzern Valora steigt in den stark wachsenden Sofortverzehr ...
Begehrte Ware. Auch in den Bahnhöfen.Bild: KEYSTONE

Die Perronverkaufsstände sind auch aus ästhetischen Gründen mit Widerstand konfrontiert. In Basel waren die Pläne bisher am weitesten. Die SBB reichten im Frühling ein Baugesuch für einen Stand auf dem Perron der Gleise 5 und 6 ein. Nun zogen sie es zurück. Auf Anfrage nennen die SBB in diesem Fall «denkmalpflegerische Gründe». Vorgesehen sei ein Ersatzstandort an Gleis 4. Doch dort fehle derzeit der Platz. Dieser Bereich sei schon für eine Baustellen-Installation reserviert.

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