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Forschung

Frühwarnsystem soll Fische vor Hitzetod in Schweizer Flüssen bewahren

Schaffhausen, Schweiz - 27. Juli 2019: Ein toter Fisch treibt auf dem Rhein bei Schaffhausen.
Ein toter Fisch treibt auf dem Rhein bei Schaffhausen. (Archivbild)Bild: www.imago-images.de

Frühwarnsystem soll Fische vor Hitzetod in Schweizer Flüssen bewahren

Forscherinnen und Forscher wollen Fische vor dem Hitzetod bewahren. Ein neues Frühwarnsystem für Schweizer Flüsse soll künftig anzeigen, wo ihnen Hitzestress droht – bis zu drei Wochen im Voraus.
18.06.2026, 12:5418.06.2026, 12:54

Ein neues Frühwarnsystem schätzt das künftige Risiko für Fischpopulationen an über 50 Standorten in der Schweiz ein, wie die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) am Donnerstag mitteilte.

Denn wenn Schweizer Flüsse im Sommer badewarm werden, wird es für Fische ungemütlich. Fische sind als wechselwarme Tiere von der Umgebungstemperatur abhängig. Steigt diese, geraten sie in Hitzestress, wie die Forschenden erklärten. Sie können sich nicht selbst abkühlen. Wird es zu heiss, sterben sie.

Manche Arten halten weniger aus

Nicht alle Fische leiden gleich schnell unter Wärme. Deswegen trugen die Forschenden für das Frühwarnsystem Informationen zur Temperaturgrenze von 59 Fischarten zusammen, die in der Schweiz vorkommen. Das ist jene Temperatur, bei der ihre Schwimmfähigkeit beeinträchtigt wird – und damit auch ihre Fähigkeit, vor Gefahren zu fliehen.

Sie stellten fest, dass nicht heimische Arten im Durchschnitt härter im Nehmen sind als heimische Arten. Der Marmorkarpfen hält Temperaturen von 32,3 Grad Celsius aus. Die Quappe dagegen gerät bereits bei 24,1 Grad an ihre Grenze.

Das Frühwarnsystem berücksichtigt deshalb nicht nur, wie warm ein Fluss voraussichtlich wird, sondern auch, welche Fischarten dort leben. So entsteht für mehr als 50 Standorte in der Schweiz eine Einschätzung, wo das Risiko besonders gross ist.

Ein Vorsprung, bevor es zu spät ist

Getestet wurde das Modell rückblickend mit Daten aus dem Hitzesommer 2018. Damals starben in der Schweiz rund drei Tonnen Fische aufgrund der Hitze.

Zwei von drei dokumentierten Fischsterben erkannte es korrekt. An weiteren Standorten stimmten die Risikoeinschätzungen in rund 70 Prozent der Fälle mit Beobachtungen aus der Praxis überein.

Noch ist das System nicht perfekt. Es berücksichtigt etwa nicht überall, ob Fische in einem Fluss kühlere Rückzugsorte finden oder wie gross eine lokale Population ist. An einigen Standorten überschätzte es deshalb das Risiko.

Für die Forschenden ist es dennoch ein vielversprechender Anfang. Behörden und Gewässerverantwortliche könnten dank der Warnungen früher reagieren, besonders gefährdete Abschnitte beobachten oder Schutzmassnahmen vorbereiten.

In einer wärmeren Zukunft könnte dieser Vorsprung entscheidend sein. Nicht, weil er jede Hitzewelle verhindert. Sondern weil er hilft, früher zu sehen, wo ein Fluss für seine Fische zur Falle wird. (sda)

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