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Dürre, extreme Hitze und Hitzewellen: Klimakrise bedroht fast jedes Kind

FILE - Drought-stressed wheat plants stand adjacent to parched ground in a field near Macksville, Kan., May 16, 2026. (AP Photo/Charlie Riedel, File)
Climate El Nino
Kinder leiden stärker unter den Folgen des Klimawandels als Erwachsene.Bild: keystone

Dürre, extreme Hitze und Hitzewellen: Klimakrise bedroht fast jedes Kind

16.06.2026, 03:5216.06.2026, 03:52

Fast die Hälfte aller Kinder weltweit – rund 1,1 Milliarden – ist einem Unicef-Bericht zufolge mindestens drei Klimagefahren gleichzeitig ausgesetzt. Dürren, extreme Hitze über 35 Grad und Hitzewellen sind demnach die häufigste Kombination von Klimagefahren.

Das geht aus dem vom Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen veröffentlichten Kinder-Klimarisiken-Bericht 2026 hervor. Nahezu jedes Kind der Welt sei mindestens einer Klimagefahr ausgesetzt, heisst es dort.

Kinder leiden demnach stärker unter den Folgen des Klimawandels als Erwachsene. Sie sind körperlich empfindlicher und anfälliger für Krankheiten, da sich ihre Körper schneller erhitzen und sie weniger effizient schwitzen. Sie atmen doppelt so schnell wie Erwachsene und inhalieren dadurch mehr Schadstoffe. Ausserdem benötigen sie mehr Nahrung und Wasser pro Kilogramm Körpergewicht, und ihre Überlebenschancen bei extremen Wetterereignissen sind geringer.

Der nun veröffentlichte Bericht untersucht die Verletzlichkeit von Kindern gegenüber acht Klimagefahren: Dürren, extreme Hitze, Brände, Hitzewellen, Küstenüberschwemmungen, Flussüberschwemmungen, Sand- und Staubstürme sowie Tropenstürme. Ein Klimarisiko-Atlas mit hochauflösenden Daten stellt dar, wo auf der Welt welche Klimarisiken wie intensiv auftreten. Das könne Regierungen und anderen Entscheidungsträgern helfen, besser zu planen und effektiver in Versorgungsstrukturen zu investieren, sagte Unicef-Direktorin Catherine Russell.

Executive Director of UNICEF Catherine Russell addresses members of the U.N. Security Council at United Nations headquarters Monday, Oct. 30, 2023. (AP Photo/Eduardo Munoz Alvarez)
Catherine Russell.Bild: keystone

In vielen Regionen überlagern sich mehrere Klimakrisen

Der Atlas macht den Angaben zufolge deutlich, dass sich Klimarisiken in vielen Regionen überlagern und gegenseitig verstärken. Am häufigsten treten Dürren, extreme Hitze und Hitzewellen gemeinsam auf. Fast 300 Millionen Kinder leben in Risikogebieten für diese drei Gefahren.

Mit der zweithäufigsten Kombination von Dürren, extremer Hitze und tropischen Stürmen sind weltweit mehr als 115 Millionen Kinder konfrontiert. Eine der am stärksten betroffenen Regionen ist dem Bericht zufolge die Sahel-Region in Afrika. Hier sind mehr als vier Millionen Kinder gleichzeitig den Gefahren von Hitzewellen, extremer Hitze sowie Sand- und Staubstürmen ausgesetzt. Ebenfalls stark betroffen sind die asiatischen Länder Bangladesch, Myanmar und Pakistan. (sda/dpa)

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