Wie ein Nussgipfel eine Seniorin 1612 Franken kostete
Ein Nussgipfel für ein paar Franken kostete eine Seniorin plötzlich 1612.14 Franken.
Aber von Anfang an: In der veganen Bäckerei Bakery Bakery am Hauptbahnhof Winterthur hat sich eine Seniorin mit einem Nussgipfel ein feines Dessert besorgt. Zwei Wochen später entdeckte eine Beraterin von Pro Senectute einen hohen Betrag von über 1600 Franken auf ihrem Kontoauszug.
Die Bank verwies die Kundin direkt an die Bäckerei. «Die Standortleiterin war ausserordentlich freundlich und versicherte mir, der Sache sofort nachzugehen», sagt die Seniorin gegenüber dem Beobachter.
Zunächst konnte die Bäckerei die Zahlung in ihrem System nicht finden. Erst nach Rücksprache mit dem Anbieter des Bezahlterminals kam Licht ins Dunkel: Das Geld wurde zwar abgebucht, war wegen wegen eines technischen Problems aber nie im Kassensystem und auf dem Konto der Bäckerei angekommen.
Deshalb habe sich die Bäckerei nicht von sich aus bei der Seniorin gemeldet. «Extrem hohe Beträge fallen uns normalerweise bei der täglichen Abrechnung auf und werden entsprechend schnell abgeklärt», sagt Nina Vogel, Inhouse Sales Support bei Bakery Bakery, gegenüber der Zeitung.
PIN statt Trinkgeldbetrag
Doch wie kam es zu dieser teuren Nussgipfel-Abrechnung? Laut Vogel dürfte ein Missgeschick bei der Eingabe dahinterstecken. Am Terminal kann man sich neben prozentualem Trinkgeld auch einen beliebigen Betrag eintippen. «Wir vermuten, dass die Kundin dachte, sie müsse hier ihre PIN eingeben», so Vogel.
Die Seniorin nimmt den Vorfall mit Humor. «Mit der Kartenzahlung bin ich manchmal etwas überfordert, das kann mir schon passiert sein.» Bei der Filialleiterin bedankt sie sich mit einem Blumenstrauss und zieht die Lehren aus der Geschichte: Desserts ab sofort wieder bar zu zahlen. (cst)
