Schweiz
Gesellschaft & Politik

Filippo Leutenegger will Zürcher Stadtpräsident werden

Filippo Leutenegger will Zürcher Stadtpräsident werden

10.07.2017, 16:1710.07.2017, 16:17

Filippo Leutenegger (FDP) will Zürcher Stadtpräsident werden, um auf die strategischen Fragen der Zukunft die richtigen Antworten zu geben. Vor den Medien sagte er am Montag, dass er bezüglich Unternehmenssteuerreform und Stadtspitäler eng mit der Kantonsregierung zusammen arbeiten möchte. Für die Medienkonferenz wählte Leutenegger einen ungewohnten Ort: Er lud zu sich nach Hause ein.

Stadtrat Filippo Leutenegger spricht an einer Medienkonferenz anlaesslich seiner Kandidatur fuer das Stadtpraesidium, aufgenommen am Montag, 10. Juli 2017 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)
Filippo Leutenegger in seinem Wohnzimmer.Bild: KEYSTONE

Übers Wochenende wurde publik, dass sich die bürgerlichen Parteien der Stadt Zürich auf einen gemeinsamen Kandidaten für das Stadtpräsidium geeinigt haben. Severin Pflüger, Präsident der FDP Stadt Zürich, sagte am Montag vor den Medien: «Es muss sich etwas ändern in der Stadt.» Deshalb haben sich die Parteipräsidenten auch auf ein Fünferticket für die Stadtratswahl 2018 geeinigt.

Filippo Leutenegger, der kommendes Jahr als bisheriger Stadtrat zur Wahl steht, hatte sich bis Montagmittag nicht zu den Meldungen um seine Person geäussert. Er habe die Sitzung vom Vormittag mit dem Forum Zürich abwarten wollen, sagte er am Nachmittag an der Medienkonferenz. Die Vereinigung der Wirtschaftsverbände unterstützt seine Kandidatur.

Stadtrat Filippo Leutenegger betritt die Medienkonferenz anlaesslich seiner Kandidatur fuer das Stadtpraesidium, aufgenommen am Montag, 10. Juli 2017 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)
Noch ein Blick in Leuteneggers Haus.Bild: KEYSTONE

Ausgezeichneter Wahlkämpfer

Zur Nomination sagte Mauro Tuena, Präsident der Stadtzürcher SVP, Leutenegger sei sicherlich der richtige Mann. Als Stadtrat wisse er, wo die Probleme liegen. «Er sieht in den Kuchen hinein», sagte Tuena. Ausserdem sei Leutenegger ein ausgezeichneter Wahlkämpfer.

Der FDP-Stadtrat selbst sagte, für ihn stünden die strategischen Fragen im Vordergrund. «Ob es einer Stadt gut geht oder nicht, hängt von vielen Faktoren ab», sagte er. Rot-grün habe nicht alles falsch gemacht, sondern auch vieles richtig.

Doch Leutenegger sieht Handlungsbedarf. So würde er die Übereinstimmung mit den Positionen des Kantons anstreben. Er führte die Unternehmenssteuerreform III an, bei der Kantons- und Stadtregierung unterschiedliche Meinungen vertraten und die an der Urne scheiterte. «Wenn man die Steuerreform jetzt wieder anpackt, müssen wir einen gemeinsamen Weg finden», sagte er.

Stadtrat Filippo Leutenegger, Mitte, spricht neben dem Stadtzuercher FDP-Praesident Severin Pflueger, und SVP-Nationalrat Mauro Tuena, rechts, an einer Medienkonferenz anlaesslich seiner Kandidatur fu ...
Stadtrat Filippo Leutenegger, Mitte, spricht neben dem Stadtzürcher FDP-Präsident Severin Pflueger, und SVP-Nationalrat Mauro TuenaBild: KEYSTONE

Eine Zusammenarbeit mit dem Kanton sieht er auch in der Frage der Zukunft der Stadtspitäler Waid und Triemli vor. «Langfristig können wir die zwei Spitäler nicht allein betreiben.» Das müsse man mit dem Kanton zusammen machen, wenn man in 15 bis 20 Jahren positive Ergebnisse sehen wolle.

Leutenegger will höher bauen lassen

Auch die Situation auf dem Wohnungsmarkt in der Stadt ist für Leutenegger ein Thema. Sein Lösungsvorschlag sieht die Erlaubnis vor, entlang der Hauptverkehrsachsen ein Geschoss höher bauen zu können und Dachstöcke zu Wohnungen umgestalten zu dürfen.

Leutenegger peilt eine Amtszeit von acht Jahren an. Er sagte am Montag, dass er keine Mehrheit im Stadtrat brauche, um seine strategischen Akzente zu setzen.

Bereits 2014 war der damalige Nationalrat Filippo Leutenegger sowohl ins Rennen um einen Stadtratssitz als auch um das Stadtpräsidium eingestiegen. Als Stadtrat wurde er gewählt, die Amtsinhaberin Corine Mauch (SP) konnte er jedoch nicht verdrängen. (sda/meg)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
SVP Zug nominiert Thomas Aeschi für den Bundesrat
Die SVP Kanton Zug hat am Freitagmorgen die Nominierung von Thomas Aeschi als Bundesratskandidaten bekanntgegeben. Der ist jedoch noch nicht sicher, ob er wirklich will.
Die SVP Kanton Zug schreibt am Freitagmorgen in einer Mitteilung, dass sie Thomas Aeschi als Kandidaten für die Ersatzwahl in den Bundesrat nominiert. Der Fraktionspräsident der SVP Schweiz erfülle das Anforderungsprofil optimal, heisst es weiter.
Zur Story