Schweiz
Gesellschaft & Politik

Winterthurer Stadtpräsident Michael Künzle tritt nicht mehr an

Winterthurer Stadtpräsident Michael Künzle tritt nicht mehr an

02.04.2025, 15:1302.04.2025, 15:13

Der Winterthurer Stadtpräsident Michael Künzle (Mitte) will 2026 nicht mehr zu den Wahlen antreten. «21 Jahre sind genug», sagte er am Mittwoch vor den Medien.

Künzle sitzt seit 20 Jahren im Stadtrat, 13 davon als Stadtpräsident. Vor vier Jahren wählte ihn die Stimmbevölkerung mit grossem Abstand vor seinem Herausforderer Kaspar Bopp (SP) wieder.

Vor jeder Wahl habe er eine Auslegeordnung gemacht, sagte Künzle. Nun habe diese deutlich länger gedauert. Nach vielen Gesprächen mit Freunden und Familie sei er sich sicher gewesen, dass er nicht mehr antreten wolle, sagte der 60-Jährige. Seine Zukunft sei noch offen, er werde aber «sicher weiterhin arbeiten».

Stadtpräsident Winterthur Michael Künzle
Michael Künzle.Bild: NZZ

Im Stadtrat in der Minderheit

Der langjährige Stadtpräsident betonte vor allem die positiven Seiten seiner Amtszeit. In den letzten Jahren sei er im links-grün geprägten Stadtrat aber ein paar Mal zu oft in der Minderheit gewesen. Auch kenne er einen Drittel der Parlamentarierinnen und Parlamentarier nicht mehr namentlich. Die Vorstösse erinnerten ihn an jene, die schon in seiner Zeit im Parlament eingingen.

Die Mitte will weiterhin im Winterthurer Stadtrat vertreten bleiben. Eine Findungskommission werde geeignete Kandidierende suchen, sagte Wahlkampfleiter Werner Schurter. Den Abtritt Künzles bedauerte er. Der «Stadtvater» wäre wohl wieder gewählt worden, meinte Schurter.

An der Medienkonferenz wurde auch noch ein Bild Künzles für die Ahnengalerie enthüllt. Es zeigt ihn in einer seiner typischen Posen vor dem Stadthaus.

SVP will zurück in den Stadtrat

Bereits vor einigen Tagen gab Sicherheitsvorsteherin Katrin Cometta (GLP) an, nicht mehr antreten zu wollen. Die anderen Stadtratsmitglieder äusserten sich bisher nicht.

Die SVP will mit Christian Hartmann den 2018 verlorenen Sitz zurückerobern. Die Wahlen finden am 8. März 2026 statt. (rbu/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
«Therapien» für Homosexuelle werden in Zürich vorerst doch nicht verboten – Linke empört
Der Kanton Zürich verbietet Konversionstherapien für Homosexuelle bis auf Weiteres nicht. Die Geschäftsleitung des Kantonsrats hat das Geschäft auf Eis gelegt. Linke Parteien sind empört.
Eigentlich war das Verbot von Konversionspraktiken im Kanton Zürich bereits ausgearbeitet. Das Geschäft stand kurz vor dem Abschluss und sollte demnächst ins Parlament kommen. Doch nun hat die Geschäftsleitung das Anliegen sistiert.
Zur Story