Neue Kontoverse um Waadtländer Staatsrätin Dittli
Eine neue Kontroverse erschüttert Staatsrätin Valérie Dittli genau an dem Tag, an dem sie ihren Austritt aus ihrer Partei bekannt gibt: Die Sektion Lavaux-Oron der Mitte-Partei verdächtigt sie, versucht zu haben, ein Bankkonto mit einem Guthaben von 22’000 Franken zu schliessen und das Geld zu überweisen. Die Politikerin weist die Vorwürfe zurück.
«Ein Problem beim Zugriff auf dieses im Jahr 2025 eingerichtete Konto hat uns am vergangenen Montag stutzig gemacht. Wir haben sofort die dringende Sperrung des Kontos und der Geldüberweisung beantragt. Ausserdem haben wir Frau Dittli, die über eine Einzelvollmacht verfügte, die Zugriffsrechte auf dieses Konto entzogen», erklärte die Präsidentin der Sektion Lavaux-Oron, Faustine Tsala, am Donnerstag gegenüber Keystone-SDA. Sie bestätigte damit Berichte mehrerer Medien.
Kantonalpräsident Giancarlo Sergi bestätigt seinerseits den Vorfall, ohne sich jedoch im Detail zu dem besagten Konto äussern zu wollen: «Jeder Ortsverband ist unabhängig, und wir haben keinen Einblick in deren Konten.» Man habe jedoch intern ein Rechtsgutachten eingeholt, um genau zu erfahren, was geschehen sei, und die Verantwortlichkeiten zu klären.
Dittli wehrt sich
In einer schriftlichen Stellungnahme verteidigt sich Frau Dittli und bestreitet die Vorwürfe: «Dieses Konto wurde weder privat noch auf meine Initiative hin mit dem Ziel eingerichtet, einen Wahlkampf zu finanzieren.» Es sei vielmehr im Sinne der Transparenz von Mitgliedern des Centre Lavaux-Oron eingerichtet worden, damit Personen, die sie unterstützen wollten, dies in einem legalen und transparenten Rahmen tun könnten. «Zu diesem Zeitpunkt stellte sich die Frage einer erneuten Kandidatur für den Staatsrat ohnehin nicht», erklärte sie.
Sie wolle zudem klarstellen, dass sie keinerlei Kontakt zur Waadtländer Kantonalbank aufgenommen habe, um die Schliessung des Kontos oder die Übertragung der Guthaben zu erwirken: «Entgegenstehende Behauptungen sind unbegründet. Ich habe darum gebeten, dass alle Bankunterlagen vorgelegt werden, anhand derer sich das Vorliegen einer solchen Anweisung nachweisen und deren Urheber identifizieren lässt.»
Mehreren Medienberichten zufolge soll der Betrag von 22'000 Franken aus Spenden von Privatpersonen und Unternehmen stammen. Das Geld soll insbesondere über die persönliche Website von Valérie Dittli einbezahlt worden sein. (sda)
