Trotz Maisanos hohen Einnahmen am USZ: Uni Zürich erhielt davon fast nichts
Der Skandal um Herzchirurg Francesco Maisano zieht weiter seine Kreise: Während Maisano selbst von millionenschweren Implantat-Patenten profitierte, erhielt die Uni Zürich (UZH) nur 150'000 Franken. Und das, obwohl das Universitätsspital Zürich (USZ) die Entwicklungen öffentlich als grossen Forschungserfolg präsentierte. Darüber berichtet der SonntagsBlick.
Der frühere Herzchirurgie-Chef Francesco Maisano war während seiner Zeit am USZ zwischen 2014 und 2020 nicht nur Mediziner und Professor, sondern auch an mehreren Medtech-Firmen beteiligt. Besonders lukrativ waren die Implantate Cardioband und Cardiovalve, deren Lizenzrechte später für Hunderte Millionen Franken verkauft wurden.
Beim Cardioband zeigte sich, dass es schwere Komplikationen verursachen konnte. Trotzdem wurde es vom damaligen USZ-Direktor Gregor Zünd zum Jahresbericht 2016 ausdrücklich als Forschungserfolg am Unispital gelobt.
In einem Interview mit der NZZ am Sonntag sagte Maisano am vergangenen Wochenende, dass die Universität einen Anteil an den Einnahmen aus seinen Kooperationen mit der Industrie erhalten habe.
Die UZH kann das laut dem «SonntagsBlick» nicht bestätigen. Aus der Verwertung des Cardiobands habe die Uni «nichts erhalten, da die erfinderischen Beiträge von Professor Maisano vor seiner Zeit in Zürich entstanden sind», teilt Sprecherin Nathalie Huber der Zeitung mit. Die Patente dafür seien nicht im Besitz der Universität, sondern gehörten Dritten. Für Beteiligungen Maisanos an anderen Lizenzen, die von der UZH angemeldet worden seien, habe diese bislang insgesamt 150'000 Franken erhalten.
Verglichen mit den dreistelligen Millionensummen rund um Maisanos Implantate wirkt dieser Betrag verschwindend klein – und steht im Widerspruch zu Maisanos Aussagen. Der Herzchirurg nahm auf Anfrage vom «Blick» keine Stellung. (hkl)
