Thurgauer Spitäler wollen sich am Spital Wetzikon beteiligen
Das Angebot traf am 10. Juli in Wetzikon und bei den Eigentümergemeinden des Spitals Wetzikon ein. Über die Höhe des geplanten Anteils und zu finanziellen Details machten die Thurgauer in ihrer Medienmitteilung vom Montag aber noch keine Angaben.
Details sollen erst im Spätsommer publik gemacht werden, wenn die Zürcher Aktionärsgemeinden das Angebot geprüft haben. Danach entscheiden die Gläubiger. Der definitive Entscheid folgt dann voraussichtlich im Spätherbst.
Erhalten die Thurgauer den Zuschlag, soll das Spital Wetzikon weiterbetrieben werden wie bisher: Es sei das Ziel, langfristig eine wohnortnahe Spitalversorgung im Oberland zu sichern, schreiben sie.
Gespart werden soll hingegen über Zusammenarbeit: «Nicht jedes Spital muss alles allein anbieten», wird Thurmed-Chef Rolf Zehnder in der Mitteilung zitiert. Thurmed bündle Aufgaben, die nicht jedes Haus selber erledigen müsse.
Dazu gehören etwa die Informatik, Finanzen oder Infrastruktur. Aber auch klinische Bereiche wie Radiologie, Pathologie und Labor teilen sich die angeschlossenen Spitäler.
Keine Zürcher Patienten im Thurgau
Gegenseitige Zuweisungen sind mit dem Angebot der Thurgauer aber nicht vorgesehen. Zürcher Patienten sollen also nicht im Thurgau behandelt werden und umgekehrt.
Thurmed gehört vollständig dem Kanton Thurgau. Zum Verbund gehören die Spitäler in Frauenfeld und Münsterlingen, die Psychiatrie Münsterlingen, die Rehaklinik Diessenhofen sowie mehrere Radiologiestandorte und eine Spitalapotheke. Diese beliefert bereits die Zürcher Spitäler in Uster und Männedorf.
Überraschendes Angebot
Das Angebot aus dem Thurgau kommt überraschend. Zuletzt hatten Meldungen kursiert, dass die Aevis-Victoria-Tochter Swiss Medical Network an einer Übernahme interessiert sei. Unklar ist bei diesem Angebot jedoch, ob kantonale Leistungsaufträge auf die neue Betreibergesellschaft übertragen werden könnten.
Die Aktionärsgemeinden haben inzwischen – unabhängig von den Angeboten – neues Kapital für das schlingernde Spital versprochen: Die noch elf Trägergemeinden werden gemeinsam 50 Millionen Franken an die Rettung beisteuern. Das Spital ist noch bis am 19. Dezember in Nachlassstundung. Bis dann muss eine Lösung gefunden sein.
Das Oberländer Spital geriet in finanzielle Schieflage, weil es eine Anleihe in der Höhe von 170 Millionen Franken nicht zurückzahlen konnte. Das Geld wurde im Jahr 2014 für die Realisierung des geplanten Neubaus aufgenommen. Der Kanton Zürich lehnte jegliche Hilfe ab, weil das Spital Wetzikon nicht unverzichtbar sei. (sda)
