Der Spitalverband H+ und der Krankenkassenverband Santésuisse haben die Arbeiten am neuen Tarifwerk der ambulanten Pauschalen beendet. Mit ambulanten Pauschalen sollen standardisierte Eingriffe, Untersuchungen und Behandlungen einfach erfasst und abgegolten werden.
Für das schweizerische Gesundheitswesen sei dies ein wichtiger Meilenstein, teilten H+ und Santésuisse am Montag mit. Die Tarife deckten künftig rund die Hälfte des Volumens im ambulanten Spitalbereich ab und könnten laufend ausgebaut werden.
Vorteil für alle Beteiligten sei, dass dank pauschalen Vergütungen die gleichen Leistungen künftig immer gleich bewertet würden, hiess es weiter. «Dadurch wird die effiziente Erbringung von Leistungen belohnt.»
Ausserdem eliminieren die Pauschalen laut der Mitteilung Fehlanreize, die der heutige Einzelleistungstarif mit sich bringt. Bei der Anwendung von ambulanten Pauschalen müsse nun nicht mehr jede einzelne Leistung erfasst werden. Vielmehr seien alle Leistungen, wie Behandlungen, Material und Medikamente in einer Pauschale abgebildet und würden entsprechend vergütet.
Als Grundlage für die Entwicklung der ambulanten Pauschalen dienten laut H+ und Santésuisse die Leistungs- und Kostendaten aus fast einer Million Fälle, die von rund 30 Spitälern zur Verfügung gestellt wurden. «Damit ist die Datenbasis der ambulanten Pauschalen so umfassend wie in keinem anderen ambulanten Tarifwerk.»
Nun lasse sich in Kombination mit dem Einzelleistungstarif Tardoc ein kohärenter Arzttarif für die Zukunft etablieren, schrieben die Verbände weiter. Tardoc ist ein neues Tarifsystem für ambulante Leistungen, die jedoch nicht pauschalisiert werden können.
Mit dem neuen Tarifwerk der ambulanten Pauschalen und dem Tardoc liegen alle Elemente vor, «um eine gemeinsame Eingabe eines kohärenten Tarifsystems» für den ambulanten Tarif gemäss den Vorgaben des Bundesrats vorzunehmen, wie es in der Mitteilung heisst. (saw/sda)