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Praktikanten stellten ADHS-Diagnosen an Basler Klinik

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Die Verschreibung von ADHS-Medikamenten hat sich in den letzten Jahren fast verdoppelt.Bild: Shutterstock

Praktikanten stellten ADHS-Diagnosen an Basler Klinik

Die Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK) haben laut der «NZZ am Sonntag» jahrelang ADHS-Abklärungen weitgehend an Studierende delegiert. Der UPK sind derzeit keine Fälle bekannt, in denen es aus diesem Grund zu einer Fehldiagnose gekommen ist, wie sie am Sonntag mitteilten.
16.08.2026, 16:3516.08.2026, 16:35

Die «NZZ am Sonntag» hatte unter Berufung auf ehemalige Praktikanten berichtet, dass diese Patientinnen und Patienten teils praktisch im Alleingang auf ADHS abgeklärt und Diagnosevorschläge erstellt hätten. Eine leitende Psychologin habe die Diagnosen anschliessend verantwortet, obwohl sie die Patienten nicht persönlich gesehen habe.

Psychologiepraktikantinnen und -praktikanten würden im Rahmen ihrer Ausbildung in standardisierte diagnostische Erhebungsschritte einbezogen, schreiben die UPK am Sonntag dazu. Entscheidend für dessen Qualität seien die fachliche Supervision, die diagnostische Gesamtbeurteilung und die Verantwortung qualifizierter Fachpersonen.

«Die UPK überprüfen derzeit sorgfältig die konkrete Ausgestaltung der damaligen Abläufe und insbesondere der fachlichen Supervision», heisst es in der Mitteilung weiter. Die UPK würden die Ergebnisse der Abklärungen sorgfältig auswerten und transparent über allfällige weitere Schritte informieren.

Auch die in der «NZZ»-Berichterstattung aufgeworfenen Fragen zur Abrechnung wollen die UPK dabei abklären. Laut der «NZZ am Sonntag» hält der Krankenversichererverband Prioswiss eine Abrechnung über die Grundversicherung für unzulässig, wenn Praktikanten die Leistungen erbracht haben.

Verbesserungen eingeleitet

Bereits vor der aktuellen Berichterstattung hätten die UPK Verbesserungen in diesem Bereich eingeleitet, heisst es von Seiten der UPK weiter. Die fachliche Begleitung der Praktikantinnen und Praktikanten sei intensiviert worden, und die Fallbesprechungen würden heute durch die neue psychologische Co-Leitung durchgeführt. Zudem sei ein weiterer Ausbau der fachpsychologischen und ärztlichen Ressourcen vorgesehen.

Eine ADHS-Diagnose hat für die Betroffenen oft weitreichende Folgen. Sie kann zum Anspruch auf Nachteilsausgleich in der Ausbildung oder im Studium führen. Und oft zur jahrelangen Einnahme von Medikamenten. Zwischen 2020 und 2024 hat sich in der Schweiz die Verschreibung von ADHS-Medikamenten fast verdoppelt. ADHS-Medikamente verschreiben aber Ärzte und nicht Psychologen. (sda)

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70 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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000748.db8341bd@apple
16.08.2026 17:37registriert Juli 2021
Hintergrund: iv akzeptiert nur testpsychologische abklärungen vom Kjpd. Wir niedergelassenen Ärzte diagnostizieren das klinisch. Testpsychologie kann von jedem geschulten Laien gemacht werden. Spuckt dann aus ob über oder unter Grenzwert. Wartezeit aktuell ca 1jahr. Absolut sinnvoll diese eher stupide Aufgabe von psy Praktikanten machen zu lassen. Das Urteil, wie das gewichtet und behandelt werden muss, müssen dann Fachärzte machen. Das ist ein shitstorm für nichts. Hauptsache kein Plan und sich mal medial entrüsten.
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maristo
16.08.2026 17:19registriert Mai 2021
Scheint verständlicherweise ein heikles Thema für viele zu sein.
Aber nur zum Vergleich: In Uni-Spitalen übernehmen angehende Ärzte/innen auch Aufgaben, für die sie eigentlich noch nicht ausgebildet sind nach den Studium. Wieso sollte das bei Psychologen nicht auch OK sein für gewisse Aufgaben? Das war ja nur eine Testung und noch keine offizielle Diagnose - sondern nur ein Vorschlag, den sie erstellt haben.
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Mme P
16.08.2026 21:33registriert Juni 2020
Also der letzte Abschnitt ist viel zu reisserisch. Niemand nimmt nach einer solchen Diagnose "jahrelang Medikamente" ohne Therapie und weitere Abklärungen bei Fachperson. Den standardisierten Test kann praktisch jede etwas geschulte Person durchführen.
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