Wirtschaft
Forschung

Kosten für Krankenkassen: Psychotherapie hilft Menschen und Wirtschaft

Psychotherapien nutzen vielen – nur nicht den Krankenkassen

Eine neue Studie zeigt, dass die Kosten für die Krankenkassen bezüglich Psychotherapien massiv gestiegen sind. Gleichzeitig bringen die Therapien aber sowohl der Gesellschaft als auch der Wirtschaft einen grossen Nutzen.
13.05.2026, 10:1713.05.2026, 10:17

Allein im Jahr 2024 übernahmen die Krankenkassen über 900 Millionen Franken an Kosten für Psychotherapien. Das Lausanner Forschungszentrum Unisanté hat nun den Nutzen untersucht. Und es kommt zum Schluss: Auch wenn die Krankenkassen mehr Kosten haben, der Nutzen für Wirtschaft und Gesellschaft ist deutlich.

Untersucht wurde laut Radio RTS das Kosten-Wirkungs-Verhältnis im Vergleich: Psychotherapie, Behandlung durch Hausärzte, Medikamente oder gar keine Behandlung. Die Analyse zeigt, dass die Psychotherapie in 78 Prozent der Fälle günstig abschneidet. Bei Angst- und Depressionsstörungen sind es sogar 89 Prozent der Fälle.

Der Grund: Besuchen Patienten eine Psychotherapie, statt zum Hausarzt zu gehen, Medikamente zu nehmen oder gar nichts zu unternehmen, können Folgekosten vermieden werden. Oder anders gesagt: «Man spart Geld, weil man Fälle verhindert, die teurer und auch komplizierter für die Gesellschaft sind», sagt Studienleiter Mauricio Avendano zu RTS. Auch die Arbeitsfähigkeit werde dadurch erhöht, Betroffene seien produktiver und fehlten seltener.

Unisanté ist gleichzeitig davon überzeugt, dass der einfachere Zugang zur Psychotherapie auch mehr Betroffene dazu bewege, sich behandeln zu lassen.

FDP-Nationalrat übt Kritik

Etwas anders sieht es FDP-Nationalrat Philippe Nantermod. «Jedes Mal, wenn wir eine zusätzliche Leistung in die Grundversicherung aufgenommen haben, sind die Gesundheitskosten zulasten der Krankenkassenprämien deutlich gestiegen», sagt er zu RTS. Und das bedeute für alle am Ende höhere Prämien. Mit einer Motion will er deshalb die Vergütung von Psychotherapien wieder aus der Grundversicherung kippen.

Psychotherapien können nämlich seit 2022 einfacher über die Grundversicherung der Krankenkassen abgerechnet werden. Seither sind die Kosten, die von den Versicherern übernommen werden, massiv oder genauer gesagt um 75 Prozent gestiegen, wie RTS berichtet. (vro)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Wenn Essen Angst macht – 14 sehr spezifische Food-Phobien
1 / 15
Wenn Essen Angst macht – 14 sehr spezifische Food-Phobien
1. Alektorophobia: Freilich sind alle hier aufgelisteten Phobien eher selten. Alektorophobia, etwa, ist die Angst vor Hühnern und Pouletfleisch.
quelle: chicken.ca / chicken.ca
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Kinder tanzen und singen als Therapie
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
29 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Statler
13.05.2026 11:10registriert März 2014
Klar sind die Kosten gestiegen. Denn jetzt können auch Menschen eine Psychotherapie machen, die das vorher nicht konnten, weil sie es selbst hätten zahlen müssen.

Ich bin jedenfalls sehr froh, dass die Kasse meine Therapie übernimmt. Sie hat mir - buchstäblich - das Leben gerettet.
664
Melden
Zum Kommentar
avatar
Garp
13.05.2026 11:10registriert August 2018
Hat da jemand die Studie bei dem Titel nicht verstanden? Langfristig nutzt das den Krankenkassen sehr viel.
416
Melden
Zum Kommentar
29
Amazon holt in der Schweiz 2,82 Milliarden für sein Geschäft
Amazon holt sich in der Schweiz Milliarden Franken für sein Geschäft. Am Dienstag hat der Handels- und Technologiekonzern in sechs Tranchen mit unterschiedlichen Laufzeiten total 2,82 Milliarden Franken aufgenommen.
Zur Story