Schweiz
Gesundheit

Ergänzungsleistungen: Freie Arztwahl soll eingeschränkt werden

Nationalrat will freie Arztwahl für EL-Bezüger einschränken

14.09.2026, 20:0714.09.2026, 20:07

Personen, die ihre Krankenkassenprämien nicht selbst bezahlen, sollen nach dem Willen des Nationalrats ein alternatives Versicherungsmodell wählen und auf die freie Arztwahl verzichten müssen. Er hat am Montag einen entsprechenden Vorstoss angenommen.

Mit 130 zu 85 Stimmen ohne Enthaltungen hiess die grosse Kammer die Motion des St. Galler FDP-Nationalrats Marcel Dobler gut. Als Nächstes muss sicher der Ständerat damit befassen.

Kantone könnten jetzt schon einschränken

Konkret geht es in der Motion um Personen im Asylprozess sowie Bezügerinnen und Bezüger von Sozialhilfe sowie von Ergänzungsleistungen. Dobler argumentierte im Rat, Hausarztmodelle, Telmed oder Ähnliches seien für die allgemeine Bevölkerung längst der Standard: «Was für 80 Prozent der Bevölkerung gut genug ist, sollte auch für Personen gelten, die ihre Prämien nicht selbst bezahlen.» Er verwies auf das durch die Massnahme entstehende Sparpotential.

Sozialministerin Elisabeth Baume-Schneider verwies vergeblich darauf, dass die Kantone für Asylsuchende die freie Wahl des Versicherers schon heute einschränken könnten. Auch bei der Berechnung der Höhe von Ergänzungsleistungen gebe es Beschränkungen, bis zu welchem Wert eine Prämie angerechnet werden könne.

Für ältere Menschen in Heimen oder Personen mit Beeinträchtigungen könnte die Verpflichtung zudem in der Praxis zu einem Leistungsabbau führen, warnte Baume-Schneider ohne Erfolg. (sda)

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34 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Kiakira
15.09.2026 07:43registriert Oktober 2015
Traurig, dass EL-Bezüger in den gleichen Topf geworfen werden, wie Sozialhilfeempfänger und Asylbewerber. Immerhin kommt die EL aus der AHV/IV und wurde eingeführt, weil die Rente nicht existenzsichernd ist.
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Mauz
15.09.2026 06:00registriert Mai 2026
Ein einziges Trauerspiel. EL bekommen Menschen deren Rente nicht zum Überleben reicht. Die sind eh schon am untersten minimum. Aber anstatt die zu stärken, damit sie ein einigermassen vernünftiges Leben führen können, belastet man sie.

13. AHV ist die dümmste Entscheidung ever. 80% brauchen es nicht. Denen die es brauchen bringt es quasi nix, da wird die EL gekürzt.

All die Leistungserbringer, die hunderte Millionen unterschlagen, wettbewerb unter den KK, etc. verschlingen Milliarden. Anstatt tatsächlich etwas am system zu ändern hacken wir auf den schwachen herum. Es ist echt zum kotzen!
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Bluedog5420
15.09.2026 01:27registriert Dezember 2024
Jetzt reichts langsam aber sicher. "An jeder Ecke" Sozialleistungen einschränken. Jetzt auch noch bei der EL. Gleichzeitig andernorts halbe Millliarden "verschenken" unter irgend einem Deckmantel. Sind sich unsere Politiker bewusst, was sie damit "anrichten"? Ein gutes Drittel der Schweizer hat zu wenig. Menschen die grossteils hart gearbeitet haben. Man kann einen Staat auch am falschen Ort "kaputtsparen". Man muss sich nicht fragen, wenn in einem solchen Umfeld der Extremismus zunimmt. Oder ist es politisches Kalkül?! Wollen gewisse Kreise den Staat auf diese Weise destabilisieren?!
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