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Google-Mitarbeiter hat mit Insiderwissen auf Polymarket gewettet

Das Hauptgebaeude der Google Schweiz an der Europaallee in Zuerich, aufgenommen am Dienstag, 10. September 2019. (KEYSTONE/Ennio Leanza)
Das Hauptgebäude von Google Schweiz an der Europaallee in Zürich.Bild: Keystone

Insiderverdacht bei Google: Mitarbeiter soll in Zürich mit Suchdaten gewettet haben

In New York wurde ein Google-Mitarbeiter aus Zürich verhaftet. Ihm wird vorgeworfen, anhand geheimer Suchdaten auf der Prognoseplattform Polymarket gewettet und dabei über eine Million verdient zu haben.
13.06.2026, 09:3813.06.2026, 09:38

Ein anonymer Trader hat im vergangenen Herbst unter dem Pseudonym «AlphaRaccoon» auf künftige Google-Suchtrends gewettet – und soll dabei auffällig oft richtig gelegen haben. Das berichten am Samstag die Tamedia-Zeitungen.

Bei dem Mann könnte es sich demnach um den 36-jährigen Google-Mitarbeiter Michele Spagnuolo handeln, der vor einigen Tagen in New York verhaftet wurde. Ihm werden Rohstoffbetrug, Überweisungsbetrug sowie Geldwäscherei zur Last gelegt.

Auf der Wettplattform Polymarket soll der Mann Wetten im Wert von insgesamt über zwei Millionen US-Dollar platziert haben. Rund 1,2 Millionen Gewinn seien dabei herausgesprungen.

Auf Personen im Jahresrückblick gewettet

Laut Tamedia hat er das folgendermassen geschafft: Anhand von Insiderwissen habe der Google-Mitarbeiter gewusst, wer im jährlich erscheinenden Google-Rückblick der meistgesuchten Personen erscheinen werde – und wer nicht. Auf beides habe der 36-Jährige viel Geld gewettet: 10'000 Dollar auf den wegen Mordes angeklagten Rapper D4vd, zum Beispiel, aber auch Zehntausende Dollar darauf, dass Donald Trump oder Papst Leo II. nicht die meistgesuchte Person des Jahres sein werde.

Dabei habe der Mann vor dem offiziellen Erscheinen der Liste herausgefunden, dass Rapper D4vd den Sänger Kendrick Lamar als meistgesuchte Person abgelöst hatte.

Von Google freigestellt

Spagnuolo soll im Dezember letzten Jahres seine Spuren verwischt haben, die FBI-Ermittler seien ihm jedoch anhand eines Kryptokontos, das er mit seinem italienischen Ausweis eröffnet haben soll, auf die Schliche gekommen. Mittlerweile hat Google den Mann freigestellt. Vertrauliche Informationen für Wetten zu nutzen, sei ein schwerer Verstoss gegen die internen Richtlinien, so eine Google-Sprecherin.

Der 36-Jährige war zuvor über zehn Jahre beim Konzern in Zürich angestellt gewesen, zuletzt als Staff Information Security Engineer.

Polymarket, wo der Mann seine Wetten platziert hatte, ist ein sogenannter Prognosemarkt, auf dem Nutzerinnen und Nutzer auf den Ausgang realer Ereignisse aller Art spekulieren können. Die Plattform basiert auf Kryptowährung. (lak)

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