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USA Krieg gegen den Iran: Polymarket-Insider tippt auf Frieden - heute

US-Krieg gegen den Iran: Polymarket-Insider tippt 16'000 Dollar auf heutigen Frieden

Dank Prognosemärkten kann man heute auf Krieg und Frieden wetten. Das ist in vielerlei Hinsicht problematisch. Nicht aber für die Familie Trump. Sie profitiert wieder einmal.
31.03.2026, 16:3931.03.2026, 16:46

Ein Polymarket-User, der verdächtigt wird, mit Insiderwissen über 1.2 Millionen Dollar verdient zu haben, wettet eine grosse Summe auf die heutige Verkündung eines Waffenstillstands. Die Wette läuft morgen um 5:59 Uhr ab.

Der Account mit dem Namen «Magamessi» wettete auf der Plattform Polymarket vor fünf Tagen knapp 16'000 Dollar auf «Frieden bis am 31. März 2026». Weitere 10'500 setzte er auf «Frieden bis am 15. April» und knapp 9000 auf «Friede bis am 30. April». Die Angaben konnten nicht unabhängig verifiziert werden. Namen können auf Polymarket beliebig verändert werden.

Verkünden heute beide Seiten einen offiziellen Waffenstillstand, gewinnt Magamessi sämtliche drei Wetten und sehr viel Geld – und die Welt wieder etwas Ruhe.

Prognosemärkte sind in den letzten Jahren stark aufgekommen. Sie sind vergleichbar mit Wettbüros. Teilnehmer können Coupons für das Eintreten eines Events kaufen. Diese können gehandelt werden und gewinnen oder verlieren – je nach Entwicklung der Dinge – an Wert. Wer heute beispielsweise darauf wettet, dass US-Bodenpersonal noch im März (also in den nächsten Stunden) im Iran einmarschiert, kriegt den Coupon für 2.5 Cent. Wer dagegen wettet, muss 97.5 Cent berappen. Anders sieht es für den April aus. Die Chance, dass dasselbe Event im nächsten Monat eintrifft, steht laut Polymarket bei 65 Prozent (65 Cent für einen Ja-Coupon, 36 kostet ein Nein). Aktuell geht eine deutliche Mehrheit der User also davon aus, dass die USA auch mit Bodentruppen im Iran Krieg führen werden.

Die Benutzung von Prognosemärkten fällt in der Schweiz unter das Geldspielgesetz. Der Aufruf von internationalen Marktleadern wie Polymarket und Kalshi wird in der Schweiz blockiert.

Die Idee hinter den Prognosemärkten ist, anhand der Marktdynamik der eingehenden Wetten Voraussagen zum Eintreten gewisser Ereignisse machen zu können. Die Genauigkeit der Prognosemärkte ist mitunter erstaunlich. Bei Voraussagen für politische Wahlen beispielsweise konkurrieren sie bereits stark mit klassischen Umfragen.

Das Benutzerkonto Magamessi gehört zu einem Netzwerk aus sechs verschiedenen Accounts, welches auf Polymarket seit 2024 mit einer Genauigkeit zwischen 80 und 90 Prozent über 1.2 Millionen Dollar verdiente. Die individuellen Konten – alle anonym – tippten ausschliesslich auf Luftschläge auf den Iran, ausgeführt sowohl von Israel als auch den USA. Eine Analyse der darauf spezialisierten Firma Bubblemaps zeigte, dass es zwischen den Accounts diverse Verbindungen gibt. Sämtliche Indizien deuten darauf hin, dass es sich dabei um einen einzelnen Nutzer mit Insiderwissen handelt. Alles in allem wetten die sechs Accounts mit über 100'000 Dollar auf Frieden – mehrheitlich auf den 31. März 2026.

Um Geschmacklosigkeit kümmert sich das Geschäft indes nicht. So konnte auch auf die «Entfernung» von Ajatollah Chamenei getippt werden.

Wie alle guten Ideen muss die Menschheit auch diese ad absurdum führen – heute kann man beispielsweise darauf tippen, dass Looksmaxxer Clavicular der nächste Ayatollah im Iran wird.

Die Chancen dafür stehen unter einem Prozent – trotzdem wurde auf die Gaga-Wette über 1 Million Dollar gesetzt. Der Verdacht der Geldwäsche liegt auf der Hand.

Etwas weniger gaga, dafür aber problematisch sind Wetten à la: «Welcher Charakter stirbt in der fünften Staffel von ‹The Boys›». Warum? Weil mindestens die Drehbuchautoren, sämtliche Schauspieler und ein Haufen Beteiligter bereits über diese Informationen verfügen.

Ähnlich verhält es sich bei strategischen Entscheidungen der US-Regierung. Auch hier sind diverse Leute involviert. Donald Trumps lockeres Mundwerk erweitert diesen Kreis fast noch beliebig. Dank der Prognosemärkte lässt sich so fast jedes Insiderwissen der US-Regierung monetarisieren. Genau das passiert auch.

Am Nachmittag des 2. Januars wettete eine anonyme Person mit einem kurz zuvor erstellten Konto auf Polymarket 32'537 Dollar darauf, dass Nicolas Maduro am 31. Januar nicht mehr im Amt sei. Wenige Stunden später gab US-Präsident Trump die Festnahme des venezolanischen Machthabers bekannt. Weil zu dem Zeitpunkt nur wenige damit gerechnet hatten, belief sich der Gewinn des Unbekannten auf 436'000 Dollar.

Im Mai 2025 benutzte Nazisympathisant Kyle Langford die Plattform Kalshi, um 200 Dollar auf seine eigene Kandidatur als Gouverneur von Kalifornien zu wetten – die er dann auch gleich bekannt gab. Er wurde für 5 Jahre gesperrt und erhielt eine Busse von 2200 Dollar. Auch ein Produzent des weltweit erfolgreichsten YouTubers Mr. Beast wurde gesperrt. Auch er benutzte Insiderinformationen für Wettgewinne.

Die Prognosemärkte sind öffentlich. Auch ausländische Behörden studieren die Bewegungen der Märkte – und ziehen daraus ihre Schlüsse, wenn wieder eine auffällige Wette deponiert wird. Man könnte meinen, es sei deshalb im grössten Interesse der US-Regierung, die Insider-Wetterei zu stoppen. Doch das ist nicht so. Trotz immer lauter werdender Rufe nach Regulierungen setzt die aktuelle US-Regierung bei den Anbietern auf Selbstregulierung. «Das ist, als ob man sie mit einer nassen Nudel auspeitschen würde», kommentierte Chris Ehrman bei NBC News die «Massnahme» süffisant. Anwalt Ehrman kennt sich aus. Er leitete die Whistleblower-Stelle der US-Futures- und -Optionen-Trading-Behörde.

Keine Regulierungen helfen vor allem den Anbietern – und der Familie Trump. Donald Trump Jr., der älteste Sohn des Präsidenten, ist über seine Investmentgesellschaft an Polymarket beteiligt. Gleichzeitig agiert er als strategischer Berater beim grössten Konkurrenten Kalshi.

Unter Joe Biden war es US-Bürgern verboten, auf Polymarket zu wetten. Ein entsprechendes Gerichtsverfahren wurde unter Donald Trump fallengelassen.

Wer sich hinter den Insider-Accounts in Sachen Iran-Krieg befindet, ist bis heute unbekannt. Zur Eröffnung eines Accounts wird bei Polymarket nur ein Krypto-Wallet benötigt. Damit lässt sich in Sekundenbruchteilen ein Benutzerkonto eröffnen. Krypto-Wallets sind anonym.

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Die beliebtesten Kommentare
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Lohner
31.03.2026 16:36registriert August 2025
„Dank Prognosemärkten kann man heute auf Krieg und Frieden wetten. Das ist in vielerlei Hinsicht problematisch. Nicht aber für die Familie Trump. Sie profitiert wieder einmal.“

Trump und seine Familie gewinnen IMMER. Wann hört dieses Theater mit dieser Regierung im Amiland endlich auf.
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