«Wollte neu starten in der Schweiz»: M.S. starb bei Rave in Aarau
Der Tod der Italienerin M.S. erschüttert Atri, wo die 22-Jährige auf die Welt kam und ihre Kindheit verbrachte. Atri liegt in der mittelitalienischen Region Abruzzen und hat knapp 10'000 Einwohnerinnen und Einwohner.
Die Anteilnahme in Italien ist gross. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bekundete in einem Post auf X ihr Beileid. «Ich möchte mein tiefstes Mitgefühl für den Tod von M. S. ausdrücken», schrieb Meloni.
Schwierige Vergangenheit
M.S. kam erst vor wenigen Monaten in die Schweiz, wie die «Repubblica» berichtet. Sie zog nach Oftringen, wenige Kilometer von Aarau entfernt, und hielt sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. M. arbeitete als Kellnerin, stand hinter der Theke in Bars. Schon in Italien half sie im Food Truck der Familie aus, sagt ein Freund.
Gemäss Informationen der «Repubblica» entstammte M. schwierigen Verhältnissen. Sie wuchs mit getrennten Eltern auf, viel Geld war nie vorhanden, berichten Freunde. M. wollte in der Schweiz einen Neuanfang wagen.
«Schon in der Schule sagte sie immer, dass ihr die Abruzzen zu eng seien und sie wegwill», erinnert sich ihr Lehrer in Atri. «Ich habe sie als willensstarke Frau mit klaren Zukunftsvorstellungen in Erinnerung».
Herz für Kinder
«Sie hatte trotz ihrer schwierigen Lebensgeschichte immer ein Lächeln auf den Lippen», sagt ein Freund gegenüber dem «Corriere della Sera». Er wohnte während knapp eines Jahres in der gleichen Siedlung wie M. «Sie war ruhig, liebenswert und leidenschaftlich».
Er habe gewusst, dass sie sich in einer schwierigen Lage befinde, erzählt der Freund – und zu helfen versucht: «Manchmal haben wir für sie eingekauft, manchmal haben wir ihr einfach Gesellschaft geleistet», erinnert er sich.
Umso mehr habe es ihn berührt, zu sehen, dass M. – obwohl selbst oft knapp bei Kasse – immer das Geld gehabt habe, um den Nachbarskindern kleine Geschenke zu machen. «Sie hat auch oft mit ihnen gespielt. Sie liebte Kinder.» Ihre Grosszügigkeit habe nicht davon abgehangen, wie gut es ihr selbst gerade finanziell ging.
«Verpasste keine Party»
Musik sei ihre grosse Leidenschaft gewesen, sagt der Freund und Nachbar: «Wenn irgendwo ein Konzert stieg, versuchte sie, dort zu sein. Sie verpasste keine Party, war oft mit Freundinnen und Freunden unterwegs». Einen der DJs, der am Aarauer Rave auflegte, kannte sie persönlich.
Insbesondere Techno hatte es M. angetan. Während eines solchen Techno-Raves verstarb die 22-Jährige in der Nacht auf Sonntag.
Hilfe für gewaltbetroffene Personen
In allen Kantonen gibt es zudem Beratungsstellen, die Opfer von häuslicher Gewalt weiterhelfen. Alle Angebote findest du hier.
Zuflucht für volljährige Frauen und deren Kinder, die von körperlicher, psychischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen sind, gibt es in diversen Frauenhäusern in der Schweiz. Weitere Informationen findest du hier.
Zuflucht für Männer, die von psychischer oder physischer Gewalt betroffen sind, gibt es in den Einrichtungen von Zwüschehalt. Weitere Informationen findest du hier.
Im Schlupfhuus finden Kinder und Jugendliche Zuflucht und Ansprechpersonen. Weitere Informationen findest du hier.
Zuflucht für minderjährige Mädchen gibt es im Mädchenhaus. Weitere Informationen findest du hier.
Die Dargebotene Hand bietet Gespräche und anonyme Beratungen rund um die Uhr an. 📱142 / www.143.ch
Für Jugendliche gibt es das gleiche Angebot von Pro Juventute. 📱147 / www.147.ch
Die LGBT+-Helpline bietet Hilfe und Unterstützung für queere Menschen. 📱0800 133 133 / www.lgbt-helpline.ch
