Kanada: Schweizer Demo-Angreifer schiebt Schuld auf Blutzucker
An der Verteidigungskonferenz CANSEC in Ottawa 2024 attackierte ein Schweizer Staatsbürger und Mitarbeiter der Rüstungsfirma Rheinmetall eine 21-jährige kanadische Demonstrantin. Nun droht ihm Zeit hinter Gittern. Vor Gericht machte der 58-Jährige seinen tiefen Blutzucker und seine posttraumatische Belastungsstörung aus dem Militär für die Tat verantwortlich und forderte Straferlass. Das berichtet CBC News.
Die Frau demonstrierte vor der Konferenz gegen den Krieg im Gazastreifen. Dort traf sie auf den Mitarbeiter der Rüstungsfirma, welchem sie vorwarf, «aktiv einen Genozid zu unterstützen», schreibt «CBC News». Daraufhin schlug er ihr mit der Faust ins Gesicht. Der Mann wollte wieder zur Konferenz zurückkehren, wurde aber von der Polizei verhaftet.
Die geschädigte Frau sagte vor Gericht aus, sie sei Opfer eines «gezielten Angriffs geworden, der darauf abzielte, mich zu verletzen und mundtot zu machen», schreibt «CBC News».
In seinem Plädoyer verwies der Schweizer auf die Aussagen seines Psychiaters. Laut Psychiater war dieser aufgrund seines tiefen Blutzuckers «reizbar» geworden. Seine frühere militärische Erfahrung habe bei ihm eine posttraumatische Belastungsstörung hinterlassen, insbesondere eine Angst vor Menschenmengen. Bereits während der Gerichtsverhandlung hätten die vielen Unterstützer und Unterstützerinnen des Opfers im Saal in ihm Angst ausgelöst.
Der führende Staatsanwalt entgegnete dem jedoch, dass die Diagnose lediglich auf Informationen des Angeklagten beruhe. Die Ergebnisse des Arztes tat er als Täter-Opfer-Umkehr und antipalästinensische Vorurteile ab. (nil)
