Essen direkt zum Sitzplatz: Das neue Kinokonzept in Zürich
Das Kinokoni an der Zürcher Europaallee wird zum Wohnzimmer. Neu können dort Filmliebhaberinnen und Filmliebhaber Fingerfood und Drinks per QR-Code bequem vom Kinosessel aus bestellen. Die Bestellung wird dann auch gleich dort serviert.
Wer nun aber Angst hat, während des Films dauernd von umherlaufenden Servicekräften gestört zu werden, kann beruhigt aufatmen. Serviert wird vor dem Film, während des Vorprogramms und in der Pause. Auf der Menukarte stehen neben Popcorn mit verschiedenen Würzungen sowie Nachochips auch unkonventionelle Kinosnacks wie Pinsa, Hummus mit Dukkah und Burek Cigars. Fries gibt es klassisch, mit Trüffel oder in Süsskartoffelversion.
Und auch für den Nachtisch ist mit Lavakuchen, Glace oder Zuckerwatte gesorgt. Der Durst wird mit Milkshakes, Cocktails oder Softdrinks gelöscht. Von den Preisen her erlebt man keine Überraschungen. Die Pinsa gibt es beispielsweise ab 16 Franken, den Cocktail ab 12 Franken.
Ein Kinoabend wird so gleichzeitig zum Znacht und Barbesuch. «Die Idee hinter dem Konzept war, die Abhängigkeit vom Film zu verringern. Im Mittelpunkt sollte vielmehr das Erlebnis stehen, gutes Essen in Kombination mit einem Kinobesuch zu geniessen», meint Inhaber Konrad Schibli gegenüber watson.
Unternehmen in dritter Generation
Hinter dem neuen Kinokonzept steht ein Schweizer Familienunternehmen, das fast 100 Jahre im Kinogeschäft tätig ist. Heute wird das Unternehmen in dritter Generation von Konrad Schibli geführt. Mit Kinofilmen ist er aufgewachsen. Schon als Kind riss er im Kino seiner Eltern die Billette ab und wies Plätze an. Nach seiner Kochlehre studierte er in Los Angeles Filmwirtschaft und führte das Vista Theatre mit 800 Plätzen in Hollywood. Danach machte er sich nach einem kurzen Zwischenstopp in Deutschland in der Schweiz mit seinen Boutique-Kinos einen Namen.
Dritter Standort mit Angebot
Das Kinokoni gibt es bereits seit 2019 in Olten und seit 2025 in Basel. Momentan laufe es sehr gut, wie Schibli gegenüber watson erzählt.
Anders gekommen als gedacht ist es bei den Kinogästen. Ursprünglich hatte Schibli vor allem 25- bis 30-Jährige als Zielgruppe im Kopf. Doch es habe sich gezeigt, dass das Angebot viel breiter ankommt: «Auch viele Teenager und Familien mit Kindern nutzen es.» Für Erwachsene kostet der Eintritt der Kinolounges 22 Franken und für Kinder 16 Franken.
Als Grund für das unkonventionelle Konzept nennt Schibli: «In Grossbritannien und den USA ist die Verbindung von Kino, Gastronomie und persönlichem Service bereits weit verbreitet. Wir fanden die Idee von Anfang an spannend und wollten dieses Kinoerlebnis auch in die Schweiz bringen. Mit den neuen Film-Lounges in Zürich gehen wir diesen Weg nun konsequent weiter.»
Zwei der sechs Kinosäle wurden in die neuen Film-Lounges mit Tischchen und Chaiselongues und Sesseln umgebaut. Das bedeutete: den Abbau von 20 Sitzplätzen pro Saal für mehr Komfort. Platz haben nun rund 60 beziehungsweise 70 Gäste in den zwei Sälen.
Zürich habe sich angeboten, weil das ehemalige Kino Frame zur Verfügung stand. «Zudem ist Zürich eine der wichtigsten Städte der Schweiz. Deshalb war für uns klar, dass wir auch hier präsent sein wollen», erzählt Schibli. Ausweitungen auf weitere Standorte schliesse er nicht aus: «Im Moment müssen wir konsolidieren aber für die Zukunft kann ich mir andere Standorte schon vorstellen.»
