Schweiz
Islam

Burkini-Verbot in Genf: Neue Beschwerden eingereicht

Neue Beschwerden in Genf gegen Burkini-Verbot

15.06.2026, 14:4015.06.2026, 14:40

In Genf wächst der Widerstand gegen das Schwimmbadgesetz, das das Tragen von bedeckenden UV-Schutz-Badekleidern und Burkinis de facto verbietet. Nach Vernier legen nun auch Meyrin, Carouge, Lancy und die Stadt Genf Einspruch gegen diese neue Bestimmung ein.

ARCHIV - Eine muslimische Schülerin sitzt am 23.06.2009 in einem Ganzkörper-Badeanzug (Burkini) am Rande eines Schwimmbeckens. Zwei muslimische Eltern aus Basel wehren sich vor dem Europäischen Mensch ...
Der Umgang mit Burkinis sorgt in Genf für Diskussionen.Bild: DPA dpa

Die vier Gemeinden sind der Ansicht, dass dieses Gesetz mit den Zielen der öffentlichen Gesundheit unvereinbar ist, für deren Förderung die Gemeinden verantwortlich sind, wie sie am Montag in einer Pressemitteilung schrieben. UV-Schutzkleidung sei ein anerkanntes Mittel zur Vorbeugung gegen die schädlichen Auswirkungen der Sonne und trage zur Bekämpfung von Hautkrebs bei.

Meyrin, Carouge, Lancy und die Stadt Genf bekräftigten ihren Willen, das Tragen von UV-Schutzkleidung in ihren Schwimmbädern weiterhin zuzulassen. Sie erinnerten daran, dass die Verwaltung der kommunalen Schwimmbäder in die Zuständigkeit der Gemeinden fällt.

Anfang Juni hatte die Stadt Vernier bereits bei der Verfassungskammer Beschwerde gegen dieses „vage und nicht anwendbare“ Gesetz eingereicht. Zu den in der Beschwerde angeführten Gründen zählten das Fehlen eines klar identifizierten öffentlichen Interesses und die potenziellen Auswirkungen auf die Gesundheit.

Das Ende Mai in Kraft getretene Gesetz schreibt Badebekleidung vor, deren maximale Länge über den Knien liegt und die die Arme unbedeckt lässt. Ursprünglich aus einem Entwurf der SVP hervorgegangen, der das Tragen von Burkinis unter Strafe stellen wollte, war der Text abgeändert und weiter gefasst worden. Der Genfer Staatsrat hatte bereits damals gewarnt, dass dieses Gesetz die individuelle Freiheit und die kommunale Autonomie verletze. (dab/sda)

Das könnte dich auch interessieren:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
18 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
The Real Tonald Dump
15.06.2026 17:11registriert März 2025
Ja, klar, aber Menschen, welche im Freibad zB langärmlige Rashguardshirts von Ripcurl, Quicksilver oder Billabong oder, oh weh, so schlimm, sogar lange Rashguard-Schwimmhosen unter der Badehose tragen werden von den Bademeistern zusammengepfiffen bis der hochrote Kopf des Bademeisters zu platzen droht. Selber erlebt im Aargau und Zürich. Aber Burkini sind dann trotzdem ok für dieselben Bademeister. Und jetzt dreht man es um, um die Burkini zu rechtfertigen... Alles klar. Jetzt plötzlich ist also Sonnenschutz durch spezielle Schwimmbekleidung doch ok. Man dreht es wie man es gerade braucht.
447
Melden
Zum Kommentar
avatar
ursus3000
15.06.2026 16:46registriert Juni 2015
"gegen die schädlichen Auswirkungen der Sonne und trage zur Bekämpfung von Hautkrebs bei."
Dann sollte man aber die Freibäder schliessen.
356
Melden
Zum Kommentar
18
SO: Bundesgericht spricht Autofahrer nach Velo-Überholmanöver schuldig
Das Bundesgericht hat die Verurteilung eines Autofahrers wegen fahrlässiger Körperverletzung bestätigt. Dieser hatte 2020 am Allerheiligenberg in Hägendorf SO zwei bergauf fahrende Velofahrer überholt. Gleichzeitig kam ihm ein Velofahrer entgegen, der auswich und in die Teufelsschlucht fiel.
Zur Story