Darum weigert sich die italienische Luftwaffe, einen F-35-Jet in Meiringen zu landen
Die Anwohnerinnen und Anwohner des Militärflugplatzes Meiringen sorgen sich um Lärmstörungen durch die bestellten F-35-Kampfjets. Denn schon heute sind die Menschen im Haslital beinahe täglich mit dem Lärm von Kampfflugzeugen der Schweizer Armee konfrontiert.
Die F-35 soll im Vergleich zur F/A-18 noch einmal lauter sein. Aus diesem Grund haben die Schweizer Luftwaffe und das Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) der dortigen Bevölkerung versichert, einen Hörvergleich zwischen den beiden Jets durchzuführen. Die italienische Luftwaffe hatte zugesagt, eine F-35 für den Test zur Verfügung zu stellen.
Eigentlich war dieser Test für den 21. April 2026 vorgesehen. Fünf Tage vorher hatte Armasuisse den Termin jedoch abgesagt – ohne Begründung. Fünf Monate später hat der Hörvergleich noch immer nicht stattgefunden.
Recherchen des Tages-Anzeiger zeigen nun, dass sich die italienische Luftwaffe weigert, auf dem Militärflugplatz Meiringen zu landen. Grund dafür sei der Flughafen, der über keine zertifizierte Netzfanganlage für die F-35 verfüge. Die Netze werden dann verwendet, wenn ein Kampfjet bei der Landung nicht rechtzeitig zum Stillstand kommt und am Ende der Landebahn abgefangen werden muss.
Als Alternative soll die italienische Luftwaffe angeboten haben, ein Durchstartemanöver zu vollziehen, damit der Kampfjet nicht landen muss. In Meiringen wollte man auf das Angebot jedoch nicht eingehen, schreibt der «Tages-Anzeiger», da die Messwerte nicht vergleichbar wären. Denn die Schweizer Luftwaffe plane, vom Flugplatz mit dem Nachbrenner zu starten, der für Zusatzschub sorge. Zwar werde die Startstrecke dadurch auf ein Minimum reduziert, doch durch den Nachbrenner komme es zu zusätzlichem Lärm.
Die Recherchen würden jedoch weiter zeigen, dass 2027 eine Netzfanganlage in Meiringen zertifiziert werden soll. Womöglich kann der Test laut der Zeitung dann noch nachgeholt werden. (hkl)
