Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

4 Dinge, die du zur Strafe von Brian alias «Carlos» wissen musst

Der 24-jährige Brian K. alias «Carlos» wurde am Mittwoch vom Bezirksgericht Dielsdorf zu vier Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Was du jetzt zum Urteil wissen musst.

helene obrist



Wie hat das Gericht entschieden?

Brian alias «Carlos» muss eine Therapie absolvieren. Das Zürcher Bezirksgericht hat ihn wegen versuchter schwerer Körperverletzung, Sachbeschädigung, Drohung gegen Behörden und Beamten und Beschimpfung schuldig gesprochen. Der 24-jährige Kampfsportler wurde zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 9 Monaten verurteilt. Diese Strafe wird jedoch zugunsten einer stationären Massnahme aufgeschoben. Brian bleibt bis mindestens zum 6. Mai 2020 in Sicherheitshaft.

Was war ausschlaggebend für das Urteil?

Es ist die höchste Strafe, die je gegen Brian ausgesprochen wurde. «Die Zeit der Jugendstrafen ist vorbei», so der Richter am Mittwoch. Brians Verhalten sei keine Folge von Justizfehlern, sondern er sei alleine verantwortlich dafür, so das Gericht.

Straferhöhend waren Brians Uneinsichtigkeit und seine Renitenz. Er sei bereits wegen diverser Delikte vorbestraft, mache aber im Gefängnis genau gleich weiter, so der Richter. Strafmildernd für Brian waren sein schwieriger Start in die schulische Laufbahn und die harte Behandlung hinter Gittern.

Die stationäre Therapie soll Brians Verhalten stoppen. Er befände sich derzeit in einer Abwärtsspirale, die es zu unterbrechen gelte, so das Gericht.

Was sprach gegen eine ordentliche Verwahrung?

Die Staatsanwaltschaft forderte ein härteres Strafmass für Brian. Sie forderte 7.5 Jahre Gefängnis und danach eine ordentliche Verwahrung. Die Verteidigung von Brian plädierte für eine einjährige Freiheitsstrafe. Das Bezirksgericht Dielsdorf entschied sich am Mittwoch für den Mittelweg.

Gemäss Gutachter gibt es aber eine «kleine Wahrscheinlichkeit», dass eine Therapie trotzdem anschlagen könnte. Deshalb kommt für den Richter eine Verwahrung nach Artikel 64, also Wegschliessen ohne Therapie, nicht in Frage. Es gebe eine kleine Möglichkeit, dass eine Therapie wirke, dann müsse man diese Chance packen. Sehr optimistisch ist der Richter jedoch nicht.

Ist das Urteil definitiv?

Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden.

Mit Material von sda

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Fünf Pannen und Fehlentscheide in Justiz und Vollzug der letzten fünf Jahre

Carla Del Ponte bekommt den «Prix Courage Lifetime Award»

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

45 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
*klippklapp*
06.11.2019 18:51registriert December 2017
4 Dinge, die du zur Strafe von Brian alias «Carlos» wissen musst
Eigentlich nichts!
Wenn die Medien etwas aus dieser Geschichte gelernt habt, dann lasst diesen Fall doch einfach ruhen. Ich sehe nicht, wo das öffentliche Interesse sein sollte?
35575
Melden
Zum Kommentar
papperlapapp
06.11.2019 18:46registriert February 2019
Gar nicht so schlecht. Er hat nämlich eine kleine Verwahrung kassiert. Neben den Strafen und Bussgelder muss er beweisen dass er wieder Gesellschaftsfähig ist, ansonsten wird die geschlossene Therapie weitere 5 Jahre verlängert. Somit ist das ziemlich fair und verhindert hoffentlich weiteren Schaden. Und er hat jetzt ein Ziel. Es liegt nun bei ihm wie es weitergeht.
24837
Melden
Zum Kommentar
[Nickname]
06.11.2019 19:36registriert September 2019
Es gibt so viele, die unter scheiss Bedingungen ins Leben kamen und trotzdem nicht zum Arschloch wurden und Passanten ein Messer in den Körper rammten. Wieso soll das immer eine Entschuldigung sein und vor allem strafmildernd.
456
Melden
Zum Kommentar
45

Vergiftete Böden und Kinderarbeit – was sich Schweizer Firmen im Ausland alles erlauben

Am 29. November stimmt die Schweiz über die Konzern-Initiative ab. Sie soll Schweizer Unternehmen bei Rechtsverstössen im Ausland stärker haftbar machen. Höchste Zeit also, um sich ein paar Beispiele von bis jetzt ungeahndeten Menschenrechts- und Umweltvergehen anzusehen.

Nach der Abstimmung ist vor der Abstimmung: Bereits am 29. November kann das Schweizer Stimmvolk erneut wählen gehen. Zum Beispiel über die Konzernverantwortungsintiative. Diese fordert, dass globale Konzerne mit Sitz in der Schweiz einem zwingenden Regelwerk unterstellt sind, wenn es um die Beachtung von Menschenrechten und Umweltschutz bei ihren weltweiten Tätigkeiten geht.

Oder einfach gesagt: Schweizer Unternehmen und ihre Tochterfirmen könnten für ihre Tätigkeiten im Ausland rechtlich …

Artikel lesen
Link zum Artikel