Schweiz
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Blick auf das Bezirksgericht anlaesslich des Prozesses von Jugendstraftaeter

Am Mittwoch fand der Prozess gegen den als «Carlos» bekannt gewordenen Intensivtäter Brian K. statt – in dessen Abwesenheit. Bild: KEYSTONE

Bis dass der Hund ruhig ist – der «Fall Carlos» und die Ohnmacht der Justiz

Der als «Carlos» bekannt gewordene Brian K. (24) stand am Mittwoch wegen 29 Delikten vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft forderte 7.5 Jahre Gefängnis, die Verwahrung, die Verteidigung verlangte weitgehende Freisprüche. Und Brian K.? Der blieb seinem Prozess fern.



Eigentlich kam es nicht weiter überraschend. Im Foyer des Bezirksgerichts Zürich ging kurz nach 8 Uhr morgens das Gerücht um, dass es heute später werden könnte. Die «Zuführung» gestalte sich schwierig, raunt es über die Marmorplatten hinweg, als ginge es um einen Diensthund oder ein Zirkustier. Die Behördensprache erinnert hie und da unangenehm an eine Dressur.

Dann, nach einer halben Stunde war klar: Der 24-Jährige Brian K., der wegen zahlreicher Delikte, unter anderem schwere Körperverletzung, Sachschaden und Gewalt und Drohung gegen Beamte angeklagt war, zog es vor, nicht zu erscheinen. Brian, Carlos, Mike, das ewige Phantom, der renitente Straftäter, Teufel, Monster, Justizschreck hatte es wieder einmal getan: Der Justiz ein Schnippchen geschlagen. Eine weiteres Scharmützel in diesem grossen, ewigen Krieg, der wie jeder Krieg nur Verlierer kennt.

Der Gerichtsvorsitzende, Marc Gmünder, rote Krawatte, gestärkter Hemdkragen, erklärte geduldig, was sich an diesem Morgen zugetragen hatte: Eine Sondereinheit der Polizei, die EG Diamant, hatte den Auftrag, Brian K. von seiner Zelle in der JVA Pöschwies nach Zürich zu bringen. Brian empfing die Polizisten mit lauter Musik und erhobenen Fäusten, bereit zum Kampf. Dass keine Gewalt angewendet würde, darüber hatte man sich bei den Behörden vorgängig geeinigt. «Wir wollten ihn nicht mit Händen und Füssen hierher schleifen.» Hätten sie es getan, Staatsanwalt Ulrich Krättli hätte sich gleich wieder ans Verfassen einer weiteren Anklageschrift machen können. Das Eskalationsrad wäre eine Umdrehung weiter und die Medien um um eine Schlagzeile reicher gewesen.

Carlos, oder Brian K., wie er richtig heisst, und wie er genannt werden will, ist aktuell wohl der bekannteste Gefängnis-Insasse der Schweiz. Das Medieninteresse war dementsprechend hoch, gut 20 Journalisten fanden sich ein, ebensoviele Zuschauer hofften, einen der wenigen Sitzplätze im Saal zu ergattern. Das Bezirksgericht Dielsdorf entschied im Vorfeld, die Verhandlung nach Zürich zu verlegen. Aber auch hier musste ein Grossteil der Zuschauer abgewiesen werden. Der altehrwürdige Täfersaal bietet nicht mehr als 30 Personen Platz.

Die Enttäuschung

Die Polizei redete sich also am Mittwochmorgen eine halbe Stunde in der pinken Isolationszelle den Mund fusselig, Carlos legte sich irgendwann hin und blieb stumm, und die Polizisten zogen unverrichteter Dinge wieder ab. Dem Gerichtspräsidenten erging es im Anschluss gleich. So fand der Prozess ohne Brian statt. Und vielleicht war das gar keine ungünstige Ausgangslage. Für die gut 20 Medienschaffenden und 15 Zuschauer, die sich auf den denkmalgeschützten Holzbänken niederliessen, war es allerdings eine herbe Enttäuschung.

CAPTION ADDITION - ADS NAME - Staatsanwalt Ulrich Kraettli haelt sein Plaedoyer am Prozess gegen den Straftaeter

Der Staatsanwalt Ulrich Krättli fordert eine Haftstrafe von 7.5 Jahren und die Verwahrung. Bild: KEYSTONE

Einigen von ihnen war Brian wohl auf eine seltsame Weise ans Herz gewachsen, ein verknorzter Cousin, unheilbar und anstrengend, aber halt doch vertraut. Die Verkörperung aller ungeliebten Eigenschaften im Menschen, Eigenschaften, die jeder hat, aber keiner haben will. Ein narzisstischer Winkelried, der sich heldenhaft für sich selbst opfert. Für andere ist er der personifizierte «Sozialwahn», eine Geldvernichtungsmaschine auf zwei Beinen, die den Rechtstaat seit Jahren zum Narren hält oder ihm eins aufs Jochbein gibt mit der linken Geraden.

Jedenfalls spielt Brian als Carlos seit nun sechs Jahren eine Rolle im hiesigen Justiztheater, die niemand anders ausfüllen kann oder will: Die des Unbändigenden, des Starrköpfigen, des muskelbepackten Querulanten.

Chance verpasst

Der Gerichtspräsident, der am Morgen Carlos selber noch zu überzeugen versuchte, sagte, eine Chance sei verpasst worden. Es fragt sich, welche Chance er meinte. Und ob es überhaupt noch Chancen gibt für einen wie ihn. Viele hat er vergeben, viele waren ihm genommen worden, und allzu viele hatte er von Anfang nicht. In der Summe ergibt das weniger als null.

Brian K. schwieg also, seine Worte aber wurden trotzdem gehört. Der Richter zitierte aus einem Brief von K. an den Staatsanwalt Ulrich Krättli. Kein freundlicher Brief. Im Gegenteil. Eine Mischung aus Gangsta-Rap und Rotwein-Krakeel, den man in Zürich heute noch manchmal hört in den Seitenstrassen des Chreis Cheib oder vor einschlägigen Denner-Filialen. Eine willkürliche Aneinanderreihung von grössenwahnsinnigem Gebrabbel. Derart überbordend, dass man schmunzeln muss.

Denkt man sich einen Singsang hinzu, einen Rhythmus und einen Beat, die Suada wäre nicht weit entfernt vom aktuellen Grossmaul-Gehabe im Deutsch-Rap.

[...] Ich bin der Baba, der asoziale Boss, der Chefdiktator, the baddest man on planet, smart and big. Eure Gefängnisse machen mir nichts. Ich bin ein Killer, ein Auftragskiller, ein Hitman. Ihr machtlosen Schwänze könnt mir nichts. Ich bin gefährlich, weil ich so gut aussehe. Ich will den Kampf, bin de bösischti Mensch auf diesem Planeten, der schönste und stärkste. Fuck the Justiz, ihr könnt mir nichts, ich habe euch schon immer gefickt.

Anwalt Häusermann, dunkler schwarzer Anzug, die high-pitched Stimme immer am Kipppunkt, meinte in seinem vierstündigen Monster-Plädoyer beschwichtigend, das sei nun einmal die Sprache des Vollzugs, da lerne man nicht, jemanden mit «sehr geehrter» Herr anzusprechen. Für das Bürgertum sei das nicht immer verständlich. Man meint den Anflug eines gequälten Lächelns zu sehen im Gesicht von Richter Gmünder (FDP).

Für die Aufseher in den Anstalten war Brian K.s Ghetto-Slang offenbar mehr, als sie gewohnt waren. Mehr als ein Dutzend Drohungen und Beschimpfungen sind in der Anklageschrift aufgeführt. Brian K. beleidigte und bespuckte Aufseher, biss und kratzte und drohte ihnen, sie mit Urin zu übergiessen.

Was geht im Menschen vor?

Der Körper von Brian K. wurde schon oft zum Gegenstand von Spekulationen und Mutmassungen. Aber was geht in seinem Kopf vor? Der Gutachter Henning Hachtel, ein dünner Mann mit starrem Blick und geradem Rücken, Psychiater der Universitären Kliniken Basel, diagnostizierte eine dissoziale Persönlichkeitsstörung mit ausgeprägt psychopathischen Wesenszügen. Brian K. sei narzisstisch, leicht zu kränken und leide an ADHS.

Eine Therapie sei zwar denkbar, aber sehr unwahrscheinlich. Die Erfolgsaussichten für eine stationäre Massnahme, die sogenannte kleine Verwahrung, verschwindend gering. Es ist eine Beobachtung aus der Distanz, ein Aktenstudium. Untersuchen liess sich Brian nie. Ein anderes Gutachten wurde erstellt, indem ein Gutachter stundenlang Videobänder anschaute, Brian im besten Sinne begutachtete und studierte. Für Anwalt Häusermann eine «unzulässige Überwachungsmassnahme.»

Das Verhältnis zur Psychiatrie und zu Therapeuten sei angesichts der Vorgeschichte des 24-Jährigen dauerhaft gestört, sagt Anwalt Häusermann. K. habe Angst vor Psychiatern, was nicht weiter verwunderlich sei: Mit 10 Jahren wurde er in Handschellen aus dem Elternhaus abgeführt, mit 11 wurde er von Polizisten zu Boden gedrückt, und mit einer Spritze in den K.o.-Modus heruntersediert, mit 15 wurde er 13 Tage lang zwangsfixiert. Einen Zombie habe man damals aus seinem Mandanten gemacht, sagt sein Verteidiger.

Wie ein wildes Tier

Im Zentrum der Anklage steht ein Fall von versuchter schwerer Körperverletzung. Wie ein wildes Tier sei er auf die Aufseher im Gefängnis Pöschwies losgegangen, als sie ihm eröffnet hatten, dass er vom Normalvollzug wieder in die Sicherheitsabteilung verlegt werde. Überhaupt wurde in diesen sechs Jahren Fall Carlos nicht mit Tier-Analogien gespart. Rechtsanwalt Häusermann beklagt, dass über seinen Mandanten immer in Superlativen gesprochen und mit fragwürdigen Vergleichen operiert werde. Und macht es doch auch, wenn er Brian K. mit einem Hund vergleicht, der wegen schlechter Behandlung zubeisst. «Jedes Tier wehrt sich, wenn man es so behandelt.»

Ein Hund, der bellt und beisst. Ein Krieger, ein Zombie. De bösischti Mensch ufem Planet, ein Maximal-Mensch, Über-Wesen. Und gleichzeitig ein Tier, oder ein Halbmensch, dem das Gehirn fehlt und den der Hunger treibt. Alles und nichts gleichzeitig, ein gespaltenes Atom oder Anti-Materie. Ein armer Killer, der auf das falsche Ziel angesetzt wurde: Das System.

Fünf Pannen und Fehlentscheide in Justiz und Vollzug der letzten fünf Jahre

In der Illustration des Gerichtszeichners erscheint er als weisse Fläche mit schwarzen Umrissen, an den Oberarmen sind die typischen Muskel-Schwellungen angedeutet. Vielleicht ist das die genauste Darstellung, die aus der Distanz möglich ist.

Wie das Amen in der Kirche

Die Vorfälle, um die es in dieser Verhandlung geht, sind nüchtern und für sich gesehen keine gröberen Delikte (bei der schweren Körperverletzung handelt es sich um einen Versuch). Aber in ihrer Aneinanderreihung und in Kombination mit der Historie könnten sie dazu führen, dass K. nie wieder einen Fuss in die Freiheit setzt. Die Staatsanwaltschaft fordert siebeneinhalb Jahre Gefängnis und die Verwahrung. Brian sei nicht therapierbar, das Rückfallrisiko hoch. Die Verwahrung ultima ratio die einzig Alternative, auch wenn sie «krass» sei bei einem 24-Jährigen.

Aber entliesse man K. in die Freiheit, so sei ein Todesopfer «so sicher wie das Amen in der Kirche».

Anwalt Häusermann hält dagegen, die Vorgeschichte müsse miteinbezogen werden. Immer wieder hätte die Justiz mit Härte und Repression, die an Folter grenzte, auf ihn geantwortet. Brian kämpfe einzig und allein gegen dieses System. Einmal draussen, sei er ein anderer Mensch. Das hätten ihm auch ehemalige Weggefährten im Vorfeld des Prozesses bestätigt.

Die Vergangenheit spielt in beiden Versionen eine Rolle. Für die Verteidigung ist sie das Ticket für die Freiheit. Für die Staatsanwaltschaft dient sie als Rechtfertigung für den endgültigen Einschluss.

Was bleibt?

Was von diesem Prozess in Erinnerung bleiben wird, sind nicht die Schmähungen, die kruden Drohungen und Anschuldigungen von Brian K.. Auch nicht die Abwesenheit von K. oder das vierstündige Plädoyer des Verteidigers. Was bleibt, ist die dass noch immer so getan wird, als könnte man diesem Fall mit herkömmlichen und erprobten Mitteln beikommen, als sei der Gerichtssaal oder die Gefängniszelle der richtige Ort, um mit einem wie Brian umzugehen. Dabei hat er sein halbes Leben damit verbracht, das Gegenteil zu beweisen.

Am sechsten November wird das Urteil eröffnet. Ein Freispruch, wie ihn Häusermann fordert, scheint unwahrscheinlich. Einen Sieg des Babas kann sich die Justiz eigentlich nicht leisten. Und eine Verwahrung wäre eine Kapitulation vor einem Menschen, den sie selber zu formen geholfen hat.

Was tun? Hauptsache, etwas tun.

«Wenn man nichts macht, dann wird der Kampf von Herrn K. weiter gehen, bis er final erschöpft ist», sagt Richter Gmünder.

Und er präzisiert: «Das heisst, bis er aufgibt oder stirbt.»

Hachtel, der Psychiater, antwortet: «Dieser Einschätzung kann ich mich anschliessen, ja.»

Bis dass der Hund ruhig bleibt.

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152Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • runner 01.11.2019 07:28
    Highlight Highlight Solche Menschen sind nicht therapierbar. Da ist jeder Rappen Steuergeld herausgeworfen.
  • Schrott 31.10.2019 18:19
    Highlight Highlight Für solche Fälle gibt es gute Gefängnisse welche auf solche Fälle spezialisiert sind.

    z.B. in Polen oder USA. Dort kostet ein Gefangener ca. 70 K pro Jahr.
  • DerSchöneVomLande 31.10.2019 16:45
    Highlight Highlight Man versucht in mit einem sonderkomando aus der zelle zu holen und will ihn dann möglicherweise wieder auf die gesellschaft loslassen. Passt für mich nicht so zusammen.
  • Sonnenbankflavor 31.10.2019 15:56
    Highlight Highlight Wo sind eigentlich seine Eltern? Interessieren sich diese 2 Loser nicht für den Sohn?!
    Auch wenn es ganz schlimm tönt und mich alle blitzen werden: ich glaube er muss psychisch gebrochen werden und dann wieder aufgebaut, damit er auf die richtige Fährte kommt. In so einem aussergewöhnlichen Fall sehe ich keine andere Lösung. Daher wäre ein Aufenthalt in einem Gefängnis in Südamerika oder Sibirien die beste Lösung. Da dies ja nicht möglich sein wird, wird es wohl mit ihm so weiter gehen bis er 80 ist.
    • Sonnenbankflavor 31.10.2019 20:06
      Highlight Highlight Jö 25 Leute sind entsetzt. Dann nehmt ihr ihn doch auf und zeigt ihm den richtigen Weg 🤦‍♀️
    • Hzwo 01.11.2019 04:14
      Highlight Highlight Hey Dieter hast wohl zuviel amifernsehen konsumiert. Solang denen nichts anderes als einsperren und bünzlitum in den Sinn kommt wirds höchstens von ihm aus besser...
  • wasps 31.10.2019 13:53
    Highlight Highlight Hier versagt das System auf allen Ebenen, und das komplett. Soweit ich mich erinnere, war er im Sondersetting gut aufgehoben. Teuer, aber es funktionierte. Bis der Boulvard dies publik machte und die Hetze begann. Ich meine, der junge Mann ist kein Schwerverbrecher, wird aber als solcher behandelt. Verwahrung, weil die Fachexperten versagen??
    • Hierundjetzt 31.10.2019 14:37
      Highlight Highlight Schau lieber Wasps, Dein Problem im Kommentar liegt darin, dass Du über ein 1/8 Wissen verfügst.

      Brian K wurde mit 11 das erste Mal straffällig.

      Alleine ab 18 - heute 24 hat er 120 (!) angezeigte Delikte verübt. Und das nur in der Zeit, in der er in Freiheit war.

      Alle 6 Monate eines

      Jahr für Jahr.

      Die Delikte die nie bei der Polizei angemeldet wurden selbstverständlich nicht mitgezählt

      Er hat Menschen in die IV geprügelt. Menschen die ab 20 bis zu Ihrem Tot arbeitsunfähig sind

      Ich habe echt keine Ahnung was Du meinst mit "der Junge ist doch nur ein Eierdieb und doch ein ganz lieber"

    • Kanischti 31.10.2019 16:35
      Highlight Highlight Auch falls nachweislich alle anderen daran Schuld sein sollten, dass er so geworden ist, wie er jetzt eben ist: Er wird damit nicht ungefährlicher.

      Was passiert ist, kann nicht rückgängig gemacht werden. Das Gericht muss sich mit dem Brian befassen, der er eben ist.
    • wasps 31.10.2019 16:39
      Highlight Highlight @Hierundjetzt: Wenn ein 11 Jähriger straffällig wird, dann ist das sicher nicht das Ende der Fahnenstange. Genau hier fängt nämlich das Versagen der Behörden an! Einen Elfjährigen bringt man wieder auf Kurs. Aber Du bist ja ein Brian Experte und kennst Dich im Detail aus (auch über seine 120 Delikte). Immer feste reinhauen, wie es der Boulvard seit Jahren tut. Das ist nämlich das Hauptproblem.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kanischti 31.10.2019 13:50
    Highlight Highlight Ok. Nun geht es um Brians Zukunft. Wie sollte die Justiz weiter mit ihm umgehen?

    Ob es die bösen Medien, die ungerechte Justiz, sein von Anfang an gestörtes Umfeld, die demütigende Behandlung im Gefängnis, die überforderte Politik waren, die ihn zu Delinquenten gemacht haben, das darf doch in diesem Prozess keine Rolle spielen.

    Er steht da wo er eben steht. Er hat als ganz "normaler" Verbrecher beurteilt zu werden. Seine Vergehen und seine Prognose sollen beim Urteil eine Rolle spielen.

    Oder soll von einer Verwahrung abgesehen werden, weil der Blick so ungerecht über ihn berichtet hatte?
    • satyros 31.10.2019 15:47
      Highlight Highlight Welcher "normale" Verbrecher kriegt eine Verwahrung bei VERSUCHTER schwerer Körperverletzung als schwerstem angeklagtem Delikt? Würde es sich hier nicht um Brian handeln, die Staatsanwaltschaft würde niemals eine Verwahrung überhaupt in Erwägung ziehen. Und natürlich spielt es eine Rolle, was ihn zum delinquieren gebracht hat. Schliesslich ist das Ziel ja, dass er nicht mehr delinquiert. Wie sollte man das erreichen, wenn man nicht weiss, wieso er tut, was er tut?
    • Kanischti 31.10.2019 16:50
      Highlight Highlight Ok. Nehmen wir an, wir wissen um seine Beweggründe. Klar ist, dass er sich als Opfer des Systems sieht und sich nun mit aller Kraft dagegen auflehnt. Macht ihn das jetzt ungefährlicher? Werden seine Opfer dadurch weniger Opfer?

      Es geht jetzt darum seine Gefährlichkeit abzuschätzen und ihn für seine Delikte gerecht zu bestrafen. Offensichtlich will niemand diesen Typ in die Freiheit entlassen und die Verantwortung dafür übernehmen.

      Über das Warum er so geworden ist, kann noch lange lamentiert werden. Es spielt aber jetzt keine Rolle.
  • Maracuja 31.10.2019 13:28
    Highlight Highlight Die Vorgeschichte erklärt vieles, z.B. das Misstrauen gegen Therapeuten, welches eine offensichtlich notwendige Therapie verunmöglicht. Trotzdem ist mir der sehr gut geschriebene Artikel zu wenig neutral, B.K. ist nicht der mutige Kämpfer gegen ein ungerechtes, brutales System, sondern ein Mensch, der aus nichtigen Gründen brutal angreift und Tod/bleibende Schäden bei seinen Opfer in Kauf nimmt. Seine Selbstinszenierung/-stilisierung als Kämpfer ist Teil seiner Probleme und sollte von der Aussenwelt nicht übernommen werden.
  • TRL 31.10.2019 13:22
    Highlight Highlight Es gibt Gesetzeshüter und Nicht-Gesetzeshüter. In diesem Fall scheinen beide allergisch aufeinander zu reagieren. Warum wird er ein dutzend mal von Vollzugsbeamten angeklagt? Warum ist er nicht therapierbar? Weil er ja gerade auf Therapeuten allergisch reagiert. Was macht man denn bei einer Antibiotika-Allergie? Mehr Antibiotika geben? Der junge Mann sitzt seit 7 Jahren im Gefängnis. Da gab's Leute, die haben schlimmeres getan und sind schneller wieder draussen gewesen...
    Ich glaube, man darf die Wut, dass für ihn viel Geld ausgegeben wurde, nicht auf ihn selbst projizieren... Blitz on...
    • Tilia 31.10.2019 18:24
      Highlight Highlight Genau meine Meinung!
    • The Emperor 31.10.2019 23:10
      Highlight Highlight Und daraus folgt? Freilassen und warten bis er jemanden umbringt?
  • Thendrw 31.10.2019 13:18
    Highlight Highlight Wow, spannender Artikel, meines Erachtens nach total verzerrt. Was diesen Herrn betrifft, ist meine Meinung wohl veraltet. Er hat so viele Chancen erhalten, wenn er keinen Fuss mehr in die Freiheit setzt hat doch hier die gesamte Bevölkerung gewonnen. Wenn man ihn frei lässt wird sich das nächste Opfer wohl sehr bedanken!
  • Mein Name ist Hase 31.10.2019 12:57
    Highlight Highlight Brian kann nicht verwahrt werden während hunderte Vergewaltiger wieder in Freiheit sind nach ein paar Jahren.
    Das ist unverhältnismässig. Schon die 7.5 Jahre sind ohne Totschlag nicht gerechtfertigt. So sind unsere Gesetze. By the way. Man hätte ihm niemals diesen Thaiboxtrainer zur Seite stellen dürfen. Genauso gut hätte man den Teufel persönlich beauftragen können.
    • Hierundjetzt 31.10.2019 13:45
      Highlight Highlight Bei 120 angezeigten (!) Delikten ab 18 (die früheren ab 13 nicht mitgezählt)? Ernsthaft jetzt?
    • herrkern (1) 31.10.2019 14:36
      Highlight Highlight Die Idee mit dem Kampfsport ist immerhin ein Versuch gewesen, den ich persönlich nachvollziehen kann. Er wäre nicht der erste junge Mann gewesen, der sich von einem älteren Lehrer führen und belehren lässt. Immerhin war's ein Versuch, ich kann da nichts Falsches drin sehen.
    • wasps 31.10.2019 14:48
      Highlight Highlight @hierundjetzt: Ein einfacher Diebstahl ist auch ein Delikt! Unschön, klar. Aber nochmals: Mörder kommen nach vier, fünf Jahren wieder frei!
    Weitere Antworten anzeigen
  • malu 64 31.10.2019 12:17
    Highlight Highlight Es braucht immer zwei. Die Justitz trägt auf jeden Fall auch Schuld. Die Justitz muss sich nicht von der Öffentlichkeit und den Medien diktieren lassen wie man mit Typen wie Carlos umzugehen hat.
    • trio 31.10.2019 18:50
      Highlight Highlight Hat sie aber, indem das funktionierende Sondersetting abgebrochen wurde.
    • The Emperor 31.10.2019 23:13
      Highlight Highlight Schlussfolgerung?
  • DemonCore 31.10.2019 11:40
    Highlight Highlight Können wir endlich dieses kindische 'Carlos' fallen lassen?
    • Toastface Chillah 31.10.2019 19:04
      Highlight Highlight Wieso, ohne diesen Hinweis (der Spitzname wurde ja nur ein einziges Mal am Anfang des Artikels genannt) hätte ich als Leser keine Verbindung zu vergangenen Urteilen/Artikeln knüpfen können.
      Es ist etwa wie wenn Madonna plötzlich und ohne Informationen unter ihrem bürgerlichen Namen auftreten würde.
  • peeti 31.10.2019 11:15
    Highlight Highlight Was für ein Bild mit der Sondereinheit EG Diamant! Eine Truppe von Elite-Polizisten steht in Vollmontur vor der Zellentür und sagt freundlich, während Brian K. mit den Fäusten fuchtelt: Chömed Sie doch jetzt bitte mit!
    • Hierundjetzt 31.10.2019 12:59
      Highlight Highlight Auch ein Gerichtspräsident der den Angeklagten persönlich (!) in der Zelle aufsucht, hat ein Recht auf körperliche Unversehrtheit.

      Nicht nur Carlos / Brian / K.
    • Bits_and_More 31.10.2019 14:30
      Highlight Highlight Natürlich hätte die Polizei Brian fesseln und mitnehmen können, doch was hätte ein schreiender, pöbelnder Angeklagter im Gerichtssaal gebracht?

      Oder gleich a la Hanibal Lecter fesseln und knebeln, doch auch hier ist der Nutzen = 0,
  • Antinatalist 31.10.2019 11:07
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
  • Trollgeflüster 31.10.2019 10:58
    Highlight Highlight Die Vergleiche mit Hunden sind wohl momentan wieder völlig hipp... Ich hoffe, dieser Trend wird nicht fortgesetzt... Die armen Tiere verdienen solche Beleidigungen in keinster Weise!!
  • THEOne 31.10.2019 10:46
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  • Silent_Revolution 31.10.2019 10:38
    Highlight Highlight Seine Strafakte gehört nicht einmal annähernd zu den umfassendsten oder bedrohlichsten, für Straftäter in seinem Alter. In keinem vergleichbaren Fall wird eine Verwahrung, überhaupt eine langjährige Haftstrafe in Erwägung gezogen.

    Massnahmen der Jugendanwaltschaft können bis zum 23 Lebensjahr andauern. Da ist er erst seit kurzem raus. Es ist nicht untypisch, dass diese Prozedur nicht erfolgreich abgeschlossen wird.

    Sein Pech ist die Tatsache, dass er das Gesicht einer Hetzkampagne wegen Kosten ist, die für Jugendmassnahmen üblich sind. Nur deswegen soll jetzt ein Exempel statuiert werden.
    • Trollgeflüster 31.10.2019 11:50
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
    • loquito 31.10.2019 12:56
      Highlight Highlight Right. Wahrscheinlich würde eine 1 zu 1 Beteuung durch einen guten Sozialarbeiter bereits helfen... Ja aber da müsste man wohl einige Jahre wieder 20k+ inverstieren... Die Mötzler würden toben...
    • Carl Gustav 31.10.2019 17:46
      Highlight Highlight Ioquito

      "Wahrscheinlich würde eine 1 zu 1 Beteuung durch einen guten Sozialarbeiter bereits helfen... "

      Stell Dir vor, das Wort
      "wahrscheinlich" in deiner Theorie, kann einem Unbeteiligten das Leben kosten.

      Was mit einem Normalo in der Situation passiert, wo sogar geschultes Gefängnispersonal in Lebensgefahr kommt, kannst du dir selbst ausdenken.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dr no 31.10.2019 10:31
    Highlight Highlight Aha Carlos hatte also keine Lust vor Gericht zu erscheinen. Mal schauen, dass nächste Mal wenn ich geblitzt werde, zahle ich dann auch nicht, weil ich keine Lust habe. Ich sehe das Problem nicht. Auch Carlos hat sich an unsere Regeln zu halten, ob ihm das gefällt oder nicht. Wenn er es nicht kann oder will, dann ist es sein Problem und er muss die Konsequenzen tragen. Die Justiz ist überhaupt nicht ohnmächtig. Sie muss nur die Eier haben, die Mittel die sie hat konsequent einzusetzen.
    • Antinatalist 31.10.2019 11:46
      Highlight Highlight Niemand muss vor Gericht erscheinen. Das ermöglicht im Umkehrschluss auch Verurteilungen in Abwesenheit des Angeklagten.

      Du kannst dich auch weigern, die Busse zu bezahlen. Dann kommt einfach der längere Arm des Staates, der dich im Nacken packt.

      Das ist hier nicht anders.
    • TRL 31.10.2019 13:49
      Highlight Highlight Schauen dir denn auch die vereinigten Schweizer Boulevard-Medien zu, und geifern nach nur einem falschen Blick, während du ein bisschen im Online-Banking rumklickst?
    • Saraina 31.10.2019 16:22
      Highlight Highlight „Kä Luscht“ ist heutzutage bis in die höchsten Kreise gang und gäbe. Bei Brian dürfte es so gewesen sein, dass er vor Gericht derart unter Druck geraten wäre, dass er ein Beispiel seiner Stressbewältigung gegeben hätte. Das wäre bei den Beobachtern und dem Richter nicht so gut angekommen. Deswegen ist sein Entscheid klug gewesen, und sicher von seinem Anwalt unterstützt worden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Turicum04 31.10.2019 10:27
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
  • Eric Lang 31.10.2019 10:12
    Highlight Highlight Um beim Tier-/Hundevergleich zu bleiben, das Problem beim bösartigen Hund, steht immer am anderen Ende der Leine.
    Was dann wieder nahtlos zum Fall Brian passt, der zu dieser empathilosen Kampfmaschine gemacht wurde, ebenfalls von den Leuten am "anderen Ende der Leine".
    Ich hätte mir gewünscht, Brian wäre anständig und von mir aus auch die Aussage verweigernd, vor dem Gericht aufgetreten.
    Wie unsere Justiz und deren System versagt, haben wir schon bei Hugo Portmann erlebt, der für 32 Jahre weggesperrt wurde!
    • Hierundjetzt 31.10.2019 11:05
      Highlight Highlight Das arme System das diesem Serien-Bankräuber so übel mitspielte.

      Klar.

      Mit einem Gabelstapler ins Büro seines Chef fahren und den Safe rauswürgen.

      Aus jedem Gefängnis ausbrechen.

      Aaaaaber dieses System ist voll Schuld imfal. Nicht der, der Menschen mit einer geladenen Pistole bedroht

      ...hört auf Gewaltverbrecher zu romantsieren! Das ist absolut unerträglich.
    • Nkoch 31.10.2019 12:40
      Highlight Highlight Von romantisieren kann man ja wohl kaum reden. Aber wenn schon mit Begriffen wir "Schuld" um sich geworfen wird dann bitte in beide Richtungen. Mag sein dass Brian auch bei bester Behandlung schwierig und/oder kriminell geworden wäre. Das werden wir aber nie rausfinden weil er dazu mMn nie auch nur den Hauch einer Chance hatte. Aber viele haben offenbar nicht mal den nötigen Respekt jm sich von diesem "Carlos" zu lösen. Ich wär auch nicht kooperativ wenns nicht mal für meinen echten Namen reicht.
    • Hierundjetzt 31.10.2019 13:49
      Highlight Highlight Bei 120 angezeigten (!) Delikten ab 18, das erste mal straffällig mit 11 werden wir sehr wohl herausfinden was mit diesem Mensch schiefgelaufen ist. Dazu gibt es die Profis von der Gerichtspsychiatrie.

      Er hat eine disoziale Persönlichkeitsstörung mit 100% Rückfallgefahr.

      Du, Nkoch, er ist nicht ein Ladendieb sondern ein extrem brutaler Gewalttäter, der mehrer Menschen in die IV geprügelt hat.

      Ich mein hey ab 20 bis ans Lebensende IV wegen Brian, das ist einfach nicht mehr lustig.

      Bitte den gesamten Fall verfolgen nicht nur etwas herauspicken.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Arts 31.10.2019 10:07
    Highlight Highlight "Dia Staatsanwaltschaft fordert: 7.5 Jahre Gefängnis, die Verwahrung"

    Dann steht geschrieben:

    "Aber in ihrer Aneinanderreihung und in Kombination mit der Historie könnten sie dazu führen, dass K. nie wieder einen Fuss in die Freiheit setzt"

    Ja was den jetzt? Wenn ich das richtig verstehe, nach der Forderung des Staatsanwaltes, käme er nach 7.5 Jahren wider auf freien Fuss.

    Oder interpretiere ich an dem geforderten Urteil etwas falsch?



    • satyros 31.10.2019 10:30
      Highlight Highlight Ja, Du interpretierst etwas falsch. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Freiheitsstrafe von 7,5 Jahren und eine Verwahrung.
    • Hierundjetzt 31.10.2019 11:06
      Highlight Highlight Eben nicht. Nur wenn man die Anklage losgelöst von sämtlichen anderen Delikten anschaut gäbe es 7,5 Jahre.

      Da in der Urteilsfindung hingegen die Vergangenheit UND die Zukunft angeschaut wird, kann es zu einer Verwahrung kommen.
    • emmalover 31.10.2019 11:11
      Highlight Highlight Wikipedia: Verwahrung bezeichnet in der Schweiz die dauerhafte Inhaftierung von gefährlichen Straftätern über den Vollzug der Freiheitsstrafe hinaus. Die Verwahrung ist eine Massnahme und keine Strafe, sie dient also nicht der Sühne, sondern ausschliesslich dem Schutz der Öffentlichkeit.

      Nach seine abgesessenen Strafe, wird er verwahrt und kommt nicht mehr frei.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nkoch 31.10.2019 10:06
    Highlight Highlight Ich hab noch nicht fertig gelesen, vorerst nur mal eine Frage: wsrum wird er immer noch Carlos genannt? "Wie er jetzt genannt werden will" war wohl nicht sein Ziel...
    • Hierundjetzt 31.10.2019 11:07
      Highlight Highlight doch, seit dem Rundschaubeitrag auf SRF schon.

      Dort hat er klipp und klar dem SRF mitgeteilt, dass er ab jetzt nur noch Brian genannt werden will.
    • Nkoch 31.10.2019 11:36
      Highlight Highlight du hast meinen Kommentar evtl nicht ganz richtig verstanden...
    • Hierundjetzt 31.10.2019 12:57
      Highlight Highlight ich denke schon, es ist ja nicht jeder Leserin bekannt, dass "der" Carlos neu Brian heisst. Von daher macht der Artikel Sinn.

      Und ja, ich war ungenau in meinem vorigen Kommentar, da hast Du recht.
  • rüeblisaft 31.10.2019 10:05
    Highlight Highlight Ich habe diesen Artikel zu lesen begonnen, ohne dessen Autor zu kennen. Während des Lesens festigte sich in mir mehr und mehr der Eindruck, dass mir dieser fesselnde Schreibstil doch bekannt vorkommt. Und tatsächlich, geschrieben von William Stern. Ein Schreibstil derart überzeugend, dass man ihn wieder erkennt, nachdem man ihn ein paar Wochen zuvor in einem anderen Artikel hatte geniessen dürfen. Selbst wenn ich nicht vollständig mit dem Inhalt übereinstimme, ist dieser Artikel alleine schon wegen des Schreibstils eine Freude.
  • Nüübächler 31.10.2019 09:53
    Highlight Highlight Eigentlich gibt es für Carlos nur eine letzte Chance.
    Harte ehrliche körperliche Arbeit in einem abgelegenen Tal ider auf einer Alp, ohne Internet und ohne Handy.
    Das ein Jahr durchziehen, wenn das nicht klappt- Verwahrung.
    • Beasty 31.10.2019 11:16
      Highlight Highlight Wir kennen in der Schweiz keine Zwangsarbeitslager. Hierfür müsstest du auf Nordkorea.
    • Nüübächler 31.10.2019 11:29
      Highlight Highlight Auf einer Alp oder bei einem Bergbauern arbeiten ist nicht zu vergleichen mit Nordkoreas Arbeitslager.
  • freyar_geist 31.10.2019 09:47
    Highlight Highlight Der Staatsanwalt will eine Verwahrung, der Anwalt eine Freilassung. Welch eine Diskrepanz! Die Entscheidungsträger haben eine schwierige Aufgabe.

    Der offensichtlich persönlichkeitsgestörte Brian merkt nicht, dass er sich mit seinem Verhalten immer wieder selbst in Ketten legt. Vernunft wäre der Schlüssel zur Freiheit, doch ein Narzisst lässt sich nichts sagen.

    Die Zeit zurückdrehen kann niemand, nur Brian kann sich selbst ändern, im Umfeld eines Gefängnisses schwierig, aber nicht unmöglich. Wenn es seine Persönlichkeit nicht zulässt, ist es wohl besser, er bleibt im Gefängnis.









  • Asmodeus 31.10.2019 09:23
    Highlight Highlight Da glorifiziert jemand den guten Brian K. Doch etwas gar extrem.

    Er ist kein moderner Winkelried. Er ist kein Kämpfer gegen das Establishment oder sonst ein romantischer Blödsinn.

    Er ist ein junger Mann aus einem kaputten Umfeld der durch mangelnde Therapie, schlechte Einflüsse und massive Fehler der Behörden zu einer Gefahr für sich und andere wurde.

    Im Grunde wünsche ich ihm eine Resozialisierung aber ich bin zu pessimistisch.

    Er hätte keinen Grund der Justiz zu vertrauen und selbst wenn . Ohne eine gezielte Therapie (inklusive Medikation) sind Rückfälle vorprogrammiert.
  • Me:ish 31.10.2019 09:08
    Highlight Highlight " Immer wieder hätte die Justiz mit Härte und Repression, die an Folter grenzte, auf ihn geantwortet."
    Er hat mehr als einmal bewiesen, dass er nicht fähig ist in Freiheit zu leben. Stirbt dann tatsächlich jemand, liesse man ihn wieder frei, hält wieder niemand den Kopf hin.
  • SUPERDUKER 31.10.2019 09:04
    Highlight Highlight WAS -- FÜR -- EIN -- BERICHT

    Danke William Stern, fesselnd geschrieben, brutal ehrlich, differenziert => Gänsehaut.

    Solche Artikel tun dem WATSON gut

    • PlayaGua 31.10.2019 10:54
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
  • Kramer 31.10.2019 09:03
    Highlight Highlight Mit 10 in Handschellen abgeführt, mit 11 von Polizisten gewaltsam festgehalten, mit 15 dreizehn Tage lang zwangsfixiert!
    Jetzt mal ehrlich, einem Staat der so mit Kindern umgeht, darf sich nicht wundern wenn dabei ein kaputter Mensch rauskommt.
    Kein Mensch ist von Grund auf schlecht, die Gesellschaft macht ihn schlecht, und in diesem Fall hat der Staat seinen Teil dazu beigetragen.
    • Filzstift 31.10.2019 09:34
      Highlight Highlight Es ist in der Tat nicht normal dass Kinder so behandelt werden. Doch irgendeinen Grund musste das doch gehabt haben, dass Polizisten, die oftmals auch Väter/Mütter sind, bei einem 10-/11-Jährigen so weit gehen mussten.

      Mich wundert, dass diese Vorgeschichte nicht ausgeleuchtet wurde, zumal wir sonst eh alles über "Carlos" erfahren. Wurde hier fasch gehandelt (er klaute bloss Erdbeeren) oder war das in der Tat die einzige Lösung gewesen (weil unmittelbare Gefahr an Leib und Leben bestand)?
    • Magnum44 31.10.2019 09:35
      Highlight Highlight Wer so behandelt werden muss (Stichwort Verhältnismässigkeit), der war schon vorher alles andere als normal.
    • RicoH 31.10.2019 09:45
      Highlight Highlight Ich denke, dass es schon einen Grund gegeben hat, denn das sind ja nicht standardmässige Massnahmen. Irgendwann kommt man halt als Mensch an seine Grenzen, auch ein Polizist.

      Jedenfalls hat man bei ihm vieles versucht. Das muss man dem Staat auch zugute halten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Markus97 31.10.2019 08:55
    Highlight Highlight Wenn man es jetzt im Nachhinein rekapitulkert, war es sinnvoll das Sondersetting abzubrechen? Was wird das die Gesellschaft jetzt kosten, den Mann lebenslänglich zu verwahren? Ganz abgesehen von der menschlichen Tragödie. Carlos ist ganz offensichtlich ein psychisch schwer kranker Mensch und in dem man vor den Medien eingeknikt ist und ihn trotz Kooperation ins Geföngnis gesteckt hat, hat man ihm jede Chance auf Heilung genommen.
    Das man ihn jetzt verwahren muss ist klar, da kann man nicht mehr viel machen. Er ist jedoch nicht der einzige Verantwortliche.
    • Lululuichmagäpfelmehralsdu 31.10.2019 10:05
      Highlight Highlight Ich sehe das ähnlich.. Man hätte diesen Dokfilm niemals austrahlen sollen..
    • Bene883 31.10.2019 10:41
      Highlight Highlight Was wäre das Ergebnis des Sondersettings? Er wäre eine noch krassere Kampfmaschine, vernünftiger wäre er wohl kaum geworden, wenn er im Kickboxen noch ein paar mal kräftig auf die Birne bekommen hätte...
    • peeti 31.10.2019 11:08
      Highlight Highlight Bester Kommentar. Der Gang durch die vielen Gefängnisse nach dem Abbruch des Sondersetting war auch nicht gratis. Im Gegenteil, da wurde sicher ähnlich viel Geld verbraten - aber mit viel weniger Aussicht auf Besserung.

      Die Geschichte zeigt doch schön, dass man weniger auf Blick&Co. und die Politik hören und eher den Experten vertrauen sollte (gilt zB auch beim Thema KESB etc.).
    Weitere Antworten anzeigen
  • maude 31.10.2019 08:51
    Highlight Highlight 'Mit 10 Jahren wurde er in Handschellen aus dem Elternhaus abgeführt, mit 11 wurde er von Polizisten zu Boden gedrückt, und mit einer Spritze in den KO-Modus heruntersediert, mit 15 wurde er 13 Tage lang zwangsfixier'
    mit 10?!!!
    ab da dacht ich 'und was genau erwartet ihr?'

    (und ja gebs zu dacht auch' was seid ihr für A********'
    das tut meinem Mutterherzen weh sowas. Ohne dass ich ihn oder sein Verhalten entschuldigen will. Aber hallo?!und sich dann wundern wenn man zum Feindbild erklärt wird?)
    • Bene883 31.10.2019 09:07
      Highlight Highlight Zwangsfixiert wurde er, weil er suizid begehen wollte, nachdem er versucht hat mit einem Messer einen 18 Jährigen zu ermorden. Hätte man ihrer Meinung nach wohl zulassen sollen oder wie? Er war seit dem Kindergarten ein Querulant. Bei uns war das nicht anders in der Primarschule, die "ewigen" Störenfriede waren immer die erstverdächtigen wenn etwas passiert ist (Was dann bei ihm halt zu einer Verhaftung mit 10 geführt hat). Natürlich waren die Aktionen krass, aber er war definitiv nicht unschuldig, dass er schon als Kind/Teenager nicht mit Samthandschuhen angefasst wurde.
    • Ohniznachtisbett 31.10.2019 09:33
      Highlight Highlight Sorry maude: Mutterherzen in allen Ehren. Dass du mit 10 in Handschellen abgeführt wirst, dafür musst du schon mehr gemacht haben, als im Kiosk ein paar Cocifröschli zu klauen. In der Schweiz wird mit Kindern sehr legere umgegangen, was auch richtig ist. Wenn also die Polizei bei einem 10 jährigen solche Massnahmen anwendet, dann liegt einiges im argen bzw. der muss ordentlich was ausgefressen haben.
    • Pixie13 31.10.2019 09:43
      Highlight Highlight Ok und das rechtfertigt all seine Taten? Heftigste Gewaltausübung, Drohung, Körperverletzung und Vandalismus?
      Muttergefühle sind jetzt Fehl am Platz, v.a. da es nicht dein Kind ist.

      Viel Spass beim Blitzen
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lightning makes you Impotent (LMYI) 31.10.2019 08:39
    Highlight Highlight Bin mit dem Artikel nicht einverstanden! Man kann ja jetzt nicht die Welt oder hier die Justiz für einen Einzelfall neu erfinden. Wir haben eine Rechtsordnung die zwar nicht perfekt ist, aber doch das Beste aus ganz vielen Meinungen und Möglichkeiten. Einerseits ist es am System, sich immer wieder zu prüfen und zu hinterfragen. Aber andererseits ist es eben auch am Individuum das zu tun. Es kann sein, dass man Brian dabei verliert. Das ist für Ihn tragisch und schlimm. Aber deswegen eine Rechtsordnung auf den Kopf stellen, geht nicht. Er ist eben nicht der nette Junge von nebenan!
    • D0MD0M 31.10.2019 08:53
      Highlight Highlight Klar, zuerst das System, dann der Mensch. Hin und weder muss halt einer über die Klinge springen, zum Wohle des grossen Ganzen.
    • MSpeaker 31.10.2019 09:17
      Highlight Highlight An der Rechtsordnung sollte man nichts ändern, aber es macht auch keinen Sinn, Brian K. weiterhin nach der Rechtsordnung zu verurteilen.

      Unser Rechtssystem ist zum Glück ziemlich flexibel und man kann durchaus originelle Ideen umsetzen ohne etwas irgend ein Gesetz / verordnung neu zu schreiben.

      Das Problem ist doch wie der Artikel richtig schreibt, dass keiner eine Idee hat, wie man mit ihm umgehen soll. Da alle ratlos sind wird nun einfach nichts getan. Was ich total verstehe.

      In einem Wort: Ratlosigkeit
    • Linus Luchs 31.10.2019 09:30
      Highlight Highlight @LMYI: Es sind immer Ausnahmefälle, die die Schwächen eines im Regelfall guten Systems aufzeigen. Es gibt keinen Grund, sich dann nicht um die Korrektur der aufgedeckten Schwächen zu bemühen. Brian K. ist kein Einzelfall, er ist der bekannteste Fall seiner Art. Es darf nicht vorkommen, dass Ärzte einen Jugendlichen 13 Tage ans Bett fixieren. Es darf nicht vorkommen, dass ein Sondersetting, das funktioniert, durch die Kampagne eines Boulevard-Blatts beendet wird. Der Fall Brian K. ist eine Tragödie. In einer rechtsstaatlichen Zivilisation ist es Pflicht, daraus zu lernen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Militia 31.10.2019 08:31
    Highlight Highlight Abgesehen von der Tragik dieses Falles: Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie sich die Forderungen und Argumentation von Anklage und Verteidigung dermassen diametral gegenüber stehen. Man könnte fast meinen, die würden nicht den gleichen Fall verhandeln.
  • Fairness 31.10.2019 08:30
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
    • Gulasch 31.10.2019 08:51
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
  • KeineSchlafmützeBeimFahren 31.10.2019 08:25
    Highlight Highlight Ihr wisst schon, dass Carlos letztendlich ein Mensch ist? So wie du und ich? Der wird ja von den Medien regelrecht aufgefressen! Man missbraucht einen Menschen und sein Leben, um irgendwelche «Kritik» an unser Justizsystem auszuüben, dabei haben wir eines der fairsten der Welt.
    • Windfahnenprophet und Gotthelfjünger 31.10.2019 13:11
      Highlight Highlight Wieso verhält er sich dann nicht wie ein Mensch?
    • Garp 31.10.2019 14:58
      Highlight Highlight Er verhält sich, wie ein Mensch. Das Spektrum menschlichen Verhaltens ist breit und nicht immer positiv.

«Wir sind durch die Hölle gegangen» – Das sagt der Schlieremer Polizist zum Bundesgerichtsentscheid

Das Bundesgericht hat den Schuldspruch gegen die zwei Schlieremer Polizisten, die einen IV-Rentner in einem Schrebergarten verprügelt haben sollen, umgestossen. Die Anklage sei trotzdem nicht unberechtigt gewesen, sagt die Staatsanwaltschaft. Menschenunwürdig, urteilt der beschuldigte Roger Bobillier.

Es ist ein Gerichtsfall, der nur Verlierer kennt. 2011 klagt der IV-Bezüger Markus H., ein rauer Mann von knapp 40 Jahren, zwei Polizisten an. Sie sollen ihn in einem Schrebergarten in Schlieren massiv verprügelt und anschliessend durchs nahe Industriequartier gejagt haben. Die Beschuldigten, Bobillier und Bellet, zwei gestandene Polizisten mit tadellosem Leumund, weisen alle Vorwürfe zurück. 

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