Schweiz
Klima

Politik lässt sich von Wissenschaft über Klimakrise informieren

Politik kriegt Klima-Nachhilfe von der Wissenschaft

02.05.2022, 19:2002.05.2022, 19:20

Vertreterinnen und Vertreter von Wissenschaft und Politik haben sich in Bern zum Thema Klima- und Biodiversitätskrise ausgetauscht. Die Politikerinnen und Politiker erhielten dabei Informationen aus erster Hand. Eingeladen hatten Nationalratspräsidentin Irène Kälin (Grüne/AG) und Ständeratspräsident Thomas Hefti (FDP/GL).

Nationalratspraesidentin Irene Kaelin, GP-AG, berichtet ueber ihren Besuch in der Ukraine, am Donnerstag, 28. April 2022 in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)
Nationalratspräsidentin Irène Kälin.Bild: keystone

«Ein direkter Austausch schafft Verständnis», schrieb Kälin in der Einladung. Rund 100 Parlamentsmitglieder hätten am Treffen mit den Forscherinnen und Forschern im Nationalratssaal teilgenommen, berichtete die höchste Schweizerin am frühen Abend vor den Medien. Die Linke sei allerdings stärker vertreten gewesen.

«'Grün' denken und handeln darf keine Ideologie mehr sein, sondern muss zum Handlungsgrundsatz werden», hielt Kälin fest. Dafür brauche es die Politik. Die Politik habe es in der Hand, das nachhaltige Dreieck - das ökologische Gleichgewicht, die ökonomische Sicherheit und die soziale Gerechtigkeit - durchzusetzen.

Namhafte Wissenschafterinnen und Wissenschafter informierten die Ratsmitglieder über die Klima- und die Biodiversitätskrise und über Wege aus der Krise. Der Austausch sei wichtig gewesen und ein erster Schritt zur künftigen Kommunikation zwischen Wissenschaft und Politik, bilanzierte die ETH-Professorin Sonia I. Seneviratne.

Auch Kälin hoffte, dass das Treffen zum Grundstein wird für eine Aktivierung des Dialogs von Wissenschaft und Politik. Gerade die Corona-Krise habe gezeigt, was der Austausch dieser beiden Seiten bringen könne.

Der Berner Professor Markus Fischer, Mitglied des Expertenrats des Weltbiodiversitätsrats, nannte es «extrem wichtig», in der Diskussion von der Wissenschaft und der Politik legitimierte Studien zu zitieren. Am Treffen wurde aus erster Hand der neuste Stand vermittelt, aufgrund der Berichte des Weltklimarates und des Weltbiodiversitätsrats.

Angekündigt worden war das Treffen im Dezember. Ein Klima-Aktivist beendete nach der Bekanntgabe der Einladung einen 39-tägigen Hungerstreik. Der dreifache Familienvater sorgte sich vor allem um die Zukunft der Kinder. Vielen Parlamentariern scheine diese «erschreckende und dringende Realität» nicht bewusst zu sein, schrieb er damals.

Während drinnen der Austausch von Politikerinnen, Politiker, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stattfand, demonstrierten draussen vor dem Parlamentsgebäude Aktivistinnen und Aktivisten für Massnahmen für ein gesundes Klima. Gegen 200 Personen mit Transparenten hatten sich Anfang Nachmittag versammelt. (saw/sda)

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