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Hochgelegene Ferienorte profitieren doppelt vom Klimawandel

Gemeinde St. Moritz, aufgenommen am Sonntag, 14. Juni 2026, in St. Moritz. Die Gemeinde waehlt heute die Nachfolge von Christian Jott Jenny, der sein Amt Ende 2026 abgibt. (KEYSTONE/Mayk Wendt)
Bergorte wie St.Moritz profitieren von der Sehnsucht nach kühleren Feriendestinationen.Bild: keystone

Hochgelegene Ferienorte profitieren doppelt vom Klimawandel

27.10.2026, 14:1627.10.2026, 14:16

Die zunehmende Sommerhitze verändert das Reiseverhalten von Herrn und Frau Schweizer bei Ferien in der Heimat. Während die Städte unter hohen Temperaturen leiden, profitieren Bergdestinationen wie St.Moritz von der Nachfrage nach kühleren Ferienorten.

Besonders deutlich zeigte sich dies im Juli. Die Logiernächte von Schweizer Gästen stiegen in den alpinen Gebieten um 9 Prozent, wie BAK Economics am Dienstag an einer Medienkonferenz erklärte. In den Städten und übrigen Regionen ging die Nachfrage dagegen zurück.

Höhenlage entscheidend

«Je höher eine Gemeinde liegt, desto stärker ist die Nachfrage gewachsen», sagte BAK-Tourismusexperte Simon Flury. Besonders stark profitierten Orte wie Zermatt, St.Moritz und Davos. In Gemeinden über 1600 Metern nahmen die Logiernächte von Schweizer Gästen im Juli um 11 Prozent zu. Zwischen 500 und 800 Metern gingen sie dagegen um 4 Prozent zurück.

Entscheidend sei also die Höhenlage, so Flury. Zwar verzeichneten auch Destinationen mit attraktivem Wanderangebot hohe Zuwächse. Vergleiche zwischen Orten auf ähnlicher Höhe hätten jedoch gezeigt, dass vor allem die kühleren Temperaturen die Nachfrage begünstigten.

«Schweizer Gäste können ihre Ferien vergleichsweise kurzfristig planen und bei grosser Hitze spontan in die Berge ausweichen», so Flury weiter. Bei internationalen Gästen sei dies bislang kaum erkennbar gewesen, da sie ihre Reisen meist länger im Voraus buchten.

Städte unter Druck

Längerfristig könnte der Klimawandel die Wettbewerbsposition der Bergdestinationen weiter stärken. Hoch gelegene Ferienorte seien dabei doppelt im Vorteil, sagte Flury. «Im Sommer bieten sie kühlere Temperaturen und im Winter eine höhere Schneesicherheit.»

Für die Städte sind zunehmende Hitzewellen dagegen eine Herausforderung. Gerade Gäste aus den USA und den Golfstaaten erwarteten klimatisierte Hotelzimmer. Entsprechende Anpassungen würden teilweise durch regulatorische Vorschriften erschwert.

Chancen für die Schweiz noch unklar

Ob der Schweizer Tourismus insgesamt von diesem Trend profitiert, bleibt laut Flury offen. So könnten Urlauber statt ans Mittelmeer künftig vermehrt in die Schweizer Alpen reisen. Sie könnten ihre Mittelmeerferien aber auch in die kühleren Frühlings- oder Herbstmonate verlegen.

Zudem konkurriere die Schweiz mit nordeuropäischen Reisezielen. Entscheidend sei deshalb, wie gut sich die Destinationen an die veränderten klimatischen Bedingungen anpassen könnten. (sda/awp)

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