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Hotel Fafleralp nach Bergsturz wieder mit Postauto erreichbar

Lötschental Höhenweg Fafleralp lauchernalp Bergsturz Blatten 18. August 2026
Die Fafleralp im Lötschental war hinter Blatten rund ein Jahr von der Aussenwelt praktisch abgeschnitten. Seit diesem Sommer ist sie wieder einfacher erreichbar.Bild: Reto Fehr

Ein «kleines Wunder» sorgt dafür, dass dieses Hotel wieder einfacher zugänglich ist

Vor rund 15 Monaten zerstörte ein Bergsturz das Dorf Blatten. Der Tourismus im Tal brach dadurch total ein. Am Donnerstag (20.8.) wurde der letzte Wanderweg wieder geöffnet, der durch den Bergsturz gesperrt war. Und auch sonst ist vieles im Gang.
20.08.2026, 09:1920.08.2026, 18:20

95 Prozent der Wanderwege im Lötschental waren seit diesem Sommer wieder geöffnet. Zwei blieben gesperrt. Derjenige zwischen Löibegga und Weissenried, weil die Fundamente der Hängebrücke unterspült wurden. 2027 soll die rund 35 Meter lange Brücke über den Tännbach durch eine neue Brücke von 220 Metern Länge ersetzt werden.

Lötschental Wanderwege 18.8.2026
Der Weg über die Hängebrücke (links) bleibt gesperrt, der Weg zwischen Eisten und der Fafleralp (rechts) öffnet am 19. August 2026 wieder.Bild: schweizmobilplus

Die zweite Sperrung wurde gerade erst (am Donnerstag, 20. August 2026) aufgehoben. Sie betrifft den Weg von Griin (Eisten) über die Chiematt und Fell zur Fafleralp (der parallel verlaufende Weg über Aalegin bleibt noch zu). Dies ist die letzte Wegsperrung im Zusammenhang mit dem Bergsturz im Mai 2025. Zuletzt bereitete hier auch der oberhalb liegende Oigschtchummun-Gletscher Sorgen. Doch die Lage hat sich stabilisiert.

Lötschental Höhenweg Fafleralp lauchernalp Bergsturz Blatten 18. August 2026
Der Oigschtchummun-Gletscher (rechts) hielt das Lötschental in den letzten Wochen in Atem. Jetzt sei er nicht mehr absturzgefährdet. Links der Loibinbachgletscher.Bild: Reto Fehr

In fünf bis sieben Jahren wieder auf dem Niveau von 2024

Auch wenn dann praktisch 100 Prozent der Wanderwege im Tal wieder offen sind – und Wandern ist im Lötschental im Sommer die Haupttätigkeit der Touristen – ist noch lange nicht alles beim Alten. Mathias Fleischmann, CEO der Lauchernalp Bergbahnen AG und der Lötschental Marketing AG, sagt an einem Medienanlass diese Woche: «Das Ziel ist, dass wir in fünf bis sieben Jahren wieder auf dem Niveau von 2024 sind.»

Lötschental Höhenweg Fafleralp lauchernalp Bergsturz Blatten 18. August 2026
Noch immer prägend im Landschaftsbild: Die Schuttmasse des Bergsturzes.Bild: Reto Fehr

Damals – vor dem Bergsturz – verzeichnete das Lötschental mit rund 220'000 Logiernächten einen Rekord und den Höhepunkt eines rund zehnjährigen Wachstums. Im Sommer und Winter nach dem Bergsturz waren es noch 150'000 Logiernächte. Ein Minus von rund 30 Prozent. Das ist viel, aber immer noch besser als die Erwartungen von rund minus 40 Prozent.

Lötschental Höhenweg Fafleralp lauchernalp Bergsturz Blatten 18. August 2026
Das Hotel Momentum auf der Lauchernalp wurde in Rekordtempo aufgebaut und wird mindestens fünf Jahre bleiben.Bild: Reto Fehr

Tourismus als Lebenselixier, aber kein Massentourismus

Wie schnell sich der Tourismus – das Lebenselixier im Tal – erholt, hängt eng damit zusammen, wie schnell Hotels und Infrastruktur wieder aufgebaut sind. Beim Felssturz wurden drei Hotels komplett zerstört, zusätzlich blieb die Fafleralp zwar unbeschadet, war aber nicht mehr zugänglich. Damit waren praktisch alle Hotelbetten weg.

Lötschental Höhenweg Fafleralp lauchernalp Bergsturz Blatten 18. August 2026
Das Langgletscherhaus, das zum Hotel Fafleralp gehört.Bild: Reto Fehr

Massentourismus will man im Lötschental nicht. «Ziel sind nicht 300'000 Übernachtungen, wir wollen aber wieder auf das Niveau von 2024», sagt Fleischmann. Zuvor gab es zwei Hauptzielgruppen: Bergsportler, die sich gerne in der Natur bewegen, aber kein riesiges Wellness-Angebot brauchen, und Genussmenschen, die sich für die Natur und Kultur interessieren und gut essen wollen.

Lötschental Höhenweg Fafleralp lauchernalp Bergsturz Blatten 18. August 2026
Blick vom Aussichtspunkt direkt nach der Tellialp auf das ehemalige Blatten.Bild: Reto Fehr

Wird Blatten zum «Lernort»?

Jetzt könnte eine dritte Gruppe hinzukommen. Blatten könnte zu einem «Lernort» für Schulen und Universitäten werden. Oder allgemein für Leute, die sich für Flora und Fauna interessieren und dafür interessieren, wie sich die Natur nach einem Ereignis wie dem Bergsturz erholt. «Es gab viele Anfragen in diese Richtung», erklärt Fleischmann.

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Links der Bildmitte ist im oberen Bereich der Schuttmasse ein Testfeld für die Landwirtschaft zu erkennen. Hier wurde der Boden angereichert und jetzt wird geschaut, was wächst. Bild: Reto Fehr

Fafleralp wieder offen

Noch ist das Zukunftsmusik. Ein wichtiger Schritt Richtung Normalität konnte aber diesen Sommer gemacht werden: Die Fafleralp öffnete am 4. Juli wieder für Übernachtungsgäste, seit dem 20. Juli auch für Tagesgäste. Diese Oase der Ruhe blieb vom Bergsturz verschont. Aber der Zugang war nicht mehr möglich. Geschäftsführerin Barbara Achrainer – die am 1. April 2025 übernahm und in den letzten Zügen der Saisonvorbereitung steckte – musste ihr Hotel über ein Jahr geschlossen lassen.

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Das Hauptgebäude der Fafleralp weit hinten im Lötschental.Bild: Reto Fehr

Seit letztem Herbst war zwar der bekannte Lötschentaler Höhenweg wieder offen. Aber die Wanderung zur Fafleralp und zurück dauert zu Fuss rund fünf Stunden. Das machten zu wenige Gäste.

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Unterwegs auf dem Lötschentaler Höhenweg – dem wohl beliebtesten Wanderweg im Tal – Richtung Fafleralp.Bild: Reto Fehr

Mini-Postauto auf Notstrasse

Die erste kleine Erlösung kam am 27. Juni mit der Eröffnung der Notstrasse und dem Postautobetrieb zwischen der Lauchernalp und der Fafleralp. Achrainer sagt: «Das war ein unglaublicher Kraftakt und ein kleines Wunder, dass diese Notstrasse so schnell gebaut wurde.» Jetzt windet sie sich vorbei am Schuttkegel bei Blatten den Hang hinauf.

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Blick aus dem Postauto auf die Stelle, wo Blatten begraben wurde.Bild: Reto Fehr

Tatsächlich mussten dafür einige Abschnitte von vorher unbefestigten Strassen geteert werden und nur kleine Postautos mit 16 Sitzplätzen können unter anderem um die vier engen Haarnadelkurven manövrieren. Dabei müssen die Fahrer da auch zweimal ansetzen. Achtmal am Tag fährt das Postauto – du musst aber zwingend am Vorabend bis 16 Uhr deinen Platz reservieren.

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Die Strasse wurde neu geteert, aber bei engen Kurven wie hier, muss das Mini-Postauto zweimal ansetzen.Bild: Reto Fehr

Das ist kein Vergleich zur «Autobahn», die es vorher hatte, wie Achrainer sagt. Die Zufahrt war kürzer, häufiger und bot mehr Sitzplätze. Zudem konnte man auch mit dem eigenen Gefährt zu Fafleralp. Das geht jetzt (noch) nicht. Wer mit dem Auto anreist, muss in Wiler parkieren, mit der Gondel auf die Lauchernalp und dann mit dem Mini-Postauto in knapp 30 Minuten bis zur Fafleralp.

«Durchwachsen», nennt Achrainer denn auch den bisherigen Saisonverlauf: «Im Vergleich zu 2024 haben wir rund ein Drittel weniger Gäste. Wir sind froh um jeden, der hierher kommt.»

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Die Zimmer im Hotel Fafleralp.Bild: Reto Fehr

Tellialp: «Es lief besser als erwartet»

Positiver hört es sich bei Karl Meyer an. Seit 13 Jahren führt er die Tellialp am Höhenweg zwischen Lauchernalp und Fafleralp. Am 27. Juni nahm er den Betrieb nach einem Jahr Unterbruch wieder auf: «Es lief besser als erwartet. Wir hatten super Wetter und mussten noch eine zusätzliche Person einstellen.»

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Die Tellialp am Lötschentaler Höhenweg ist seit Ende Juni 2026 wieder geöffnet.Bild: Reto Fehr

Ob er mindestens eine schwarze Null schreibt – was vor der Saison das Ziel war –, wird sich im Herbst entscheiden. Aber Meyer wirkt, als sei dies möglich. Und das Tschäggättä-Steak ist auf jeden Fall ein Grund für einen Besuch auf der Tellialp, wie der Test auf der organisierten Medienwanderung zeigt.

Lötschental Höhenweg Fafleralp lauchernalp Bergsturz Blatten 18. August 2026
Menü auf der Tellialp.Bild: Reto Fehr

Vielleicht wird der kommende Winter auch besser, weil noch in diesem Jahr eine neue Seilbahn von Wiler nach Weissried fertiggestellt werden soll und ein neuer Schneeschuh-Trail an der Alp vorbeiführen wird. «Das wäre fantastisch», sagt Meyer. Es würde weitere Tagesgäste bringen. Übernachtungen sind hier nicht möglich.

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Blick auf die Tellialp.Bild: Reto Fehr

Hoffen auf den Herbst

Auf der Fafleralp ist die Ausgangslage anders. Dort setzt Achrainer noch konsequenter auf Aufenthaltstourismus und nicht Tagestourismus. Oder wie es die Geschäftsführerin ausdrückt: «Kommen, um zu bleiben. Nicht kommen, um durchzulaufen.»

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Das Restaurant im Hotel Fafleralp.Bild: Reto Fehr

Geboten werden neben Genuss-Gastronomie auf fast 1800 Metern nicht nur angenehme Temperaturen, sondern auch etwas, das vielerorts ganz besonders geworden ist: Ruhe und Abstand vom Alltag. Diese Ruhe wird denn von den Gästen auch oft als Motiv für den Aufenthalt genannt. «Viele möchten sich erholen und endlich mal wieder richtig gut schlafen», weiss Achrainer.

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Der Schwarzsee zwischen der Tellialp und Fafleralp. Sicherlich ein Highlight auf dem Höhenweg.Bild: Reto Fehr

Und was sind die Hoffnungen für den Herbst? «Die goldenen Lärchen sind hier ein Traum. Wir hoffen auch, dass die Gäste langsam merken: Wir sind wieder offen und sicher erreichbar.»

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Auch auf der Fafleralp hat es ein kleines Seeli.Bild: Reto Fehr
Das ist seit Sommer 2026 wieder möglich
– Öffnung von 95 Prozent der Wanderwege
– Wiederöffnung Hotel Fafleralp
– Wiedereröffnung Restaurant Tellialp
– Wiedereröffnung Camping Kippel
– Weiterführung Wanderbus Faldumalp/Kummenalp
– Erschliessung Fafleralp mit Busbetrieb Lauchernalp-Fafleralp
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Der Bergsturz von Blatten – eine Chronologie in Bildern
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Der Bergsturz von Blatten – eine Chronologie in Bildern

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Der Bergsturz von Blatten:
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