Tourismus in Italien erreicht im Sommer Rekordzahlen
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Zahl der Übernachtungen um mehr als 5,5 Millionen oder rund zwei Prozent. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag bei 3,8 Nächten.
Auch ausländische Gäste trugen massgeblich zum Wachstum bei. Ihre Zahl der Übernachtungen stieg um 4,4 Prozent, bei den italienischen Touristen waren es 2,7 Prozent. Die Ankünfte aus dem Ausland legten um 2,2 Prozent zu, bei den Italienern betrug das Plus 3,5 Prozent. Besonders im August blieben ausländische Gäste länger im Land.
«2025 war bereits ein Rekordjahr, aber dieses Jahr ist noch besser», sagte der Tourismusminister Gianmarco Mazzi. Im Sommer 2025 waren insgesamt mehr als 260 Millionen Übernachtungen gezählt worden, bei einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 3,5 Nächten. Ausländische Gäste hatten damals erstmals einen grösseren Anteil an den Übernachtungen als italienische Reisende.
Online-Buchungsplattformen boomen
Auch die Auslastung der Unterkünfte auf grossen Online-Buchungsplattformen lag im Sommer deutlich über dem Vorjahreswert. Diese sogenannte OTA-Auslastung erreichte 61,8 Prozent und damit 13,8 Prozentpunkte mehr als 2025. Nach Angaben des Ministers lag Italien damit sieben Punkte vor Spanien und 17 Punkte vor Frankreich. Der Vorsprung vergrösserte sich demnach auch im September. In den ersten zehn Tagen des Monats lag die Auslastung in Italien bei 56,2 Prozent. Spanien kam auf 43,6 Prozent, Frankreich auf 35,5 Prozent.
Besonders gefragt waren Bergregionen. Die autonome Provinz Trient erreichte mit 67,3 Prozent die höchste Auslastung Italiens. Es folgten Sardinien mit 67,2 Prozent, Friaul-Julisch Venetien mit 66,3 Prozent sowie Sizilien und Venetien mit jeweils 65,5 Prozent. Mazzi führte den Erfolg der Bergdestinationen unter anderem auf die aussergewöhnlichen Hitzewellen während der Sommermonate zurück.
Auch kleinere Ortschaften gefragt
Auch kleinere Orte profitierten vom Tourismusboom. In Gemeinden mit weniger als 5000 Einwohnern stieg die Zahl der Ankünfte im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 Prozent, die Zahl der Übernachtungen um 4,4 Prozent. Die Regierung versucht seit längerem, mit der Förderung kleiner Orte den Tourismus stärker über das ganze Land und über das gesamte Jahr zu verteilen.
Besonders stark war das Wachstum im Mai: Die Ankünfte in den kleinen Gemeinden legten um 20,8 Prozent zu, die Übernachtungen um 24 Prozent. Bei den Ankünften verzeichnete das Latium mit 10,9 Prozent den stärksten Zuwachs. Dahinter folgten Friaul-Julisch Venetien (9,9 Prozent), die Abruzzen (9,6 Prozent) und das Piemont (9,0 Prozent). (sda/apa)
