Schweiz
Konsum

Deswegen haben es die Online-Supermärkte von Coop und Migros schwer

Die Migros arbeitet für ihren Lieferdienst mit Coop zusammen.
Mindestbestellwert ist bei Migros und Coop 99.90 Franken.Bild: Migros

Deswegen haben es die Online-Supermärkte in der Schweiz schwer

Coop und Migros investieren viel in hochmoderne Verteilzentren, um ihre Online-Shops auf den Vormarsch zu bringen. Doch die Schweizer kaufen lieber vor Ort. Die Gründe.
14.09.2026, 19:1014.09.2026, 19:10

Vor Kurzem hat die Migros ihr Online-Verteilzentrum in Regensdorf eröffnet. Es soll zukünftig bis zu 21'000 verschiedene Artikel der Kundschaft nach Hause liefern, schreibt die NZZ. Und auch Coop plant ein neues Logistikzentrum in Regensdorf, mit bis zu 16'500 Bestellungen pro Tag. Die Detailhandelsriesen halten zusammen 95 Prozent des Online-Lebensmittelhandels.

Trotz dieser Investitionen in die Zukunft, sind die Schweizerinnen und Schweizer wohl noch nicht so weit. Denn in der Schweiz wird nur ein kleiner Teil online bestellt. 2025 wurden drei Prozent der Lebensmittel online gekauft. Beliebter ist der Einkauf vor Ort.

Migros regensdorf verteilzentrum
Das Verteilzentrum der Migros in Regensdorf ist zurzeit nur zu 20 Prozent ausgelastet.Bild: orma mueller/migros

Die Situation ist auch in der Auslastung des neuen Verteilzentrums der Migros zu sehen: Die Auslastung beträgt heute 20 Prozent. 2027 solle bis auf 70 Prozent aufgestockt werden. Dennoch dürfte der Online-Lebensmittelhandel hierzulande in absehbarer Zeit nicht die Ausmasse erreichen, die in anderen Ländern bereits Realität sind.

Ein gutes Beispiel ist Grossbritannien. Über zehn Prozent der Menschen bestellen dort ihre Lebensmittel online. Dies funktioniert, da die Filialen als Miniverteilzentren funktionieren und so nicht lange Lieferwege bestehen.

Gründe für harzigen Online-Handel

In der Schweiz haben es die Detailhändler schwieriger, im Online-Handel erfolgreich zu sein.

Ein Grund ist die vergleichsweise kleine Fläche. In der kleinen Schweiz haben es die Konsumentinnen und Konsumenten zum nächsten Supermarkt nicht weit. Dazu kommt die strenge Regulierung durch das Lebensmittelgesetz, was Verpackung und Versand erschwert und verteuert. Beispielsweise dürfen Putzmittel nicht im selben Sack wie ein frisches Brot landen und auch die Kühlkette muss eingehalten werden. In anderen Ländern ist man da lockerer als in der Schweiz.

Logo "Coop at home", aufgenommen am Mittwoch, 30. August 2006 im Coop Logistikcenter in Spreitenbach. Die Detailhandelsguppe Coop positioniert ihren Online-Supermarkt unter dem Namen "C ...
Coop ist neben der Migros das Zugpferd bei den Online-Supermärkten in der Schweiz.Bild: Keystone

Der letzte Punkt, wieso der Online-Supermarkt hierzulande erschwert wird, sind die hohen Lohnkosten. Diese werden zum Teil an die Kundschaft überwälzt, weswegen der Weg vom Verteilzentrum zum Konsumenten im Vergleich zu anderen Ländern teuer ist.

Eine Hürde könnte auch der Mindestbestellwert von 99.90 Franken bei Migros und Coop sein. Dazu kommen die Liefergebühren oder höhere Kosten bei einer Lieferung am gleichen Tag.

(kek)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die wundersame Welt der amerikanischen Supermärkte
1 / 28
Die wundersame Welt der amerikanischen Supermärkte
Vielleicht ist er auch von einer anderen Welt.
quelle: imgur
Auf Facebook teilenAuf X teilen
So eine Migros-Filiale hast du (vermutlich) noch nie gesehen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Pfister kündigt an: Schweiz erhält bis Mitte 2027 erste Patriot-Komponenten
Gute Neuigkeiten für die Schweizer Armee: Laut Verteidigungsminister Martin Pfister hat die Schweiz von den USA die Zusage erhalten, im Laufe des nächsten Jahres erste Komponenten des Patriot-Systems zu erhalten. Ein Abbruch der Beschaffung ist kein Thema mehr.
Zur Story