Konsumentenschützer haben Fitness-Influencer Christian Wolfs Marke im Visier
Proteinprodukte für Fitnessjunkies boomen. Dies weiss auch der deutsche Influencer Christian Wolf, der schon 2017 mit seinem damaligen Geschäftspartner Michael Weigl die Marke More Nutrition gründete. Auf Social Media vermarktet er die kalorien- und zuckerreduzierten Lebensmittel eifrig. Laut Fachleuten soll sich sein Jahresumsatz auf um die 660 Millionen Euro berappen, berichtet Blick.
Wolfs Produkte haben es mittlerweile in die Schweiz geschafft. Seit einem Jahr gibt es die Artikel bei Coop. Im Unterschied zu Deutschland sind die hiesigen Preise aber happig: Der «Protein Iced Coffee Latte Macchiato», der in Deutschland umgerechnet rund 30 Franken kostet, kostet in der Schweiz rund 40 Franken, also ein Drittel mehr.
Wie «Blick» berichtet, hat den Influencer und seine Marke More auch der Schweizer Konsumentenschutz im Auge: «More Nutrition ist uns bekannt. Bei uns sind bisher zwei Beschwerden zum Unternehmen eingegangen, beide im Jahr 2025», meint eine Sprecherin. Beide Beschwerden kamen von Schweizer Kunden.
More Nutrition sagt dazu gegenüber der Zeitung: «Wir verstehen, dass Preisunterschiede zu Deutschland für Schweizer Kundinnen und Kunden ärgerlich sind.» Jedes Paket verursache jedoch zusätzliche Zoll- und Versandkosten. Auch Angestellte, Logistik und Vertrieb seien in der Schweiz teurer.
Künstliche Verknappung
Der Konsumentenschutz kritisiert neben den hohen Preisen auch die Strategie des Unternehmens, die Produkte künstlich zu verknappen. Vielfach sind die Artikel nach kurzer Zeit ausverkauft. Im Shop nutzt More Nutrition sogenannte Dark Patterns. Dies sind Countdowns, die nur eine kleine Anzahl an verfügbaren Produkten andeuten.
Nicht mit Ruhm bekleckert sich das Unternehmen auch mit seinen Werbeversprechen, wie etwa der angeblichen Regulierung von Hormonen durch Vitamin-B6-Kapseln. Neben deutschen Organisationen kritisiert dies auch der Schweizer Konsumentenschutz.
Auf einige Anschuldigungen reagierte More Nutrition bereits mit dem Entfernen von Inhalten und der Schulung ihrer Creatorinnen und Creatoren. Ob solche Werbeversprechen zukünftig für noch mehr Beschwerden beim Konsumentenschutz sorgen, wird sich zeigen.
(kek)
