Pro Senectute: Jede dritte Person über 60 fühlt sich einsam
Eine neue Umfrage zeigt: Etwa 800'000 ältere Menschen in der Schweiz wünschen sich im Alltag mehr Gesellschaft. Rund 140'000 von ihnen geben sogar an, gesellschaftliche Kontakte häufig zu vermissen.
Die repräsentative Befragung wurde im Auftrag von Pro Senectute durch das Forschungsinstitut GFS Zürich durchgeführt. Befragt worden sind Personen ab 60 Jahren.
Die Ergebnisse zeigen, dass vor allem ältere Menschen ohne Partnerin oder Partner besonders stark von Einsamkeit betroffen sind. Verwitwete, Geschiedene und Getrennte berichten demnach öfter von Ausgrenzungsgefühlen. Während nur 3 Prozent der Verheirateten häufig Gesellschaft vermissen, sind es bei den Verwitweten 11 Prozent.
Die grosse Mehrheit der über 60-Jährigen in der Schweiz ist sozial gut eingebunden. «Trotzdem müssen wir konstatieren, dass Einsamkeit im Alter kein Randthema ist», sagt Peter Burri Follath, Mediensprecher von Pro Senectute Schweiz, gegenüber SRF. «Es sind mehrere 100'000 Menschen, die wirklich darunter leiden und sich oft auch schwertun, sich dem zu äussern und aus dieser Situation herauszukommen.»
Mehr Begegnungsorte können Einsamkeit verhindern
Auffällig ist auch, dass ein Zusammenhang zwischen niedrigem Einkommen und dem Gefühl, zu selten mit anderen zusammen zu sein, festgestellt werden konnte. Alain Huber, Direktor von Pro Senectute Schweiz, schreibt dazu in einer Medienmitteilung:
Neben Freundschaften und Partnerschaften sind freiwilliges Engagement und die aktive Teilnahme in einem Verein gute Wege, um soziale Kontakte zu knüpfen. «Dann kommt man automatisch mit anderen Menschen in Kontakt, hat vielleicht auch wieder eine Aufgabe», sagt Peter Burri Follath.
(pem)
