Homeoffice-Boom in der Schweiz: Der grosse Ländervergleich
Stellen mit Homeoffice-Option sind beliebt. Wer derzeit auf Stellensuche ist, hat gute Chancen: Der Anteil ausgeschriebener Stellen mit Remote-Option ist in der Schweiz aktuell höher als während Corona. Seit Anfang Jahr stieg der Anteil der Inserate um 12,7 Prozent. Dies zeigt eine aktuelle Analyse der Jobseite Indeed. Das Job-Portal wertete Stellenausschreibungen auf der eigenen Website mit einem Anteil von mindestens zehn Prozent an Remote-Work-Optionen aus.
Die Länder im Vergleich
Ob und in welchem Umfang Homeoffice angeboten wird, unterscheidet sich von Land zu Land. In der Schweiz ist derzeit das stärkste Wachstum bei Stellen mit Homeoffice-Möglichkeit unter den untersuchten europäischen Märkten zu beobachten. Damit hat die Schweiz sogar Deutschland überholt. Rund jede siebte Stellenausschreibung bietet inzwischen die Option, zumindest teilweise remote zu arbeiten.
Länder mit dem höchsten Homeoffice-Anteil sind jedoch Polen, Spanien, Irland und Österreich.
«Schweizer Unternehmen können es sich nicht leisten, auf Homeoffice zu verzichten», meint Dr. Virginia Sondergeld, Arbeitsmarktexpertin und Ökonomin von Indeed. Sie erklärt weiter: «Homeoffice gewinnt hier weiter an Bedeutung. Wenn Unternehmen spezialisierte Fachkräfte suchen, können sie sich durch Homeoffice-Angebote attraktiver aufstellen. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise Ortsgrenzen und Pendelzeiten überwinden und der Talentpool vergrössern.»
Die Branchen im Vergleich
Auch innerhalb der Schweiz gibt es Unterschiede beim Anteil an Homeoffice-Stellen. Von Branche zu Branche ist die Entwicklung anders.
Ein starkes Wachstum ist bei Büro- und Verwaltungsjobs zu verzeichnen. Seit Jahresbeginn stiegen die Stellenangebote mit Homeoffice-Option um rund 64 Prozent. Auch im Maschinenbau sowie im Bank- und Finanzwesen ist ein Anstieg zu verzeichnen. Bei letzterem gibt es bei rund jeder zweiten Ausschreibung Aussicht auf flexibles Arbeiten.
Weniger Remote-Stellen gibt es dagegen in technischen Berufsgruppen, im Rechtswesen sowie in der Sicherheitsbranche. Hier scheinen die Chefs wieder mehr Präsenz im Büro zu fordern.
(kek)
