Schweiz
Arbeitswelt

Leere Büros wegen Homeoffice beim Bund

Arbeitsbereiche und Bueros waehrend einer Begehung der neuen Verwaltungsgebaeude am Guisanplatz, am Dienstag, 14. Mai 2019, in Bern. Die Verwaltungsgebaeude am Guisanplatz stehen nach zehn Jahren Baug ...
Büroräume eines Verwaltungsgebäudes des Bundes in Bern.Bild: KEYSTONE

Teure Büros bleiben leer – Angestellte beim Bund arbeiten lieber im Homeoffice

Über die Hälfte des Bundespersonals arbeitet regelmässig mobil. Wegen der Beliebtheit des Arbeitens im Homeoffice bleiben jedoch viele Büroräume leer. Das kostet.
15.03.2026, 10:3915.03.2026, 11:42

In der Corona-Zeit erlebte Homeoffice einen regelrechten Boom. Viele Firmen liessen ihre Angestellten auch nach der Pandemie noch remote arbeiten. Bei manchen hat der Wind jedoch mittlerweile gedreht, die Mitarbeitenden werden zurück ins Büro gerufen. Klappen tut das aber nicht überall gleich gut. Und das hat Folgen.

Auch beim Bund wird flexibles Arbeiten gefördert. Eine Personalumfrage vom Januar zeigte, dass 66 Prozent dies regelmässig tun, berichtet die NZZ am Sonntag. Dass dies möglich ist, hat auch Gründe. Der Bund wolle so für Fachkräfte attraktiv wirken.

Der Betrieb kostet, auch wenn keiner da ist

Doch das Arbeiten im Homeoffice hat Folgen: «Aufgrund von flexiblem und hybridem Arbeiten sind heute viele Arbeitsplätze in den Bürogebäuden nur teilweise besetzt», zitiert die Zeitung aus einem internen Verwaltungsdokument.

Das gilt für 2700 Immobilien, die den 44'000 Angestellten zur Verfügung stehen. Der Betrieb kostet, laut «NZZaS» mehrere tausend Franken pro Vollzeitmitarbeiter in einem Jahr. Hinzu kommen bauliche Investitionen pro Arbeitsplatz für durchschnittlich knapp 130'000 Franken.

Zahlen und Massstäbe fehlen

Zwar wurden in den vergangenen Jahren fixe Arbeitsplätze durch Desk-Sharing ersetzt, doch die frei gewordene Fläche wurde in Sitzungszimmer, Kreativzonen oder Begegnungszonen umgestaltet, statt sie extern weiterzuvermieten.

Wie viele Büros tatsächlich regelmässig benutzt werden, ist nicht mit Zahlen zu belegen. Deshalb will die stellvertretende Direktorin der Eidgenössischen Finanzkontrolle, Brigitte Christ, nun eine «realitätsnahe Bedarfsplanung». Das Problem: Je nach Departement und Amt unterscheide sich das Vorgehen bezüglich genutzter Flächen, sagt sie zur Zeitung.

Brigitte Christ, Stellvertretende Direktorin der EFK, spricht waehrend einer Medienkonferenz der Eidgenoessische Finanzkontrolle (EFK) zum Jahresbericht 2022, am Dienstag, 23. Mai 2023 in Bern. (KEYST ...
Brigitte Christ, stellvertretende Direktorin der Eidgenössischen Finanzkontrolle.Bild: KEYSTONE

Da ändert auch die Zukunftsstrategie des Bundes wenig. Sie sieht vor, bis 2036 die Arbeitsplätze weiter auf grosse Standorte zu konzentrieren, etwa in Genf, im Tessin oder in Zürich. «Problematisch ist, dass konkrete, messbare Zielgrössen und Kennzahlen sowie teilweise Ausgangswerte fehlen», sagt Christ.

Verwaltungskontrolle prüft Homeoffice-Umgang

Das zuständige Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) erklärt, dass der Flächenverbrauch pro Vollzeitstelle bis 2036 um 17 Prozent reduziert werden soll. Das soll durch effizientere Flächen bei Sanierungen und Neubauten oder das Aufgeben von ineffizienten Mietobjekten erfolgen.

Möglicherweise muss es allerdings bald nochmals über die Bücher. Wie die «NZZ am Sonntag» schreibt, werden die Vorgaben für Telearbeit auf ihre Zweckmässigkeit und der Umgang des Bundes mit den Folgen für die Gebäudenutzung derzeit von der Verwaltungskontrolle des Parlaments untersucht. (vro)

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