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Feuerwerke machen der Schweizer Feuerwehr vor dem 1. August Sorgen

Raketen Attrappen und Schweizer Faehnlein im Schaufenster eines Feuerwerkgeschaefts, fotografiert am Dienstag, 28. Juli 2026 in Bern. Das Geschaeft bleibt aufgrund des Feuerwerkverbots bis auf weitere ...
Kann in der aktuellen Situation leicht zu Waldbränden führen: Feuerwerk.Bild: keystone
Interview

«Ja, ich bin besorgt» – Feuerwehr hofft auf Feuerwerk-Vernunft am 1. August

In mehreren Ländern Europas wüten aktuell heftige Waldbrände. Der bevorstehende Nationalfeiertag macht aufgrund der Trockenheit auch dem Bündner Feuerwehrinspektor Conradin Caduff Sorgen. Im Interview mit Keystone-SDA spricht er über die aktuelle Situation in Graubünden und sagt, wie gut die Bündner Feuerwehr auf Waldbrände vorbereitet ist.
31.07.2026, 19:2131.07.2026, 19:21

Conradin Caduff ist seit über 30 Jahren in der Feuerwehr aktiv. Seit Ende 2020 ist er Bündner Feuerwehrinspektor und Leiter Feuerwehr bei der Gebäudeversicherung Graubünden. Mit seinem Team ist er unter anderem für Planungen, Richtlinien und die Ausbildung der Feuerwehrleute zuständig. Weiter unterstützt die Feuerwehrabteilung zusammen mit den Bezirksinspektoren die Feuerwehren im Einsatz.

In vielen Regionen Graubündens herrscht ein absolutes Feuerverbot im Freien. Am Samstag wird der Nationalfeiertag gefeiert, bei dem Feuer und Feuerwerke eine grosse Rolle spielen. Sind Sie besorgt?
Conradin Caduff: Ja, ich bin besorgt. Ich hoffe, dass die Menschen vernünftig und vorsichtig sind und vor allem die Verbote der Behörden respektieren, damit es nicht zu einem schlimmen Ausgang kommt.

Absolutes Feuerverbot

Mit einem absoluten Feuerverbot ist in der Regel Folgendes verboten: Im Freien darf kein Feuer entfacht werden und an Feuerstellen, Feuerschalen sowie Einweggrills darf nicht grilliert werden. Feuerwerke sind meistens ebenfalls verboten, darunter fallen auch Himmelslaternen und Höhenfeuer. Was meist noch erlaubt ist, ist das Grillieren im Siedlungsgebiet auf Gas- und Elektrogrills. Wenn du sichergehen willst, solltest du die Website deiner Gemeinde konsultieren.

Nicht nur die Böden sind trocken, auch die Pegel von Seen und Flüssen sind niedrig. Ist das ein zusätzlicher Faktor, der die aktuelle Situation auch für die Feuerwehr noch schwieriger macht?
Die Wasserverfügbarkeit ist entscheidend für die Brandbekämpfung. Wenn es keine Wasserquellen in der Nähe gibt, dann wird es schwieriger und aufwendiger, Feuer zu bekämpfen. Wenn das Wasser in der Nähe ist, sind beispielsweise die Helikopter-Rotationen kürzer, was die Effizienz deutlich steigert.

Wie sieht es aktuell mit der Wasserverfügbarkeit im Kanton aus?
Das Amt für Wald und Naturgefahren führt eine Karte mit möglichen Wasserentnahmestellen, welche der Feuerwehr im Brandfall für die Einsatzplanung dient. Zurzeit gibt es Regionen, in denen nur wenig Wasser verfügbar ist und Bäche teilweise ausgetrocknet sind. Die lokalen Akteure, insbesondere die Forstfachleute, aber auch die Feuerwehrleute, kennen die aktuellen Verhältnisse und die verfügbaren Wasserentnahmemöglichkeiten jedoch gut und können situative Anpassungen vornehmen.

Hat sich die Ausbildung der Feuerwehr in den letzten Jahren verändert, um den zukünftigen Herausforderungen – beispielsweise längeren Dürreperioden und Hitzewellen – gerecht zu werden?
Ja, sie ist stärker geworden. In den 90er- und Anfang der 2000er-Jahren war das Thema Waldbrandbekämpfung im Süden des Kantons stärker präsent als im Norden, auch weil dieser mehr davon betroffen war. In den 90er-Jahren und auch davor gab es im Süden immer wieder grosse Waldbrände, zum Beispiel 1997 in Brusio und im Misox und dann 2003 in Santa Maria Val Calanca. Als Reaktion darauf wurden die Waldbrandstützpunkte verstärkt und auf das gesamte Kantonsgebiet ausgeweitet.

A forest fire burns in the Misox valley between Mesocco and Soazza, in the canton of Grisons, Switzerland, on Tuesday, December 27, 2016. According to the cantonal police of Grisons, at 8pm CET an are ...
Waldbrände im Misox 2016.Bild: TI-PRESS

Welche Lehren hat man aus den Waldbränden im Misox vor etwa zehn Jahren gezogen?
Die Brände im Misox und im Calancatal 2016 haben dann noch einmal einen zusätzlichen Impuls gegeben. Der Kanton hat daraufhin die Strategie «Waldbrandprävention 2030» vorgestellt, die über 20 Millionen Franken in die Löschinfrastruktur, also den Bau oder die Erweiterung von Löschwasserbecken oder -teichen sowie in Feuerwehrmaterial für die Waldbrandbekämpfung investieren will. Ein Grundsatz dieser Strategie ist, dass man möglichst schnell ein Feuer in einem Schutzwald per Helikopter löschen kann.

ZUR MEDIENKONFERENZ UEBER DEN EINSATZ ZUR BEKAEMPFUNG DER WALDBRAENDE IM MISOX UND CALANCATAL STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - A fire fighting helicopter discharges water over ...
Ein Helikopter löscht im Misox 2016 heftige Waldbrände.Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Im Bereich des Feuerwehrmaterials war das Ziel, ausreichend Löschmaterial bereitzustellen, um gleichzeitig zwei Waldbrände in einer Grössenordnung wie jener im Misox im Jahre 2016 bewältigen zu können. Aus meiner Sicht ist der Kanton Graubünden mit all diesen Massnahmen im Bereich der Waldbrandbekämpfung heute gut aufgestellt.

In den letzten Wochen mussten mehrere Feuerwehrleute, die bei der Brandbekämpfung tätig waren, wegen Herz-Kreislauf-Problemen medizinisch betreut werden. Ist das ein neues Phänomen für Sie?
Nein, das ist es nicht. Die genannten Fälle beziehen sich auf Gebäudebrände. In diesen Fällen tragen die Feuerwehrleute Brandschutzbekleidung, die sehr hohen Temperaturen standhält. An heissen Tagen und bei schwerer Arbeit kann die Bekleidung durchaus zu einem Hitzestau führen. Bei Waldbränden tragen die Feuerwehrleute hingegen leichtere Brandschutzbekleidung.

In der Ausbildung wird immer wieder auf diese Problematik hingewiesen. Gegenmassnahmen sind, genügend Wasser zu trinken und, wenn möglich, auch Pausen einzulegen, respektive für genügend Ablösungen zu sorgen.

Im vergangenen Jahr haben Sie in einem Interview mit der «Engadiner Post» gesagt, dass es langfristig notwendig sein werde, alternative Möglichkeiten zur Brandbekämpfung zu prüfen. Liegen solche Alternativen inzwischen vor?
Wir diskutieren darüber. Zum Beispiel, wie man das vorhandene Wasser am besten einsetzt. In diesem Sinne haben wir bereits Hochdrucklöschanlagen im Einsatz, bei denen viel weniger Wasser als beim herkömmlichen Vorgehen verwendet wird.

epa13143708 Firefighter battle a wildfire in the Fichtia area of Argolida in the Peloponnese region, Greece, 31 July 2026. Residents were ordered to evacuate toward Argos as 42 firefighters, including ...
Weltweit haben Waldbrände deutlich zugenommen.Bild: keystone

Letztlich müssen die vorhandenen Mittel gezielt eingesetzt und Prioritäten gesetzt werden. Ein weiterer Ansatz könnte die Prüfung des gezielten Einsatzes von Brandverzögerungsmitteln sein, die im Ausland bereits Anwendung finden. Wir müssen aber auch schauen, was auf dem Markt verfügbar ist. Die eingesetzten Produkte müssen ausserdem auch dem Bundesgesetz über den Wald gerecht werden, welches unter anderem besagt, dass man keine umweltschädlichen Substanzen in Wäldern einsetzen darf.

Haben Sie bereits Tests durchgeführt?
Wir haben noch keine durchgeführt. Mein Ziel ist, dass dieses Thema auf nationaler Ebene diskutiert wird. Wir können hier durchaus als Vorreiter fungieren und die Prüfung vorantreiben. Aber am Ende sollte es eine nationale Strategie geben. Wir müssen auf jeden Fall die Erfahrungen aus den Nachbarländern, zum Beispiel Frankreich, Italien und Österreich, in unsere Überlegungen einbeziehen. (leo/sda)

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Die eindrucksvollsten Bilder der Waldbrände in Frankreich und Spanien
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Die eindrucksvollsten Bilder der Waldbrände in Frankreich und Spanien

Auch in der Nacht auf Montag, den 27. Juli 2026, brennen die Flammen im französischen Département Gironde weiter.

quelle: www.imago-images.de / imago images
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12 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Yallix
31.07.2026 19:40registriert Februar 2025
Mit einem Minimum an Vernunft und Rücksichtnahme könnte man sich an klare Vorgaben fürs Abbrennen des Feuerwerks halten.
Trotzdem scheint dies für das heutige freie Individuum offensichtlich eine masslose Überforderung zu sein.
Lieber erwartet man dafür „Toleranz“, kultiviert sein Ego unter dem Deckmantel „Eigenverantwortung“ und mokiert sich dümmlich über "Bünzlis".
Da ist es nur logisch, dass grundlegenden Regeln eines respektvollen Zusammenlebens halt mit juristischen Mitteln Nachdruck verliehen werden muss.
Bezeichnenderweise sind es dann genau jene, welche dies erst notwendig machen.
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Psychohirngrütze
31.07.2026 21:06registriert Mai 2025
Leider wird es immer solche Hohlköpfe geben, die es für richtig halten, den China-Böller zum Nationalfeiertag abzuschiessen. Nun, aber warum nicht mit der Zeit gehen und Lichtzauberei mit LED`s oder Drohnen erstellen. Es ist schade, dass nicht alle mitdenken, in welcher trockenen, gefährlichen Lage, wir uns befinden! Seid nett zur Natur!
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Steibocktschingg
31.07.2026 20:47registriert Januar 2018
Oh, hätte nicht erwartet meinen alten Lehrer als Feuerwehrinspektor in einem Interview bei Watson zu sehen. Ich erinnere mich noch an seine Begeisterung beim Thema Feuerwehr, Feuerbekämpfung und Feuer im Unterricht.

Wie auch immer, ich teile seine Bedenken und hoffe, dass die Leute vernünftig genug sind, nicht Feuerwerk abzubrennen, nur weil ihnen das so gefällt und es ihnen egal ist, dass es grosse Feuer auslösen kann.

Ich hoffe auch, dass die von ihm angetönten Themen in Bezug auf neue Strategien für die Feuerbekämpfung mehr diskutiert werden, wir sehen gerade live, wie wichtig das ist.
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Hey, was gibt's eigentlich bei euch am 1. August zu essen?
Jetzt, wo wir wegen Grillverbot nicht brööteln können, weisch?
Irgendwie erlebe ich da eine Art kognitive Diskrepanz: ein 1.-August-Essen ohne Bratwürste oder Cervelats vom Gartengrill? Das ist einfach … seltsam. Was sollen wir denn stattdessen essen? Klar kommen einem etliche andere Schweizer Gerichte in den Sinn … aber irgendwie verbindet man diese nicht mit dem 1. August. Weil dann doch Grillieren angesagt ist. Draussen hocken und Lampions und so. Deshalb die Frage:
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