Sei es ein sogenanntes Körperjoghurt mit Mandelmilch oder eine Fusscreme mit Pfefferminze: In den Geschäften von «The Body Shop» kamen viele Geschmäcker in Sachen Körperpflege auf ihre Kosten. Bekannt war die Marke unter anderem für ihre Haltung, auf Tierversuche für Kosmetikprodukte zu verzichten. In der Schweiz war der Detailhandelsriese Coop seit 2010 Franchisenehmerin der britischen Marke. Aktuell werden 33 Filialen hierzulande betrieben.
Doch damit hat es sich nun. Wie Coop bekannt gibt, verzichtet der Detailhändler nach «eingehender Analyse» auf eine Vertragsverlängerung per Ende Mai. Die «früher einmalige Positionierung der Marke» sei heute nicht mehr gegeben. Deshalb würden nun alternative Nutzungen durch andere Coop-Fachformate geprüft. Alle 108 Mitarbeitenden erhalten ein Angebot zur Weiterbeschäftigung innerhalb der Genossenschaft.
Vor einem Jahr hatte die Muttergesellschaft in Grossbritannien Insolvenz angemeldet. Coop gab daraufhin bekannt, dass an den hiesigen Standorten festgehalten werde, die Schweizer Gesellschaft sei ein gesundes Unternehmen. Doch nun schreibt der Händler in einem Communiqué: «Das während der letzten Jahre vom Franchisegeber durchgeführte Revitalisierungsprogramm verfehlte den angestrebten Effekt.»
Tatsächlich betrieb Coop vor einem Jahr noch 38 Body-Shop-Filialen gemäss Bilanz-Report. Zuletzt gab es also fünf Schliessungen. Im Jahresabschluss hiess es damals, die Kundenzufriedenheit sei weiter gesteigert worden. Allerdings waren schon damals die Umsätze gegenüber dem Vorjahr von 22 auf 19 Millionen Franken gesunken – auch weil 3 Standorte aufgegeben worden waren.
Fragt sich, welche Formate von Coop für die doch eher kleinen Flächen infrage kommen. Angesichts der beschränkten Zahl an Quadratmetern dürfte es sich in erster Linie um Geschäfte von Import Parfumerie, Vitality-Apotheken oder Christ Uhren und Schmuck handeln. Damit ist Coop allerdings an manchen Standorten bereits in unmittelbarer Nähe präsent.
Zuletzt scheiterte zudem eine Pilotfiliale an der Zürcher Bahnhofstrasse, wo Coop das südkoreanische Billigschmuck-Konzept Blingbox testete (CH Media berichtete). Seine italienischen Mini-Supermärkte namens Sapori gibt es aktuell nur an fünf Standorten. Und das vegetarische Karma-Konzept nur am Bahnhof Zug. Bei den Elektronikformaten Interdiscount und Fust stehen die Zeichen angesichts des Onlineshoppings nicht auf Expansion. Und mit den Food-Formaten Pronto und To Go ist der Händler schon vielerorts vertreten.
Gut möglich also, dass bei manchen Standorten Dritte die Gelegenheit beim Schopf packen werden. Beim aufgegebenen Blingbox-Standort an der Bahnhofstrasse ist der Nachmieter bereits bekannt: Es ist die Schweizer Parfummarke Gisada. Auch die Migros sah sich bei ihrem Ausverkauf gezwungen, Konkurrenten das Feld zu überlassen mangels eigener Alternativen. So übernahm der deutsche Elektronikriese Media-Markt 20 Filialen von Melectronics. Und die deutsche Dosenbach-Ochsner-Gruppe griff bei 27 Filialen von SportXX zu.
Für die deutsche Drogeriekette Rossmann, die in der Schweiz vor kurzem zur grossen Expansion angesetzt hat, sind die Body-Shop-Flächen hingegen wohl zu klein, genauso wie für die holländische Discountkette Action, die in den Startlöchern steht.
The Body Shop ist mit seinem Schicksal nicht allein. Im Herbst 2023 hatte bereits die französische Kosmetik-Gruppe Yves Rocher alle ihre 140 Shops und Kosmetikstudios in der Schweiz, in Deutschland und Österreich geschlossen. 350 Mitarbeitende verloren ihren Job. Allein in der Schweiz waren 15 Filialen betroffen, über die Hälfte in der Romandie. Die Marke gab an, sich fortan auf den Onlinevertrieb zu konzentrieren.