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Coronavirus: Schweizer Touristen bleiben in Spanien

epa08586011 People enjoy a warm day at La Concha beach in San Sebastian, Basque Country, northern Spain, 05 August 2020. Many beaches in Spain are monitoring their capacity to avoid big crowds and new ...
Der Strand von Donostia (San Sebastian) war am Mittwoch gut besucht. Wer von hier in die Schweiz zurück will, der muss sich ab Samstag zehn Tage abschotten.Bild: keystone

Schweizer Touristen bleiben in Spanien und buchen sogar neue Reisen

Ab Samstag 0:00 Uhr müssen Rückkehrer vom spanischen Festland sich für zehn Tage isolieren. Der Ansturm auf Rückreisen blieb trotzdem bisher aus.
06.08.2020, 20:33
Pascal Ritter / ch media
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Es hatte sich abgezeichnet, dass die Schweiz Spanien auf die Liste der Reiseziele setzt, für die bei der Rückkehr eine Quarantänepflicht gilt. Darum hat das Busunternehmen Domo Reisen extra einen zusätzlichen Bus für spontane Rückkehrer bereitgestellt.

Am Mittwoch kam dann der Moment. Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit beim Bundesamt für Gesundheit erklärte, Spanien mit Ausnahme der kanarischen und der balearischen Inseln komme auf die Quarantäneliste.

Touristen buchen sogar neue Reisen nach Spanien

Die Massnahme trat nicht per sofort in Kraft, sondern gilt ab Samstagmorgen um 0:00 Uhr. In den sozialen Medien erntete diese Verzögerung Kritik. Es wurde vor Schlaumeiern gewarnt, die nun extra vor Samstag zurückfahren, um die Quarantäne «zu umgehen». Doch es kam anders.

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Das Busunternehmen Domo Reisen wird den zusätzlichen Bus nämlich nicht brauchen. Patrick Angehrn, Leiter Geschäftsentwicklung bei Domo sagt: «Unsere Kunden reagierten erstaunlich gelassen. Wir rechneten damit, dass die Nachfrage nach Rückreisen stark steigt wegen des Beschlusses, dass Spanienreisende nach der Rückkehr in Quarantäne müssen. Doch bisher gibt es nur einzelne Reisende, die früher zurückkehren möchten.»

Auch die meisten Kunden, die nicht nur eine Busfahrt sondern ein Ferienpaket über Domo gebucht haben, bleiben an ihren Ferienorten, zum Beispiel an der Costa Brava. «Es gab einzelne Stornierungen, aber die meisten bleiben in Spanien, obwohl sie nach der Rückkehr in Quarantäne müssen», sagt Angehrn.

Ein Bus reicht aus für die einzelnen Spanien-Rückkehrer: Chauffeur und Mitarbeiterin von Domo Reisen mit Mundschutz.
Ein Bus reicht aus für die einzelnen Spanien-Rückkehrer: Chauffeur und Mitarbeiterin von Domo Reisen mit Mundschutz.bild: domo

Die Quarantänepflicht lässt auch Touristen unbeeindruckt, die vor der Bekanntgabe der Massnahme gar noch nicht gebucht hatten. So gingen bei Domo nicht nur weniger Umbuchungen oder Stornierungen ein, als erwartet. Manche Touristen buchten auch nach Bekanntgabe der Quarantänepflicht noch Spanienreisen. Patrick Angehrn von Domo Reisen sagt:

«Die Quarantänepflicht schreckt nicht alle ab.»

Auch bei anderen Reiseunternehmen gibt es momentan keinen Ansturm auf verfrühte Rückreisen. Hotelplan kontaktiert zur Zeit die betroffenen Kunden und fragt, ob sie früher zurück wollen. Hotelplan-Sprecherin Bianca Gähwiler sagt:

«Die allermeisten Kunden, die wir bisher erreichten, wollen bleiben.»

Zu den Reisenden, die trotz Quarantänepflicht bleiben wollen, gehören zum Beispiel Rentner und Personen, die gut von zu Hause aus arbeiten können.Wenn Kunden früher nach Hause wollen, müssen sie das selber bezahlen, heisst es bei Hotelplan. Geplante Reisen, die nach Samstag beginnen, können allerdings kostenlos storniert oder umgebucht werden. Gleiches gilt für Kuoni, wie eine Sprecherin schreibt.

Swiss musste noch nicht reagieren, beobachtet aber die Lage

Auch die Fluggesellschaft Swiss musste bisher noch nicht mit zusätzlichen Flügen auf eine frühere Rückkehr von Schweizer Touristen aus Spanien reagieren. Eine Sprecherin schreibt auf Anfrage in einer Email: «Wir werden die Entwicklung des Buchungsverhaltens der Passagiere in den nächsten Tagen genau beobachten und gegebenenfalls Anpassungen an unserem Flugprogramm vornehmen.»

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30 Kommentare
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Philli
06.08.2020 21:29registriert Juli 2020
Das zeigt klar auf, wie die Schweizer ticken zur Zeit. Der Virus ist vergessen, ab in den Urlaub da passiert schon nichts.. aber danach motzen wenn die Kurzarbeit fertig ist und aufgrund anhaltender Krise die Jobs verloren gehen. Denkt dran: es gibt Menschen die sind abhängig davon dass eben keine zweite Welle kommt
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San_Fernando
06.08.2020 20:43registriert November 2016
Wieso soll die Quarantänepflicht etwas ändern? Dass Spanien auf die Risikoliste kommt ist ja nicht wirklich überraschend. Die Fallzahlen steigen ja nicht erst seit ein paar Tagen...
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Touché
06.08.2020 21:37registriert Februar 2019
Wieso erstaunt mich das nicht?! Weil wenn die Schweizer einmal keine Ferien machen dürften, sie sich schon in ihrer Grundrechten beschnitten fühlen! Unabhängig von der momentanen Situation!? Ich, ich, ich ... muss, will, mir egal ... ! Wird mir schon nichts passieren!?
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