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Die Fans möchten wieder Choreografien zeigen. Wie hier die EVZ-Fans gegen Lugano.
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Bild: KEYSTONE

Hockey-Fans starten Petition – sie fordern, dass der Bundesrat die 1000er-Grenze aufhebt

Hinter den Kulissen des Sports bewegt sich viel: Eishockey-Fans haben am Donnerstagnachmittag die Petition «Verantwortungsvolle Sportevents» gestartet. Und Vertreter des Eishockey- und Fussballverbands sprachen beim Bundesamt für Gesundheit vor.
06.08.2020, 18:49
Othmar von Matt / ch media

Nun kommt doch noch Druck auf die Politik – aus dem Eishockeybereich. Fans, Spieler, Klubs und sportinteressierte Politiker haben sich hinter den Kulissen zusammengerauft. Sozusagen in letzter Sekunde versuchen sie, den Bundesrat mit einer Petition davon zu überzeugen, die 1000er-Grenze für Sportanlässe aufzuheben.

Die Regierung berät am 12. August – der ersten Sitzung nach der Sommerpause – über das Verbot von Veranstaltungen mit mehr als tausend Zuschauern.

Weitere Geisterspiele können sich die Schweizer Hockeyklubs nicht leisten.
Weitere Geisterspiele können sich die Schweizer Hockeyklubs nicht leisten.
Bild: KEYSTONE

Der Bundesrat werde darüber entscheiden, «ob unsere Vereine finanziell überleben können, ob es überhaupt eine nächste Saison geben wird», heisst es in der Petition, die auf der Kampagnen-Plattform change.org aufgeschaltet ist. Eishockeyfans haben sie iniziiert. «Er wird über das Überleben ganzer Branchen entscheiden.»

«Zeit, die 1000er-Regel zu überdenken»

Mit der «1000er Regel» könnten Sporteventveranstalter, Profiligen und Klubs keinen finanziell nachhaltigen Betrieb gewährleisten, schreiben die Petitionäre – und fordern: «Es ist an der Zeit, diese zu überdenken!»

Der Bundesrat könne die 1000er-Regel mit gutem Gewissen aufheben, heisst es in der Petition. «Denn er hat mit seinen allgemeinen Verhaltensgrundsätzen wie ‹Einhalten von Hygienestandards›, ‹Maske tragen›, ‹Abstand halten› und ‹Rückverfolgbarkeit› die Basis für Schutzkonzepte gelegt, die ohne pauschale Obergrenzen funktionieren können.»

Ohne Schutzmaske geht es nicht mehr.
Ohne Schutzmaske geht es nicht mehr.
Bild: keystone

Diesen Verhaltensgrundsätzen vertraue die Regierung bereits heute, etwa im öffentlichen Verkehr, in der Gastronomie, bei Demonstrationen oder auch bei seinen eigenen Sitzungen. «Die Ligen und Klubs verfügen zudem bereits jetzt über ihre eigenen Schutzkonzepte und haben diese den Behörden zukommen lassen.»

Die Petition kommt gut an bei Spielern, Klubs und auch bei sportaffinen Politikern. «Ich kann jedes Wort darin unterstützen und nachvollziehen», sagt Patrick Lengwiler, CEO des EV Zug. «Ich werde die Petition sofort unterschreiben, keine Frage.»

Das sagen die Klub-Vertreter.

Ähnlich reagiert auch Philippe Furrer, Eishockeyprofi beim HC Fribourg-Gottéron. «Ich finde die Petition sehr gut und unterstütze sie», sagt er – und betont, dass er sie auch in der Eishockey-Spielerunion zum Thema mache, der Gewerkschaft der Spieler.

Wasserfallen fordert einen Paradigmawechsel

Die Petition sei wichtig, sagt FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen. «Es braucht einen Paradigmawechsel. Das gilt für Sport, Kultur und Eventbranche», sagt er. «Wir müssen lernen, mit dem Virus und dieser Situation umzugehen.»

Es könne nicht sein, dass keine grossen Veranstaltungen mehr durchgeführt würden, bis die Fallzahlen unter 100 pro Tag fallen und ein Grossteil der Leute geimpft sei. «Wir müssen aufhören mit willkürlichen Limiten», sagt Wasserfallen. «1000 Zuschauer auf einem Quartier-Fussballplatz sind nicht dasselbe wie 1000 Zuschauer im Stadion Wankdorf.» Sei es zur Hälfte gefüllt, sitze man noch immer sehr locker. Aber natürlich brauche es dafür entsprechende Schutzkonzepte.

Auch SVP-Nationalrat Lukas Reimann unterstützt die Petition der Eishockeyfans. Er hat auf Facebook sogar eine Videobotschaft an den Bundesrat aufgenommen. «Ihr habt ein Gesuch auf dem Tisch, dass man nur noch Veranstaltungen bis 100 Leute zulassen darf», sagt er darin. «Doch wir müssen jetzt in die Zukunft schauen und deshalb möchte ich euch bitten, nicht auf die 100-Personen-Regelung zurückzukommen.» Das würde Hunderte von Klubs in den Konkurs reiten.

In die Offensive gingen auch Vertreter des Eishockey- und Fussballverbands. Sie hatten gestern Nachmittag einen Termin beim Bundesamt für Gesundheit (BAG). Äussern wollten sie sich aber nicht über das Treffen.

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