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SBB streichen immer mehr Zugverbindungen – nun wird die Aufsicht aktiv

28.08.2020, 09:08

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) rügt die SBB, weil sie wegen Lokführermangel täglich Dutzende Verbindungen ausfallen lässt. «Solch eine Ausdünnung des Fahrplans ist für uns nicht akzeptabel», sagte Michael Müller vom BAV am Freitag gegenüber Radio SRF.

Die SBB hatten am Mittwoch den Fahrplan 2021 vorgestellt und dabei bekannt gegeben, dass es vom 7. September bis zum Fahrplanwechsel zu diversen Angebotseinschränkungen kommen werde. So fallen an Werktagen von den über 9000 verkehrenden Zügen rund 200 aus. Teilweise müssten Bahnersatzbusse eingesetzt werden, was zu verlängerten Reisezeiten führe.

Derzeit fehlten den SBB 210 Lokführerinnen und Lokführer, begründeten die SBB die Massnahmen. Deren Ausbildung habe sich wegen des Coronavirus verzögert.

SBB müssen Ersatzangebot selber finanzieren

In einem Brief des BAV hat sich BAV-Direktor Peter Füglistaller nun beschwert. Zwar äussert das BAV darin Verständnis dafür, dass die SBB bestimmte Angebotsreduktionen weiterführen, die sie bereits im Corona-Lockdown vorgenommen hatten. Dass die SBB nun aber vorübergehend ganze S-Bahn-Linien einstellen wollten, gehe nicht: «Diesem Vorgehen können wir nicht zustimmen», zitiert Radio SRF aus dem Brief.

Wenn die SBB bestellte Leistungen im regionalen Personenverkehr nicht erbringen, werde der Bund dafür auch nichts bezahlen. Und mehr noch: Ihr Ersatzangebot müsse die SBB selber finanzieren. «Der Bund bezahlt solche Ersatzbusse nicht, das ist Sache der SBB», sagte BAV-Sprecher Müller.

Auch die Kantone haben wie der Bund Leistungen bei den SBB bestellt und mitfinanziert. Und auch sie überlegen sich Konsequenzen aus dem Angebotsabbau.

«Wenn die SBB diese Leistungen einfach einseitig einstellen, ist schon die Frage, ob da nicht finanzielle Ansprüche seitens der Besteller an die SBB bestehen. Wir müssen uns fragen, ob es Haftungsansprüche gibt», sagte der Präsident der Kantonalen ÖV-Direktoren, der Basler SP-Regierungsrat Hans-Peter Wessels gegenüber Radio SRF. Wenn die SBB jetzt also die Leistung abbauten, sollten die Kantone prüfen, ob sie von der SBB Schadenersatz verlangen könnten. (sda)

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24 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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derEchteElch
28.08.2020 14:43registriert Juni 2017
„Derzeit fehlten den SBB 210 Lokführer/-innen (...) Ausbildung habe sich wegen des Coronavirus verzögert.“

Blaa blaa bla!

Die Gewerkschaft der Lokführer hat die Teppichetage der SBB schon vor X Jahren gewarnt, dass es zu wenig Nachwuchs gibt.

Diese Teppichetage vertrat aber weiterhin die Meinung, Lokomotiven liessen sich mit Hochschulabschlüssen und theoretischem Finanzwissen bewegen..

Die momentane Situation basiert auf dem alleinigen Verschulden der Teppichetage..
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H. Fröhlich
28.08.2020 12:53registriert März 2019
Da hat wohl der ehemalige und langjährige CEO der SBB, Andreas Meyer, letzten Frühling grad noch rechtzeitig ein Abgang gemacht.

Ob das ein Zufall ist?
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Ichweissmeinennamennichtmehr
28.08.2020 11:44registriert Januar 2020
Lokführermangel herrscht schon seit langem, Corona jedoch erst seit 2020.
Liebe SBB glaubt ihr wirklich das Ihr mit dieser ausreden durchkommt?! Für wie bescheuert haltet ihr uns eigentlich?
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