Schweiz
SBB

Lokführer las während Fahrt Buch: Gericht bestätigt fristlose Kündigung

SBB und BLS locken Lokführer mit Sonderprämien in den Führerstand, um dem Personalengpass beizukommen. (Archivbild)
Die Zeugen sahen, wie der Mann ein Buch in der Hand hielt und nach dem Anhalten sowie bei der Weiterfahrt las.Bild: KEYSTONE

Lokführer las während der Fahrt: Gericht bestätigt fristlose Kündigung

Die SBB haben einem Lokführer zu Recht fristlos gekündigt, weil dieser während der Fahrt in einem Buch las. Das Bundesverwaltungsgericht hat eine Beschwerde des Mannes abgewiesen und die Entlassung in einem am Montag veröffentlichten Urteil bestätigt.
10.08.2026, 12:0010.08.2026, 12:17

Drei SBB-Kaderleute beobachteten den Lokführer an einem Abend im Mai 2025, wie er mit eingeschaltetem Licht in der Kabine in einen Bahnhof einfuhr. Die Zeugen sahen, wie der Mann ein Buch in der Hand hielt und nach dem Anhalten sowie bei der Weiterfahrt las. Sie fotografierten die Szene und meldeten den Vorfall, wie aus einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts hervorgeht.

Der Lokführer ist seit 15 Jahren für die SBB tätig. Er bestritt die Vorwürfe. Er habe das Buch lediglich als Unterlage für eine Notiz benutzt, mit der er eine Gedächtnisübung gemacht habe. Gelesen habe er nur während der Wartezeiten im Bahnhof.

Das Gericht in St. Gallen folgt dieser Darstellung nicht. Auf den von den Zeugen aufgenommenen Fotos sei ein offenes Buch zu sehen, obwohl sich ein geschlossenes Buch besser als Unterlage eigne. Die Richter kamen zum Schluss, dass der Mann sowohl im Stillstand als auch während der Fahrt gelesen habe.

Ein solches Verhalten stelle eine schwere Verfehlung dar, weil sich der Lokführer bewusst abgelenkt habe. Dies könne gravierende Folgen für die Sicherheit der Passagiere haben. Das Vertrauensverhältnis zum Arbeitgeber sei zerstört, weshalb die fristlose Kündigung gerechtfertigt sei.

(Urteil A-5248/2025 vom 22.7.2026)

(sda)

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95 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Peiniger
10.08.2026 13:13registriert Oktober 2020
Und jedem Autofahrer welcher am Handy rumdrückt sollte man den Führerausweis entziehen…
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Gandalf der Weise
10.08.2026 13:16registriert Januar 2023
Auch wenn das Urteil hart erscheint, ist es in meinen Augen gerechtfertigt.
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Hallo Sonnenschein
10.08.2026 16:16registriert Januar 2026
Ich bin selber Lokführer seit 20 Jahren und ich kann euch sagen, es werden mittlerweile Leute eingestellt, die viel schlimmer unterwegs sind als dieser erfahrene Kollege mit seinen 15 Jahren. Egal wo man die Leute antrifft, ständig der Blick zum Handy.
Aber was der Kollege gemacht hat geht natürlich auf keinen Fall, man nimmt das Buch vor in der Pause oder Abstellort, sicher nicht während der Personenbeförderung 😞
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