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Coolingspots zeigt dir über 15'000 kühle Orte in der Schweiz

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Fast unendlich viele kühle Orte in der Schweiz.Bild: coolingspots.ch
Rauszeit

Hier findest du mit einem Klick 19'000 kühle Orte in der Schweiz

Ein Königreich für einen kühlen Ort, das haben wir uns diesen Sommer wohl schon oft gesagt. Ähnlich erging es auch Beni. Darum hat er diese Frage mithilfe von offenen Daten beantwortet. Das Resultat kühlt auch dich ab.
10.08.2026, 13:1810.08.2026, 13:18

Beni Schäublin wohnt im Thurgau und ist das Herrchen von Avicii, einem Grossen Schweizer Sennenhund. Mit ihm und seiner Partnerin geht er oft wandern oder einfach täglich in den nahen Wald.

Während seiner Sommerferien Ende Juni, mitten in der zweiwöchigen Hitzeperiode, fielen ihm kühlende Stellen in der Umgebung mehr denn je auf. Sei es wegen der Kronendichte der Bäume oder weil ein Bach in der Nähe fliesst. Er dachte sich: «Solche Stellen muss es viele geben, ich kenne nur die paar vor der Haustür.»

Weil Schäublin Informatiker ist, habe er angefangen, die Frage mit offenen Daten zu beantworten. Er erklärt: «Aus offenen Satelliten- und Kartendaten lässt sich das für die ganze Schweiz auswerten: Welcher Wald hat wirklich ein dichtes Kronendach? Wo läuft ein Bach durch, in welchen Wäldern gibt es sogar Wasserfälle?»

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Das «Sommerprojekt»: coolingspots.chBild: coolingspots.ch

Das «Sommerprojekt» nahm schnell Form an und seit rund einem Monat ist es unter «coolingspots.ch» öffentlich. Es zeigt dir über 19'000 kühle Orte in der Schweiz, die du gezielt auch in deiner Gegend suchen kannst. Dabei handelt es sich bei deren über 15'000er um Wälder, Gewässer, Schluchten, Höhenlagen oder Höhlen. Knapp 4000 Orte sind Innenräume wie Museen und Bibliotheken (ohne berechnete Kühle-Stufe). Diese kamen dazu, nachdem Schäublin das Museum in der Kartause Ittingen besuchte und dabei auch die kühlen Räume schätzte.

Kartuse Ittingen
Das Museum bei der Kartause Ittingen ist einer der kühlen Orte in Innenräumen.Bild: coolingspots.ch

Klickst du einen Ort an, wird dir angezeigt, welche «Kühle-Stufe» von «angenehm» bis «deutlich kühl» die Daten berechnen und weshalb der Ort als solcher deklariert ist. Also im Falle des «Waldes von Ewil» sind dies: grosser Wald (dichtes Schattendach), kühler Nordhang, Bach in der Nähe.

Wälder sind übrigens nicht einfach grundsätzlich in der Karte. Ausgewiesen werden jene mit hoher Kronendichte, ab einer gewissen Fläche und oft mit Bachanteil. Du kannst in den Kategorien den entsprechenden Filter einstellen für Schluchten, Höhlen, Badeplätze, kühle Innenräume und so weiter.

Die Karte wird laufend ergänzt. So kann die Community auch über die Funktion «Ort vorschlagen» eigene Plätze einreichen. Schäublin sagt: «Die Datenauswertung findet, was in den Daten steht. Sie findet nicht, was Leute vor Ort wissen. Darum kann jede und jeder melden, wo es sich spürbar kühler anfühlt.»

Beni Schäublin Coolingspots.ch
Ein «Nebenprojekt in den Ferien» von Beni Schäublin könnte auch dir die erhoffte Abkühlung bringen.Bild: Beni Schäublin

Er prüft die Meldungen dann anhand öffentlicher Quellen, bereitet sie in vier Sprachen vor und publiziert sie. So schaffte es auch der Kraftwerkstollen zum Limmernsee auf die Karte. Diesen kühlen und frei zugänglichen Tunnel hätte keine Datenquelle der Welt gefunden.

Es sind auch schon Erweiterungen angedacht. So könnten Wanderrouten gezielt vorgeschlagen werden, welche an kühlen Orten vorbeiführen. Die Datenquellen sind zudem auf europäischer oder gar globaler Ebene. Darum liesse sich die Karte auch auf weitere Länder ausweiten. Die nächste Hitzewelle kann also kommen.

Reto Fehr
Man muss die Schweiz verdammt gut kennen, wenn man sie besser kennen will als Reto Fehr. Mit seiner Tour dur d'Schwiiz radelte er 2015 alle damals 2324 Gemeinden ab. Entstanden ist daraus das preisgekrönte Buch Tour dur d'Schwiiz. Als einer von wenigen besuchte er somit schon jede Gemeinde der Schweiz. In der Folge absolvierte Reto die Ausbildung zum Wanderleiter des Schweizer Bergführerverbandes SBV und ist in seiner Freizeit meist in der Natur unterwegs, wozu er dich auf seinem Instagram-Account immer mal wieder mitnimmt. Als Mitglied des Rätsel-Kollektivs geoblog.ch lässt er die User zudem mehrmals wöchentlich die Schweiz in Bildern entdecken.
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