SBB-App verkauft 1.-Klasse-Billette fürs Postauto
Passiert ist es einem Mann aus Flawil im Kanton St.Gallen: Beim üblichen Billettkauf über die SBB-App für das Postauto fällt ihm zu spät auf, dass er aus Versehen ein 1.-Klasse-Ticket gekauft hat. Dies ist möglich, da die App jeweils automatisch diejenige Klasse vorschlägt, die man zuletzt gekauft hat. Kurios dabei ist aber: Beim Postauto gibt es gar keine 1. Klasse. Schlimm nahm er die Sache nicht auf, wandte sich aber trotzdem an das SRF-Konsumentenmagazin «Espresso».
Unterschiedliche Tarifsysteme
Bei ÖV-Billetten gebe es zwei unterschiedliche Tarifarten: den Streckentarif und den Verbundtarif, erklärt Sabrina Schellenberg, Mediensprecherin der SBB, dem SRF. Pendlerinnen und Pendler müssen die Tarifart nicht selbst wählen, das macht die SBB-App automatisch.
Beim Streckentarif, der bei längeren Reisen genutzt werde, gelte das Ticket für die tatsächlich genutzten Verkehrsmittel. «Fährt jemand beispielsweise mit dem Zug von Zürich HB nach St.Gallen und anschliessend mit dem Postauto nach Heiden, wird der 1.-Klasse-Zuschlag nur für den Zug berechnet, da das Postauto keine 1. Klasse anbietet», erklärt Schellenberg.
Beim Verbundtarif kaufen Reisende ein Zonenbillett. Dies ist unabhängig vom gewählten Verkehrsmittel in den entsprechenden Zonen gültig. Zug, Tram, Schiff oder Postauto sind hier mit drin. Deshalb gibt es auch fürs Postauto ein 1.-Klasse-Billett, obwohl das Postauto keine 1. Klasse hat.
Wer aus Versehen ein 1.-Klasse-Billett löst, obwohl es im betreffenden Verkehrsmittel keine verschiedenen Klassen hat, kann sich beim SBB-Contact-Center oder dem SBB-Reisezentrum melden, um das Geld zurückzuerhalten.
(kek)
