Schweiz
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Bis zu 30 % der Schüler wird das Gymnasium versagt – weil sie sozial benachteiligt sind

Unterprivilegierte Jugendliche haben schlechtere Chancen, eine Mittelschule zu besuchen. Dies, obschon manche die Leistung bringen würden.

Patrick Gut / ch media



Der Unterricht einer Gymnasialklasse anlaesslich der Eroeffnung der neuen Kantonsschule Uetikon am See, am Montag, 20. August 2018, in Uetikon am See. Das neue Gymnasium bietet 500 Schuelerinnen und Schuelern Platz. Dieses Jahr starten rund 100 Jugendliche in je zwei Klassen im Lang- sowie im Kurzgymnasium. Das Provisorium wird voraussichtlich fuer zehn Jahre in Betrieb sein. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Im Kanton Zürich gibt es ein Problem mit der Bildungsgerechtigkeit: Unterprivilegierte haben deutlich schlechtere Chancen auf einen Platz im Gymi. Bild: KEYSTONE

Ein Ergebnis der fünften Erhebung der Zürcher Längsschnittstudie – die Bildungsdirektion begleitet seit 2003 die Schullaufbahn von rund 2000 Schülerinnen und Schülern – ist pikant: 20 bis 30 Prozent der Plätze am Gymnasium sind von den falschen Jugendlichen besetzt. Das hängt zusammen mit der sozialen Herkunft.

Zahlreiche Schülerinnen und Schüler, die aus unterprivilegierten sozialen Schichten stammen, hätten aufgrund ihrer Leistung eigentlich einen Anspruch auf einen Platz am Gymi. Bloss sind diese Plätze mit Jugendlichen von privilegierter Herkunft besetzt.

Der Anteil von 20 bis 30 Prozent ist derart gross, dass die Studienautoren schreiben: «Das ist nicht nur aus Überlegungen der Bildungsgerechtigkeit problematisch, sondern auch wegen der Fehlallokation von Bildungsressourcen.» Zu Deutsch: Sozial benachteiligte Schüler haben schlechtere Chancen, und die Steuergelder werden für die falschen Leute ausgegeben.

Sybille Bayard, stellvertretende Chefin der Bildungsplanung in der Bildungsdirektion, bestätigt den Befund und relativiert: Das Resultat sei aufgrund eines Leistungstests an einem einzigen Tag zustande gekommen. Das erlaube keine zuverlässige Aussage darüber, ob jemand am Gymnasium bestehen könnte.

«Die Längsschnittstudie zeigt auf, dass Kinder mit sozial benachteiligter Herkunft bei gleichen Leistungen schlechter benotet werden.»

Sybille Bayard, stellvertretende Chefin der Bildungsplanung in der Bildungsdirektion

Dieser Tatsache wird insofern Rechnung getragen, als für die Aufnahme ins Gymnasium die Erfahrungsnote aus der Primar- oder Sekundarschule ebenfalls zählt – also die Leistung, die der Schüler über einen längeren Zeitraum erbracht hat.

Eine gute Prüfung reicht nicht

Bayard nennt weitere Voraussetzungen, die für einen Erfolg an der Mittelschule unabdingbar sind: Etwa Leistungsbereitschaft und die Motivation, die Probezeit durchzustehen. Besonders im Langzeitgymnasium seien Selbstorganisation und Selbstständigkeit gefragt. Und schliesslich sei auch die Unterstützung durch die Eltern vonnöten.

Der Einbezug all dieser Faktoren würde das Resultat der Studie wohl nicht völlig auf den Kopf stellen, aber möglicherweise wäre es etwas weniger dramatisch. Es besteht also durchaus Handlungsbedarf. Diese Einsicht wird auch von einer anderen Beobachtung gestützt.

So verzeichnen die Mittelschulen in Urdorf und Zürich Nord (Oerlikon) mehr Ausfälle während der Probezeit als etwa die Kantonsschule Küsnacht oder das Rämibühl. Das ist kein Zufall. Der Anteil von Schülerinnen und Schülern aus unterprivilegierten Schichten ist an den Gymnasien in Urdorf und Oerlikon höher als in Küsnacht und am Rämibühl.

Ein möglicher Grund ist, dass Eltern aus unterprivilegierten Schichten ihre Sprösslinge weniger gut unterstützen können. Dieses Problem ist man auf Gymi-Stufe angegangen. «In der Probezeit an den Mittelschulen hat ein Umdenken stattgefunden», sagt Bayard. In der Tendenz sei man weggekommen von der reinen Selektion und biete den Schülerinnen und Schülern nun mehr Unterstützung an.

Für Bayard ist aber klar, dass man früh ansetzen muss, wenn die Chancengleichheit im Bildungswesen ein Ziel ist. Man müsse das Potenzial der Kinder früher erkennen. Dazu brauche es qualitativ hochstehende Kinderbetreuung. Eltern mit sozial benachteiligter Herkunft und Fachpersonen im Bereich der frühkindlichen Bildung müssten unterstützt werden. Und schliesslich müsse man auch bei den Lehrerinnen und Lehrern ansetzen. «Die Längsschnittstudie zeigt auf, dass Kinder mit sozial benachteiligter Herkunft bei gleichen Leistungen schlechter benotet werden», sagt Bayard.

Bessere Chancen für unterprivilegierte Kinder heisst nicht, dass die Gymiquote erhöht werden soll. «Es besteht politischer Konsens, dass die Quote im Kanton Zürich bei etwa 20 Prozent bleiben soll», sagt Bayard. Das funktioniert aber nur, wenn gleichzeitig weniger privilegierte Kinder in die Mittelschulen drängen. Um dies zu erreichen, will man deren Eltern die Vorzüge der Berufsbildung näherbringen.

Häufig ist es nämlich so – das lässt sich aus den Ergebnissen der Studie interpretieren –, dass studierte Eltern gar nicht auf die Idee kommen, ihre Kinder könnten eine andere Laufbahn einschlagen als die akademische. Obschon die Studie Mängel in Sachen Chancengleichheit zutage gefördert hat, zeigt sie ein versöhnliches Resultat. Egal welche Bildungslaufbahn die befragten Schüler eingeschlagen haben, am Ende war die Zufriedenheit hoch.

(aargauerzeitung.ch)

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76Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • D. Steinböck 04.03.2019 09:37
    Highlight Highlight Chancengleichheit ja – aber bitte richtig!
    Dieser Artikel impliziert, dass diese Jugendliche per se verloren haben. Das ist absolut falsch! Die Berufsbildung fördert junge Menschen schon seit je her und vermittelt dazu das theoretische Grundlagenwissen für den gewählten Beruf. Ergänzend wird das Fach Allgemeinbildung (ABU) unterrichtet, welches direkten Bezug auf unser gesellschaftliches Leben nimmt. Dank unserer Bildungslandschaft sind vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten offen, welche selbst den Weg zur Universität noch ermöglichen.Wir fördern Praktiker, keine Theoretiker.
    SVABU
  • Goudfisch 03.03.2019 21:02
    Highlight Highlight Ich wurde am Gymi mal von einem Lehrer gefragt: “Du als Tochter eines Malers (Gebäude) und einer Hausfrau, was machst du eigentlich hier? Eltern sollten schon einen gewissen Hintergrund haben“
    Ich paraphrasiere, denn er sprach Französisch, da ich das Gymnasium in der Partnersprache absolviert habe.
    Ich fand es damals, sowie auch heute noch, unerhört, so etwas von einer Lehrkraft zu hören.
  • CH-Bürger 03.03.2019 20:51
    Highlight Highlight Das wundert mich nicht, wir leben schon lange in einer Zweiklassengesellschaft.
    Wie können wir das ändern?
    Indem wir die richtigen Leute wählen, die nicht nur an sich und die Lobby denken.
  • banda69 03.03.2019 18:42
    Highlight Highlight Und die selbsternannte Partei des Volkes kürzt weiterhin hemmungslos bei der Bildung und bei den sozial Benachteiligten.

    Liebe SVP, wann tut ihr endlich mal was für das gemeine Schweizer Volk?
  • Herr Je 03.03.2019 18:18
    Highlight Highlight Schickt doch grad alle Kinder ins Gymi. Somit sinkt das Niveau noch tiefer und dann kann man sich darüber aufregen...
    Ernsthaft: Wenn man Leistungen bewertet, werden die falschen Fächer oder zur falschen Zeit bewertet. Wenn man Leistungsfähigkeit bewertet, ist es gegenüber gewissen Minderheiten unfair. Die Gymnasien zeigen Interesse daran, soviele Kinder aufzunehmen, um die Klassen füllen zu können...
    Schliesslich kommen noch all die Eltern dazu, welche das duale Bildungssystem nicht verstehen und ihren Sprösslingen auf Teufel komm raus eine (sinnlose) akademische Karriere aufzwingen wollen.
  • eBart! 03.03.2019 17:41
    Highlight Highlight "Unterprivilegierte Jugendliche haben schlechtere Chancen, eine Mittelschule zu besuchen."

    Einerseits sollte das in einem reichen Land wie die Schweiz es ist eigentlich nicht vorkommen. Geld respektive "sozial benachteiligt" sollte der Bildung nicht im Weg stehen.

    Andererseits gibt es viele Möglichkeiten in der Schweiz (Subjektfinanzierung bei eidg. Abschlüssen). Ich war guter Sek Schüler, hätte nachher ins Gymi wechseln können. Habe mich aber für eine Lehre (KV, E-Profil) und Weiterbildungen entschieden. Heute mit 30 eidg. dipl. VL. In 2-3 Jahren folgt der (E)MBA.

    Geht auch ohne Gymi. ;)
  • Mutbürgerin 03.03.2019 17:38
    Highlight Highlight Wie wurde in der Studie festgestellt, ob ein Kind unterprivilegiert ist? Die Schule und die Studiendurchführer kennen weder die Steuererklärung, den Lohn, noch die Bildung der Eltern. Warum werden solche Studien nie hinterfragt?
    • ulmo 03.03.2019 18:21
      Highlight Highlight Weil Studien ihre Methodik angeben. Habs in 2 min Online gefunden: "Die soziale Herkunft beschreibt die gesellschaftliche Stellung der Herkunftsfamilie. In
      der Zürcher Längsschnittstudie wird die soziale Herkunft über den höchsten Bildungsabschluss der Eltern, die Wohnungsgrösse (Anzahl Zimmer pro Person) und die Anzahl
      Bücher im Haushalt gemessen. Zur vereinfachten Illustration werden die Schülerinnen
      und Schüler in den ersten vier Erhebungen gemäss ihrer sozialen Herkunft in vier gleich
      grosse Gruppen von «sozial benachteiligt» bis «sozial privilegiert» eingeteilt. " https://bit.ly/2NCyGq7
    • Maracuja 03.03.2019 18:40
      Highlight Highlight Wird auf Schulformularen nicht mehr nach dem Beruf der Eltern gefragt? Nimmt man an Studien teil werden z.T. auch Fragen nach Einkommen, Schulabschluss und dgl.. gestellt. Zudem lässt sich in manchen Gegend anhand der Adresse einfach ermitteln, ob das Kind in einer subventionierten Wohnung oder in einem Einfamilienhaus lebt. Es ist immer gut Studien zu hinterfragen, in diesem Fall stellen Sie jedoch die falschen Fragen.
    • Rabbi Jussuf 03.03.2019 19:01
      Highlight Highlight Die Empörung und damit die "falschen Fragen" kommen wahrscheinlich daher, dass der Titel, nett gesagt, irreführend ist.
      Die Studie selber ergibt ja bei weitem nicht ein so desaströses Bild, wie der Titel suggeriert.
    Weitere Antworten anzeigen
  • loquito 03.03.2019 17:31
    Highlight Highlight Genau das habe ich vor etwa 20 jahren gesagt. Ich ging von etwa 10% aus. Du spinnst, in der Schweiz herscht Chancengleichheit, hiess es vom Ärztesohn und vom Architektensohn...
    • karl_e 03.03.2019 18:27
      Highlight Highlight Chancengleichheit hat noch nie geherrscht, auch wenn das irgendwelche Herrebüebli behaupten.
    • _kokolorix 03.03.2019 21:42
      Highlight Highlight @karl_e
      Das ist leider so. Während die Bessergestellten Nachhilfe- und Zusatzunterricht kriegen, müssen die Unterprivilegierten ihre Geschwister versorgen,
      im Haushalt helfen und Behördengänge der Eltern managen.
      Um das abzumildern müssten die Reichsten etwas abgeben, damit die Ärmsten etwas entlastet würden. Dagegen wehren sich die Reichsten mit Händen und Füssen. Unterstützt werden sie durch einen Mittelstand der sich (vergebliche) Hoffnungen macht reich werden zu können...
      Schon eine einkommensabhängige KK Prämie würde extrem viel helfen.
      SVP und FDP sind aber strikt dagegen...
  • Töfflifahrer 03.03.2019 17:25
    Highlight Highlight Um so wichtiger ist da, dass die Beriusmaturität und die Lehre gestärkt werden und nicht weg gespart wird.
    Ich frage mich schon was das werden soll, wenn auf der anderen Seite Lehrer die Sprosse von Sozial privilegierten für das Gymi empfehlen obwohl die nicht geeignet sind, aber Kids die sich aufdrängen wegen Sozialdünkel zurückgestuft werden.
  • Burdleferin 03.03.2019 16:51
    Highlight Highlight Mein Mann ist Gymerlehrer und wir stellen oft fest, dass bei Ärzten die intelligenten Kinder zufälligerweise besonders häufig sind 🙄
    • karl_e 03.03.2019 18:31
      Highlight Highlight Die Genetik spielt hier gewiss eine Rolle, aber auch unter den sozial Benachteiligten dürfte sich manch ein Genie verstecken.
    • Snowwhitey 03.03.2019 20:31
      Highlight Highlight Du meinst wohl die Kinder von Lehrern, wie zB der Mathelehrer mit seinem Sohn, der von der ETH erwartete, dass sie ihn ohne Matur aufnehmen... Aber das ist natürlich auch nur ein Beispiel ;)
  • Turi 03.03.2019 15:53
    Highlight Highlight Für Knaben ist die Chance, das Gymi zu machen, erheblich kleiner als für Mädchen, Tendenz seit 20 Jahren steigend. Aktuell machen 45% der Mädchen eine Matur, aber nur 34% der Knaben.

    Chancengleichheit 2019.
    • Shlomo 03.03.2019 16:00
      Highlight Highlight Das Problem ist, dass die MINT-Fächer an den Gymnasien zu wenig gewichtet werden.
    • breadsticks 03.03.2019 16:41
      Highlight Highlight @Shlomo:
      Das stimmt nicht. Von den neun nicht wählbaren Fächern bei der Matura sind vier MINT Fächer (Mathematik, Chemie, Physik und Biologie). Je nach Schwerpunktfach und Ergänzungsfächer kann man den MINT-Anteil noch erhöhen. Ich würde eher sagen, dass die Schweizerische Matura sehr MINT-lastig ist.

      Ich würde z.B. Philosphie als obligatorisches Fach begrüssen. Gewisse Fähigkeiten auf die Geschichte, Logik und kritisches Denken. Dies sind Fähigkeiten, die unabhängig vom Studium Anwendung finden.
    • Burdleferin 03.03.2019 16:53
      Highlight Highlight Wenn das mit der Gleichbehandlung und Erziehung von Mädchen und Jungen korrekt laufen würde, wäre es egal, welche Fächer wie stark gewichtet würden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • ichibansenshi 03.03.2019 15:48
    Highlight Highlight Ich hatte bereits beim lesen des Titels meine Mühen. Musste es 4 mal lesen bis ich es verstanden habe :D
    Zu meiner Entschuldigung, ich liege gerade an der Sonne am Strand in Mexiko.
    • Evan 03.03.2019 15:58
      Highlight Highlight okay
  • Antigone 03.03.2019 15:33
    Highlight Highlight Das ist wirklich ein Armutszeugnis für die Schweiz. Tut mir im Herzen weh, es ist wirklich eine Schande. Hier muss dringend was geändert werden. Bildung sollte für jede(n) gleich zugänglich sein, egal aus welchen Verhältnissen man kommt.

    Es ist einfach so, dass auch in der ach so korrekten Schweiz Korruption, Macht und Geld einigen eben doch Türen öffnet.
    • Rabbi Jussuf 03.03.2019 17:25
      Highlight Highlight Lies doch den Text, anstatt nur den Titel.
      Da steht nämlich etwas ganz anderes.
  • Regentrockner 03.03.2019 15:33
    Highlight Highlight Spannend sind ja immer die zugrundeliegenden Annahmen der Schreiberlinge und Kommentatoren. "Gymnasium = gut", zum Beispiel, oder "= Garant für ein glückliches, erfolgreiches Leben." Aus meiner Erfahrung heraus kann ich nur sagen: Völliger Quatsch. Jeder Mensch macht seinen Weg und wird - wenn er auf seine Begabungen und Talente hört und an sich selbst glaubt - erfolgreich, und zwar im Sinne der Zufriedenheit mit seinem Leben.
    • loquito 03.03.2019 17:37
      Highlight Highlight Nicht ganz. Ich hab Matura, arbeite aber im Berufsbildungsbereich. Zentrales Problem. BM etc wird als weniger Gut angesehen bei der Jobsuche. Es ist aber oft schwieriger als einfach zu studieren. Ind bedebkt mann, dass 90% der Studenten weniger als 20% während dem Studium arbeiten müssen, ist es definitiv der eimfachere Weg richtung guter Stelle und mehr Lohn. Das ist nicht fair und m. M. n teilweise gewollte sozioökonomisxhe Trennung.
  • Phrosch 03.03.2019 15:26
    Highlight Highlight Mir scheint dieser Satz einen wesentlichen Teil des Problems anzuschneiden: «Die Längsschnittstudie zeigt auf, dass Kinder mit sozial benachteiligter Herkunft bei gleichen Leistungen schlechter benotet werden».
    Vielleicht müsste man bei den Erfahrungsniten berücksichtigen, mit wieviel Nachhilfe Leistungen zustande kommen. Wenn ein Schüler aus privilegiertem Umfeld nur mit viel Nachhilfe dauerhaft gute Leistungen erbringt, hapert es vielleicht am Talent für Gymi und Studium.
    • Gigi,Gigi 03.03.2019 15:55
      Highlight Highlight Ich als Lehrer kann das mit den schlechteren Noten für sozial Benachteiligte nicht bestätigen. Das glaube ich, zumindest in der Schweiz, nicht. Allerdings sehe ich ein anderes Problem: Wenn jemand nicht gut deutsch kann, wird er an der Gymi-Prüfung gleich doppelt in Deutsch geprüft. Im Fach Deutsch, was in Ordnung ist, aber auch in Mathematik, wo die Aufgaben derart kompliziert und vielfach auch in schechtem Deutsch beschrieben sind, dass nicht nur Mathematk geprüft wird!
    • Maracuja 03.03.2019 16:26
      Highlight Highlight @Gigi,Gigi

      Zur quasi doppelten Prüfung in Deutsch kommt noch hinzu, dass Mathematikprüfung und Grammatikteil der Deutschprüfung relativ einfach und exakt bewertet werden können, schliessen viele Schüler in diesen Teilen gut ab, gibt die Aufsatznote den Ausschlag, ob jemand aufgenommen wird. In der Stadt Zürich wurde vor Jahren mal zusätzlich ein IQ-Test durchgeführt, um festzustellen, ob eigentlich intelligente Schüler wegen schlechteren Deutschkenntnissen durchfallen. Überraschenderweise waren es vor allem Jungs, bei denen die Differenz zwischen IQ und schlechtem Abschneiden gross war.
    • Bündn0r 03.03.2019 16:32
      Highlight Highlight @Gigi,Gigi
      Wenn jeman bereits beim Deutsch der Matheprüfung scheitert, wird für ihn das ganze Gymi zur Deutschprüfung.

      Deutsch ist schlicht Voraussetzung für eine höhere Bildung.
    Weitere Antworten anzeigen
  • B-Arche 03.03.2019 15:06
    Highlight Highlight Die Schweiz ist eben das konservativste Land Westeuropas. Gesellschaftlich und politisch.
    Und "Konservativ" in der Bildungspolitik war immer lieber den Nachwuchs der bürgerlichen Mittelstandsfamilie und der Oberschicht zu fördern als mit mehr Geld das Arbeiterkind. "Man braucht schliesslich auch Maurer".
    Die Idee der bürgerlichen wohlhabenden und Mittelstandsschicht als Hauptstütze denen man die meiste Förderung zukommen lassen soll um die nächste Generation wieder in dieser Schicht zu haben sei wichtiger als niedere Schichten aufsteigen zu lassen mit Chancengleichheit - das ist "konservativ".
  • Evan 03.03.2019 14:52
    Highlight Highlight Es bräuchte ein Selektierverfahren, welches einzig und allein die Leistung beurteilt.
    • Phrosch 03.03.2019 15:29
      Highlight Highlight Wenn aber Kinder aus einfacheren Verhältnissen bei gleicher Leistung (!) schlechter benotet werden, nützt das auch nichts.
    • sheimers 03.03.2019 15:29
      Highlight Highlight Oder ein Verzicht auf jegliche Selektion, mit 16 einfach die freie Wahl, ob man eine Lehre machen will oder noch länger vollzieht in die Schule geht.
    • Evan 03.03.2019 15:57
      Highlight Highlight Ein paar Gedanken: Die Aufnahmeprüfung müsste anonymisiert und zumindest kantonal standardisiert sein, Empfehlungen der Lehrer müssten abgeschafft werden, und es bräuchte ein gerechtes Förderprogramm für interessierte Schüler.

      Allerdings ist es auch wichtig, dass man die Bildungswege nicht gegeneinander ausspielt und die Lehre eher wieder attraktiver macht.
  • who cares? 03.03.2019 14:40
    Highlight Highlight Der Titel des Artikels ist übrigens falsch. Wenn 30% der Gymnasiumsplätze falsch besetzt sind, und die Maturquote 20% beträgt, sind 30% von 20% 6%. Es wird also "nur" 6% der gesamten Schülerschaft das Gymnasium verwehrt. Immer noch zu viel, aber der Titel ist halt trotzdem falsch.
    Mal schauen, ob dieser Kommentar aufgeschaltet wird oder ob Fakten zu viel Kritik sind.
    • Matti_St 03.03.2019 16:10
      Highlight Highlight Der Titel bezieht sich auf's Gymi, deshalb ist es richtig.
    • Rabbi Jussuf 03.03.2019 17:37
      Highlight Highlight Matti
      Nein. Was da steht bezieht sich auf die Gesamtheit der Schüler und ist deswegen falsch - nicht nur missverständlich.
    • Ritiker K. 03.03.2019 19:32
      Highlight Highlight 6% bedeutet, das 6% der Schülerinnen und Schüler jetzt falsch im Gymnasium platziert sind und 6% der Schülerinnen und Schüler nicht im Gymnasium sind, obwohl sie die Leistung dafür erbringen. 12% sind demnach 'fehlplatziert'

      Wennschon Erbsen zählen, dann richtig bitte, besonders, wenn man von 'Fakten' schreibt.
  • who cares? 03.03.2019 14:33
    Highlight Highlight Langzeitgymnasium abschaffen. Beim Alter des Eintritts ist man etwa 12, da entscheiden die Eltern und Akademikereltern schicken ihre Kinder, ob geeignet oder nicht, halt aufs Gymi weil das so normal ist für sie. Ich hatte mich mit 14 entschieden aufs Kurzzeitgymnasium zu gehen. Selbst.
    • nass 03.03.2019 14:50
      Highlight Highlight So ein "Chabis". Man sollte nie von sich auf andere schliessen. Ich kenne mehrere Kids die von sich aus aufs Gymi wollten mit 12 und die das ohne PiPaPo auch geschafft haben.
      Meiner Meinung nach brauchts beides und endlich ein EINHEITLICHES Aufnahmeverfahren in ALLEN Kantonen.
  • Maracuja 03.03.2019 14:30
    Highlight Highlight <So verzeichnen die Mittelschulen in Urdorf und Zürich Nord (Oerlikon) mehr Ausfälle während der Probezeit als etwa die Kantonsschule Küsnacht oder das Rämibühl>

    Und wie sieht es, mit den Ausfällen nach Bestehen der Probezeit aus? Schulen, die in der Probezeit streng selektionieren, verzeichnen evtl. später weniger Ausfälle. Für viele SchülerInnen dürfte es einfacher sein, wenn Sie sich bereits nach der Probezeit neu orientieren müssen als nach nicht bestandener Matur.
  • Kronrod 03.03.2019 14:10
    Highlight Highlight Und dann gibt es noch die, die lieber in die Sek gehen und eine Lehre machen, als nochmal 10 Schule und Uni. Und das ist auch gut so, denn die Annahme, dass der eine Weg stets besser wäre als der andere ist schlicht falsch. Wer gut in der Sek ist macht oft die bessere Karriere als jemand, der gerade so knapp ins Gymi kam. Das kapieren viele nicht.
    • Dominik Treier (1) 03.03.2019 15:04
      Highlight Highlight Das würde ich so pauschal nicht sagen, wenn jemand an einem Gebiet interessiert ist, in dem er keinen Beruf lernen kann, Geisteswissenschaften oder Pädagogik zum Beispiel, bringt ihm ein guter Sekabschluss nichts, umgekehrt gibt es viele die genausogut zuerst eine Lehre als Informatiker, Kaufmann oder Maurer hätten machen können um sich von da weiterzubilden. Man sollte sich in der Schule mehr auf Interessen und Wegfindung für die Kinder fokussieren anstatt nur auf das stumpfe Einprügeln von Fakten, die danach keiner mehr braucht.
    • Dominik Treier (1) 03.03.2019 15:08
      Highlight Highlight So liessen sich viele Fälle vermeiden in denen sich jemand ans Gymi krüppelt, der nicht weiss was er will, aber mit einer Lehre besser und seinem lieblingsarbeitsgebiet vielleicht näher gewesen wäre, aber auch fälle in denen jemand vor dem Gymi schon genug von der Einprügeltaktik, in der es nur ums Auswendiglernen geht hat, der vielleicht aber in einem bestimmten akademischen Gebiet, trotzdem viel besser aufgehoben gewesen wäre als mit einer Lehre, die ihm keinen Spass macht...
      Es darf in der Bildung nicht mehr um Status und Möglichkeiten gehen, sondern um Interessen und Freude der Kinder!
    • swisskiss 03.03.2019 15:28
      Highlight Highlight Kronrod: Wo steht im Artikel, dass das falsch oder richtig ist? Wo genau wird die Berufslehre mit dem Studium verglichen?

      Wer nicht versteht, dass es um Diskriminierung durch soziale Herkunft geht, sollt den Artikel nochmals lesen.

      Den völlig egal welchen Weg man einschlagen will und dank der Fähigkeiten einschlagen kann, sollte niemand wegen seiner Herkunft davon ausgeschlossen werden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • chabacha 03.03.2019 14:06
    Highlight Highlight Umso wichtiger scheint es mir, dass wir Berufsmaturität, Passarelle, Maturitätsschulen für Erwachsene etc. unterstützen und ausbauen, statt zu Tode sparen.
  • Crissie 03.03.2019 13:48
    Highlight Highlight Das war schon früher so! Beispiel: Unser Sohn ( Vater Schlosser und Italiener, Mutter Büroangestellte und Deutsche) sollte 1976 gem. Beurteilung der Primarschule trotz guter Leistungen nicht auf's Gymnasium. Möglicherweise spielte da der Ausländerstatus eine Rolle, denn wir waren nicht unterprivilegiert oder sozial benachteiligt. Glücklicherweise hatte ich aber damals noch die Möglichkeit, darauf Einfluss zu nehmen. Resultat: Gymnasium problemlos durchlaufen,Zahnmedizin studiert und 5 Jahre nach Abschluss eigene, sehr erfolgreiche Praxis!
    • katerli 03.03.2019 16:27
      Highlight Highlight Meine Kinder sind zwar noch weit weg davon, aber wie haben Sie Einfluss genommen, wenn die Frage nich zu heickel ist.
    • Crissie 03.03.2019 18:08
      Highlight Highlight @katerli: nein, die Frage ist bestimmt nicht zu heikel; vor allem nicht nach so langer Zeit ( bald einmal 35 Jahre!)! Wir haben uns einfach damals vehement gegen den Entscheid gewehrt und gesagt, dass wir nicht einverstanden sind! Dies ist leider heute nicht mehr möglich! Unser Sohn berichtete erst kürzlich, dass eine Einsprache heutzutage gar nicht mehr möglich ist! Wir hatten damals Glück, aber mir tun alle Eltern und Kinder leid, die aufgrund dummer Vorurteile disqualifiziert werden. Ich drücke Ihnen und Ihren Kindern die Daumen, dass es gerechter zugeht, wenn es dann soweit ist!
  • ingmarbergman 03.03.2019 13:33
    Highlight Highlight Mami und Papi kaufen sich halt die Gymiplätze ihrer Kinder, auch wenn sie eigentlich zu dumm sind. Wenn es um die eigenen Privilegien geht, dann zählt Leistung bei den Rechten nichts mehr.. 🤷🏻‍♂️
    • ströfzgi 03.03.2019 14:14
      Highlight Highlight Na ja… und die Linken halten die Hand auf für den verkauften Platz. Und sag nicht Schulen und Gymnasien seien nicht links dominiert.

      Eigentor 😘
    • reaper54 03.03.2019 14:18
      Highlight Highlight Hab schon vor jahrzenten von einem Unternehmer gehört er wähle nur noch SP, Marktöffnung hin zur EU billigere Arbeitskräfte einfachere Auslagerung der Arbeitsplätze das gefällt den Reichen ja eigentlich perfekt...
    • Dominik Treier (1) 03.03.2019 14:58
      Highlight Highlight Die Leistungsgesellschaft ist ohnehin ein Mythos! Sie gilt nur in der Mittelschicht und wird von dort eines irrationalen Neides wegen auch eisern verteidigt, während manch gering Qualifizierter trotz Fähigkeiten keine Chance auf Weiterbildung und Aufstieg hat, weil er sich das Leben für sich und seine Familie währenddessen nicht finanzieren könnte und er auch keine reichen Eltern hat... Ungekehrt kann man ein totaler Kreuzesel sein und wird ob der ganzen Kapitalgewinne nicht verarmen und sogar zu Abschlüssen geprügelt werden können, wenn die Eltern ein paar Milliärdchen auf der Seite haben...
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