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«Man sieht den Bildern den ‹guten Zweck› nicht an»– Kritik an Bikini-Bildern von Lehrerin

Sorgt derzeit für viele Diskussionen: Die Primarlehrerin Morena Diaz.

«Man sieht den Bildern den ‹guten Zweck› nicht an» – Kritik an Bikini-Bildern von Lehrerin

Die Präsidentin des aargauischen Lehrerverbandes sagt, die freizügigen Fotos von Morena Diaz könnten bei Eltern schlecht ankommen.
27.08.2017, 12:3527.08.2017, 15:13
nicola imfeld / schweiz am wochenende

Morena Diaz aus Oberentfelden ist Primarlehrerin, sie bringt ihren Erstklässlern in Erlinsbach Lesen und Schreiben bei. Auf dem sozialen Netzwerk Instagram ist sie eine Berühmtheit und lässt über 59'000 Personen an ihrem Leben teilhaben. Die 24-Jährige sagt, sie setze sich mit ihrem virtuellen Profil gegen Body Shaming ein. Also für Frauen und Männer, die sich für ihren Körper schämen. Um den Betroffenen Mut zu machen, lädt sie freizügige Bilder von sich im Bikini hoch, zeigt ihre Rundungen und strahlt dabei in die Kamera. Dass Diaz mit ihrem Online-Auftritt dank Kooperationen mit Firmen auch Geld verdient, möchte sie am liebsten nicht in der Zeitung lesen. Viele dürften sich fragen: Darf eine Primarlehrerin in ihrer Freizeit ein Social-Media-Star sein?

Die Präsidentin des aargauischen Lehrerverbandes, Elisabeth Abbassi, sieht das Instagram-Profil von Diaz kritisch. Einerseits könnten die Fotos ein schlechtes Bild bei den Eltern der Schüler abgeben, andererseits mache sich Morena Diaz das Leben bei einer zukünftigen Stellensuche als Lehrerin durch ihren Auftritt selbst schwer. «Im Umgang mit der digitalen Welt und ihrem schnellen Wandel fehlt uns oft die Erfahrung. Es ist deswegen umso wichtiger, dass Lehrpersonen sensibel und überlegt damit umgehen», sagt Abbassi.

Solche Bilder sorgen bei der Präsidentin des Lehrerverbandes, Elisabeth Abbassi für Kopfschütteln.

Ob eine Primarlehrerin freizügige Bilder teilen darf und wie sie sich ganz allgemein auf Social Media zu verhalten hat, liege in der Verantwortung der Schulen, sagt die Lehrerpräsidentin. Ein Empfehlungsschreiben liegt den Lehrpersonen jedoch vor. Die drei Berufsverbände der Lehrerschaft in der Schweiz, Deutschland und Österreich – LCH, VBE, und GÖD – haben im Jahr 2013 den «Leitfaden Social Media» speziell für Lehrpersonen und Schulleitungen herausgegeben. Es geht darin auch um den Umgang mit Facebook, so zum Beispiel um den Grundsatz, dass Lehrpersonen entweder Freundschaftsanfragen jedes Schülers akzeptieren oder alle konsequent ablehnen.

Man sieht ja den Bildern den ‹guten Zweck› nicht an, sondern weiss höchstens, dass mit solchen Auftritten viel Geld verdient werden kann»
Elisabeth Abbassi, Lehrerpräsidentin

Der Leitfaden geht aber auch auf den allgemeinen Umgang mit dem Internet ein: «Lehrpersonen werden nie privat, sondern immer als öffentliche Person wahrgenommen. Sie stehen mit ihrem Erziehungsauftrag in einer besonderen Verantwortung», heisst es darin. Zudem mahnen die drei Lehrerverbände zur Vorsicht: «Ein Zurückholen von Gesagtem oder von Fotos ist kaum mehr möglich.» Die Position der Berufsverbände ist klar: Fotos wie jene von Diaz auf Instagram sieht man nicht gerne. Doch ist das Engagement der Erlinsbacher Primarlehrerin kein Spezialfall, da sie sich offenbar für einen guten Zweck einsetzt? Lehrerpräsidentin Abbassi verneint dies: «Man sieht ja den Bildern den ‹guten Zweck› nicht an, sondern weiss höchstens, dass mit solchen Auftritten viel Geld verdient werden kann», hält sie fest.

«Früher war Bademodekaufen der Horror»: Diaz im Badekleid von Calida.

Dass Diaz durch Werbeverträge mit Firmen Geld verdient, findet Abbassi ‹heikel› und je nach Produkt ‹unterschiedlich schlimm›. Die Präsidentin des Lehrerverbandes: «Letztlich haben Leute in meinem Alter halt wohl immer noch die Meinung, dass solche Auftritte den Leuten selber am meisten schaden – auch wenn sie finanziell vorübergehend vermutlich grossen Gewinn bringen können.»

Dieser Katze steht jede Frisur

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