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epa05977125 Kendall Jenner arrives for the premiere of '120 Battements par Minute' (Beats per Minute) during the 70th annual Cannes Film Festival, in Cannes, France, 19 May 2017. The movie is presented in the Official Competition of the festival which runs from 17 to 28 May.  EPA/SEBASTIEN NOGIER

Stars wie Kendall Jenner erreichen mit ihren Instagram-Posts mehrere Millionen Followers. Für Werbekunden ein gefundenes Fressen.   Bild: EPA/EPA

So einfach wirst du zum Social-Media-Influencer und vielleicht sogar reich



Eine Milliarde US-Dollar – so viel zahlt die Werbeindustrie mittlerweile an sogenannte «Social-Media-Influencer». Bis 2019 soll sich die Zahl verdoppeln. Wer auf Kanälen wie Instagram oder YouTube eine grosse Anzahl an Fans hat, kann damit eine gute Stange Geld verdienen. Denn der Werbekunde zahlt viel, damit die Social-Media-Stars ein gewisses Produkt auf ihrem Feed abbilden – und damit mehrere Tausend Personen erreichen. 

Dass es sich dabei aber nicht immer um mühsam aufgebaute Accounts und eine treue Community handelt, zeigt das Experiment einer amerikanischen Marketingagentur. Mediakix, so heisst die Agentur, die zwei Instagram-Stars sozusagen über Nacht kreierte.

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Alles Fake: calibeachgirl310. bild:instagram/screenshot

Schritt eins: Fake die Bilder

«Calibeachgirl310» und «wanderingggirl»: So heissen die beiden Fake-Persönlichkeiten. Erstere eine Lifestyle- und Fashion-Bloggerin und letztere ein reisebegeistertes Instagram-Sternchen. Auf den ersten Blick unterscheiden sie sich kaum von all den zahlreichen anderen Influencern. 

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Kein Bild wurde selbst fotografiert. bild: instagram/wanderingggirl

Doch Mediakix klärt auf: Alles Fake und zwar von A bis Z. Für den Lifestyle-Account von «calibeachgirl310» wurde ein lokales Model engagiert, alle Bilder des Accounts entstanden an einem eintägigen Fotoshooting. Der Account von «wanderingggirl» besteht ausschliesslich aus Stockbildern.

Schritt zwei: Kaufe die Follower

Doch schöne Bilder allein locken noch keine Werbekunden an. Denn diese wollen ihre Produkte ja an möglichst viele Personen präsentiert sehen. Also musste noch eine gehörige Anzahl Follower her – laut Mediakix kein Problem. 

Pro Tag wurden rund 15'000 Followers eingekauft. Kostenpunkt: Zwischen drei bis acht US-Dollar pro Tausend Follower. Innerhalb von zwei Monaten hatten beide Accounts zusammen mehr als 80'000. 

Von den zahlreichen anderen Mode-Bloggerinnen kaum zu unterscheiden: calibeachgirl310. 

Schritt drei: Kaufe die Herzchen 

Fehlen nur die begeisterten User, die mit Herzchen und Kommentaren nur so um sich schmeissen. Auch das kein Problem: 1000 Likes kosteten Mediakix vier bis neun US-Dollar, einen Kommentar kriegt man für läppische 12 Cent. 

Schritt vier: Angle dir die Werbekunden

Nach den zwei Monaten Account-Aufbau machte sich Mediakix auf die Suche nach zahlwilligen Werbekunden – und sie wurden fündig. Für den Fashion-Account erklärten sich ein Bikini-Hersteller sowie eine Food-Firma für die Zusammenarbeit bereit. Für den Account «wandergggirl» meldeten sich die gleiche Food-Firma sowie eine Alkohol-Marke an. Alle Firmen waren bereit, die Produkte kostenlos zur Verfügung zu stellen sowie für die einzelnen Instagram-Posts zu bezahlen. 

Kein Bild ist wahr, kein Kommentar ernst gemeint.

Nachdem die Firmen die Kooperationen mit den Fake-Accounts bestätigten, veröffentlichte Mediakix die Story. Die Agentur kritisiert damit die undurchsichtige Influencer-Branche. Es sei jedem jederzeit möglich, Fake-Followers, Likes und Kommentare einzukaufen, heisst es. Dadurch lassen sich zahlreiche Werbekunden hinters Licht führen und pumpen mehrere Millionen Dollar ins Leere. (ohe)

So funktioniert Social Networking in der Realität

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Video: watson/Lya Saxer, Knackeboul

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • giandalf the grey 10.08.2017 13:36
    Highlight Highlight Unbedingt zu erwähnen: Undurchsichtigkeit ist eines, aber in diesem Fall ist das auch (gemäss UWG Art. 3) rechtswidrig!
    Gehen die geschädigten Firmen vor Gericht muss man den Gewinn rausrücken und ggfs. einen Schadenersatz zahlen.
    Daher: Macht das bitte nicht nach!
  • Hierundjetzt 10.08.2017 13:32
    Highlight Highlight Ist ja bei FB daselbe... Warum es bei FB aufgehört hat? Ganz einfach: Nur zahlungsschwache Personen (18-25, Zielgruppe Insta kaufen vielleicht (!) 1x ein Produkt. Aber nur mit Wiederkäufer verdient man Geld.

    Kurz: doofe Werbekunden gibts immer und ich bin sehr dafür, dass man die melkt bis zum geht nicht mehr, für mich bleiben dann die Kosten für althergebrachte Werbemassnahmen tiefer, da weniger Konkurrenz (Budgets bleiben meist über Jahre stabil).

    Am Ende des Tages zählt der Umsatz + der Return on Marketing und nicht ein tolles Foto. Die Verlierer sind eindeutig diese Werbeauftraggeber
  • Wasmeinschdenndu? 10.08.2017 12:37
    Highlight Highlight Ok aber 1. Brauchst du gute Fotos, die entweder aufwendig zu machen sind oder teuer zu kaufen. 2. Musst du die Produkte auch vermarkten können. Wie möchtest du also plötzlich für Bikini Werbung machen wenn das Model auf den vorherigen Bildern ja nur für ein Fotoshooting da war?
    Geht wohl nicht ganz so einfach auch wenn ich das Problem mit den gekauften Followern verstehe...
  • Lagertha 10.08.2017 12:11
    Highlight Highlight Neu ist das alles nicht. Aber vom grossen Influencer-Kuchen will halt jeder was abhaben. Und die meisten Unternehmen kümmern sich nicht wirklich oder sind Jahre zurück wenn es um die Handhabung mit Social Media geht. Und alle paar Wochen treiben die ganzen fleissigen Instagrammer und ModeBeautyTestLifestyleBullshit Blogger dann die "bei mir ist alles echt, Mehrwert für meine Leser ist mir wichtig" Sau durch das virtuelle Dorf. Irgendein Idiot wird's schon noch glauben.
  • lilie 10.08.2017 11:44
    Highlight Highlight So wies aussieht, lässt man sich lieber als Fake-Follower und Fake-Liker bezahlen, das ist weniger Arbeit und zahlt sich schneller aus, als einen Fake-Account aufzubauen. 🤔

    😜

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