Lehrkräftemangel adé? Immer mehr Menschen melden sich für Ausbildung an
Die Nachfrage nach der Ausbildung zur Lehrkraft an den pädagogischen Hochschulen steigt. Viele PHs melden für das Herbstsemester 2026 Anmeldezahlen in Rekordhöhe. Bereits in den vergangenen Jahren sind die Anmeldungen gestiegen, was auf einen längerfristigen Trend hindeutet.
Das gestiegene Interesse ist auch auf Anpassungen im Studienangebot zurückzuführen, sagt Andrea Schweizer, Rektorin der Pädagogischen Hochschule Zürich, gegenüber dem SRF. Es seien etwa Studiengänge geschaffen worden, die es ermöglichen würden, bereits während des Studiums an einer Schule Teilzeit zu arbeiten.
Die PH Zürich habe auch ihr Angebot für Quereinsteigende neu ausgerichtet. Gerade hier sei die Nachfrage besonders hoch: Im Vergleich zum Vorjahr hätten sich für den Quereinstiegs-Studiengang der Sekundarstufe I 87 Prozent mehr angemeldet.
Steigende Nachfrage heisst nicht automatisch Ende des Lehrkräftemangels
Die steigende Nachfrage bedeutet aber nicht direkt das Ende des Lehrpersonenmangels, sagt Beat Schwendimann, Leiter der Pädagogischen Arbeitsstelle, gegenüber dem SRF. Denn es gehe nicht nur darum, wie viele Personen ausgebildet würden, sondern auch, dass diese den Beruf als Lehrkraft langfristig ausüben würden. Dass ein beträchtlicher Teil den Beruf nach fünf Jahren verlasse, sei noch immer der Fall.
Schwendimann glaubt laut SRF auch nicht, dass pädagogische Hochschulen zu viele Lehrpersonen ausbilden könnten. Durch eine hohe Zahl an Studierenden könnten Schulen und Hochschulen sorgfältiger auswählen, wen sie anstellen würden. Das komme der Unterrichtsqualität zugute.
Regionale Unterschiede
Für das kommende Schuljahr zeichnet sich in mehreren Kantonen eine Entspannung ab. Der Kanton Zürich erklärte bereits im März den generellen Lehrpersonenmangel für beendet. Auch im Kanton Bern hat sich die Lage verbessert, obwohl insbesondere auf der Primarstufe, in der Heilpädagogik und auf der Sekundarstufe I weiterhin Lehrpersonen gesucht werden.
Ähnlich beurteilt der Schulleiterinnen- und Schulleiterverband Schweiz (VSLCH) die Situation gemäss SRF. Vor allem in der Ostschweiz und im Kanton Zürich habe sich die Lage verbessert. Die Personalsuche bleibe jedoch vielerorts anspruchsvoll, da oft nur wenige geeignete Bewerbungen eingehen würden. (hkl)
