Neue Mafia-Gruppe agiert von Basel aus in der Schweiz
Eine neue kurdisch-türkische Mafia-Gruppe hat sich in der Schweiz etabliert. Die sogenannte «Tolhildan» Gruppierung handelt mit Waffen und Drogen, wie das Radio SRF am Donnerstag berichtete. Die Gruppe rekrutiere via Social Media, handle mit Waffen und kooperiere mit der berüchtigten deutschen Gang «Daltons».
Bundeskriminalpolizei-Chef Markus Gisin sagte in der Sendung «Heute Morgen» des Schweizer Radios, diese Mafia sei wie andere solche Gruppierungen in der Schutzgelderpressung aktiv, bei illegalen Glücksspielen, Betäubungsmittelhandel, Waffenhandel und was noch bei der organisierten Kriminalität «gang und gäbe sei».
Ein Problem sind laut Gisin Fehden mit Rivalen. «Die Sicherheit im öffentlichen Raum ist dahingehend gefährdet, da zum Teil die Konflikte im öffentlichen Raum mit Schusswaffen ausgetragen werden», so Gisin. «Die Gruppierungen gehen aber nicht gegen irgendwelche Personen vor, sondern eigentlich gezielt gegen ihre Konkurrenten.»
Ehemalige PKK-Kämpfer sollen Teil der Gruppe sein
Die Gruppierung sei seit rund zwei Jahren vor allem in der Region Basel aktiv, so SRF. Die Mitglieder posierten in den sozialen Medien mit teuren Autos und Pistolen. Einige von ihnen sollen der kurdischen Untergrundorganisation PKK nahestehen und auch ehemalige Kämpfer sein.
Gegenüber dem SRF erklärte der Investigativjournalist Cevheri Güven, dass die «Tolhildan» dadurch gefährlicher als andere Mafia-Gruppen sei. Schliesslich seien die ehemaligen PKK-Kämpfer an der Waffe ausgebildet.
Über Kanäle auf dem Messengerdienst Telegram werden laut SRF Waffen verkauft. Im Angebot seien Pistolen aus dem 3D-Drucker, aber auch Kalaschnikows und Maschinengewehre.
(sda/pem)
