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Bild: Arac Saga
Dank schweizer designerin

So fühlt es sich an, wenn man als Spinne vom Staubsauger gejagt wird

Am Global Game Jam werden in nur 48 Stunden ganze Games entwickelt. Auch die Schweizerin Stephanie Stutz hat sich in Zürich vor den Computer gehockt und ein Krabbeltier zum Leben erweckt.
28.01.2014, 11:41
Philipp Rüegg
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Fünf Jahre lang haben die Entwickler von «Rockstar» an «GTA V» gearbeitet. In dieser Zeit könnten die Teilnehmer vom Global Game Jam über 900 Spiele produzieren. Dabei werden sie es zwar nicht mit dem Umfang des 200 Millionen teuren Actionkrachers aufnehmen können, an Kreativität mangelt es den Jungs und Mädels hingegen nicht. Am Global Game Jam (GGJ) hat man gerade mal 48 Stunden Zeit, um ein fertiges Spiel abzuliefern. Unter diesem Zeitdruck entstanden auch beim Schweizer Ableger in Zürich viele interessante Spiele.

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Mario Purkathofer vom Dock18 und Dragica Kahlina von Gamespace.ch organisierten mit zahlreichen Helfern in der Roten Fabrik den Swiss Game Jam. Hierzulande fand der Event 2011 zum ersten Mal statt. «Es ist jedes Niveau vorhanden. Professionelle Spieleentwickler, Studenten, Hobbyentwickler, aber auch totale Neulinge», erkläret Kahlina. Registriert waren 85 Teilnehmer, ernsthaft mitgemacht haben etwa 70.

Der GGJ startet weltweit zur gleichen Zeit. In der Schweiz fiel der Startschuss am Freitag um 17 Uhr. An diesem Zeitpunkt wird das Thema bekannt gegeben. Dieses Jahr nahm man ein Zitat der amerikanischen Autorin Anaïs Nin als Vorlage: «We don't see things as they are, we see them as we are» (Wir sehen Dinge nicht, wie sie sind, wir sehen sie, wie wir sind).

Bis Sonntag um 15.00 Uhr mussten die Schweizer Entwickler und Entwicklerinnen diesen Satz in ein Spiel verwandeln. Die meisten benutzten Software-Tools (Engines), die für mehrere Betriebssysteme (Windows/Mac) funktionieren (Crossplattform). «Dabei gilt es, sich auf einen Aspekt des Spiels zu konzentrieren und Unwichtiges wegzulassen», sagte Kahlina, die auch selbst Spiele entwickelt.

Der Grafikstil wird daher meist bewusst einfach gewählt. Das klinge einfacher, als es sei. «Ein Spiel zu machen, das Spass macht, ist unter Umständen viel schwerer, als wenn man den Spieler mit Grafik beeindrucken kann.»

Längst keine Männerdomäne mehr 

Der Herausforderung bereits zum zweiten Mal gestellt, hat sich auch Stephanie Stutz. Die 25-Jährige arbeitet derzeit als 3D-Artist und Illustratorin bei «Vasp Datatecture» in Zürich und hat zuvor an der ZHDK (Zürcher Hochschule der Künste) studiert. Ihr Portfolio weist bereits einige beeindruckende Arbeiten auf. 

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Trotz ihren Vorkenntnissen stellte auch sie das 48-Stunden-Limit vor Probleme. «Man braucht ein gutes Konzept, in welchem definiert wird, welche Programmiersprache und welche Game-Engine verwendet wird», erklärte Stephanie. Ein ebenso wichtiges Instrument ist Kommunikation: «Jeder muss seine Rolle im Team kennen. Rivalität ist kontraproduktiv.» Stephanie arbeitete in einem Fünfer-Team. Während sie sich vor allem mit 3D-Gameart beschäftigte, kümmerte sich Philomena Schwab um das Game-Design, Sasa Tomic und André Fröhlich programmierten und Oliver Schneider sprang als Sound-Designer ein.

«Man gerät in einen tranceähnlichen Zustand»
Stephanie Stutz, 3D-Artist
Die 25-jährige Stephanie Stutz arbeitet derzeit als 3D-Artist.
Die 25-jährige Stephanie Stutz arbeitet derzeit als 3D-Artist.
Bild: ZVG

Auch wenn Stephanie und ihre Teamkollegen nicht rund um die Uhr gearbeitet haben, kamen doch etliche Stunden zusammen. Besonderen Spass machte ihr das Designen der Spinne und des Kinderzimmers – zwei Hauptkomponenten ihres Spiels. Anders als bei ihrem regulären Job als 3D-Artist konnte sie beim GGJ völlig frei arbeiten. Nach längeren Blöcken ohne Unterbruch verfiel sie hin und wieder in einen «tranceähnlichen Zustand». 

In der Zusammenarbeit entstand schliesslich das Spiel «Arac Saga», in dem man im Köper einer Spinne versucht, einem Staubsauger zu entkommen. 

«Arac Saga»

Als Spinne kann man sogar die Wände hochkrabbeln. Fanden wir leider erst heraus, als das Video schon aufgezeichnet war.

Dazu benötigte das Team rund 20 Stunden – weniger als die Hälfte der vorhandenen Zeit. «Wir haben beschlossen, uns keinen grossen Stress zu machen und sind zum Schlafen nach Hause gegangen.» Die richtig Hartgesottenen hätten das ganze Wochenende in der Roten Fabrik verbracht.

Was die anderen Teilnehmer am Swiss Game Jam sonst noch kreiert haben, sehen Sie hier. Einen Überblick gibts auf der offiziellen Homepage. Die Spiele können gratis heruntergeladen werden.

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