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Embolo kritisiert SFV nach Nati-Verbot: «Anderer Fall als bei Granit»

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Breel Embolo wurde im WM-Viertelfinal nach einer Schwalbe und einer zweiten gelben Karte vom Platz gestelltBild: keystone

Embolo kritisiert SFV nach Nati-Verbot: «Ein ganz anderer Fall als bei Granit»

Breel Embolo sorgte zuletzt mit einem publik gewordenen Strafbefehl wegen gefälschter Corona-Tests und seiner temporären Nati-Absenz für Aufsehen. Nun kritisiert der 29-Jährige den Verband deutlich. Auch zur roten Karte an der WM äussert er sich.
31.10.2026, 10:3931.10.2026, 13:22

Breel Embolo sorgt regelmässig für Kontroversen. Mehrfach wurde der Natistürmer verurteilt, wegen Urkundenfälschung oder Drohungen. Gleichzeitig war er in den vergangenen Jahren eine wichtige Figur in der Schweizer Nati, er lief bereits 92 Mal im roten Trikot auf und verbuchte dabei 46 Torbeteiligungen. In einem Interview mit Schweiz Heute spricht Embolo nun über diverse Episoden, die in der Schweiz für Aufregung sorgten.

Zuletzt war dies die publik gewordene Verurteilung wegen des Kaufs von gefälschten Covid-Test-Zertifikaten. Embolo kaufte zu der Zeit, in der Covid-Impfungen noch Risikogruppen vorbehalten waren, zwei gefälschte Test-Zertifikate. Nachdem Ende September publik wurde, dass er deswegen per Strafbefehl verurteilt worden war, blieb Embolo dem Nati-Zusammenzug anlässlich der anstehenden Nations-League-Spiele fern, ebenso wie Captain Granit Xhaka, der wegen eines gefälschten Impf-Zertifikats bestraft worden war.

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Granit Xhaka und Breel Embolo durften zuletzt in der Nati nicht mittun.Bild: keystone

Im Gegensatz zu Xhaka ist Embolos Nichteinberufung aber nicht auf eine persönliche Entscheidung, sondern auf Druck des Schweizer Fussballverbandes (SFV) erfolgt – das sagt Embolo in dem Interview. Er ist enttäuscht vom Verband und kritisiert diesen offen. Ihn stört, dass die beiden Fälle vom Verband gleich behandelt wurden.

«Ich war enttäuscht, dass der SFV diese zwei Fälle verglichen hat.»

Im Gegensatz zu Xhaka sei er dreimal geimpft. Es sei deshalb ein «ganz anderer Fall als bei Granit». Er habe zwar eingesehen, dass er einen Fehler gemacht habe, aber dass er nicht aufgeboten wurde für die Nations League, habe er nicht verstehen können. Die Umstände seien seit mehreren Jahren bekannt, neu sei einzig gewesen, dass er per Strafbefehl verurteilt worden war.

«Für mich war es verletzend, dass sich der Verband von externen Leuten unter Druck setzen lässt, um einen Entscheid zu treffen.»

Er habe den Eindruck gehabt, dass das Nati-Verbot im September eine «Kollektivstrafe» gegen ihn sei. Man habe die Sache mit dem ESTA (Embolo hatte vor der WM Einreiseschwierigkeiten in die USA wegen einer Verurteilung in der Schweiz im Frühling 2026 wegen mehrfacher Drohungen, d. Red.) und jene mit den Covid-Tests zusammengenommen, und jemand habe nach seinem Empfinden gedacht, es sei nun ein guter Zeitpunkt, um ein Zeichen zu setzen. Embolo kritisiert den Verband:

«Langfristig muss der SFV ein paar Dinge klären.»

Trotzdem habe er sich nun entschieden, wieder für die Schweiz zu spielen und im November in das Team zurückzukehren. «Wenn man für die Schweiz spielen darf, sollte man immer einrücken.» Er habe kein Problem mit den Teamverantwortlichen, weder mit Trainer Murat Yakin, Nati-Direktor Pierluigi Tami oder den Teamkollegen. Die Mannschaft sei ihm «heilig und wichtig», so Embolo.

Embolo bereut eigenes Verhalten wegen «Aussenwirkung»

Trotz der Kritik gibt Embolo auch an, dass er heute einige Dinge anders machen würde als in der Vergangenheit. Dazu gehörten die Covid-Tests, aber auch sein Verhalten, dass zur Verurteilung wegen Drohungen geführt hatte. Heute würde er die Situation anders lösen, weil er die Konsequenzen nun kenne.

«Ich bereue, welche Aussenwirkung und Dynamik das ausgelöst hat. Wenn man mich als Straftäter sieht, dann tut es mir leid. Theoretisch bin ich es. Aber es gibt Urkundenfälschung und Urkundenfälschung. Es gibt Täter und Täter. Aber ja: Ich würde es nicht noch einmal so machen.»

Der Stürmer, der mittlerweile bei Atlanta in der US-amerikanischen MLS spielt, will den Fokus nun wieder auf das Sportliche richten. Die WM habe gezeigt, wie weit die Nati kommen könne. Er trauert dem verpassten Weiterkommen gegen den späteren Finalisten und Titelverteidiger Argentinien weiterhin nach. «Ich bin überzeugt, dass wir Argentinien hätten schlagen können.» Er wisse aber, dass zurückschauen nichts mehr bringe. Dennoch denke er manchmal:

«Wäre die rote Karte nicht gewesen, dann hätten wir wahrscheinlich den Halbfinal erreicht. Das ist es, was schmerzt.»

Dass die rote Karte – auch wenn die angewandte Regel bei der Beurteilung der Situation durch den Schiedsrichter im Nachhinein von offizieller Seite als nicht passend eingestuft wurde – auch auf sein Verhalten zurückzuführen ist, will Embolo nicht eingestehen. Er legt die Situation nach wie vor anders aus, habe seine eigene Ansicht der Sache:

«Ich weiss, dass Leandro Paredes mich berührt hat. Ich bin nicht jemand, der einfach so fällt. Wenn man das Spiel sieht, ohne Emotionen, muss man sagen, dass die Schweiz allgemein Opfer von vielen kleinen Entscheidungen war.»

Er habe sich im Anschluss vor der Mannschaft entschuldigt, aber nicht wegen der roten Karte, sondern, weil man den gemeinsamen Traum nicht habe verwirklichen können. Er habe danach auch geweint und es sei ihm «wirklich nicht gut» gegangen. Schuldig fühle er sich heute zwar nicht, aber:

«Meine Aktion hat dazu geführt, dass wir am Ende nicht weitergekommen sind und uns unser Traum genommen wurde.»

Trotz der noch gegenwärtigen negativen Emotionen, will Embolo den Blick nach vorne richten und sich auf den Fussball konzentrieren. Er hatte im Sommer überraschend zu Atlanta United in die USA gewechselt, mit ein Grund sei seine Familie gewesen, der er eine lange Unsicherheit ersparen wollte. In den USA fühle er sich wohl – auch, weil er kaum erkannt werde und deshalb weniger im Mittelpunkt stehe. (con)

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